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Ein OSM-Mapper erzählt

"Der Community-Gedanke zählt", betont Frank Eberle, Software-Entwickler und OSM-Mapper mit Leidenschaft. Im naviconnect-Gespräch erklärt er, wie man dazu kommen kann und was es bedeutet, OSM-Mapper zu sein.

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naviconnect: Herr Eberle, wie kamen Sie zu OpenStreetMap?

OSM-Mapper Frank Eberle
Bild vergrößern 468 351 http://img1.magnus.de/OSM-Mapper-Frank-Eberle-r468x351-C-8d574a4-14572144.jpg OSM-Mapper Frank Eberle © Foto: privat
© Foto: privat

OSM-Mapper Frank Eberle

Eberle: Vor fünf oder sechs Jahren habe ich mir ein Offroad-Navi von Garmin gekauft. Dieses gelbe E-Trex. Einfach nur, weil ich beim Wandern sicher zu meinem Auto zurückkommen wollte und keine Lust auf Karte und Kompass hatte. Dann kam später die Digitalfotografie dazu und zusammen mit GPS war dann so etwas wie Geo-Tagging möglich.

Dummerweise hatte das alte E-Trex nicht genügend Speicherplatz für große Karten, und so habe ich mir letztes Jahr das neue E-Trex Legend HCX zugelegt. Aber die Garmin-Karten sind ja nicht ganz billig. Und so kam ich in der Hoffnung auf eine günstige Karten-Alternative auf OpenStreetMap und stellte fest, dass mein Wohnort Stuttgart-Uhlbach ein recht ungenau beschriebenes Gebiet auf der Landkarte war. Das konnte nicht so bleiben.

naviconnect: Dann haben Sie begonnen, zu kartografieren und zu editieren. Wie schwierig war das?

"Tracks aufzeichnen ist nicht schwer"

Eberle: Uhlbach ist ja wirklich nicht groß, aber da hat jemand Yahoo-Luftaufnahmen nachgezeichnet und dabei einige entscheidende Fehler produziert. Außerdem fehlte einiges an Wegen zwischen den Weinbergen. Jedenfalls war die Karte an wichtigen Stellen falsch. Tracks aufzuzeichnen und sie als GPX-Dateien hochzuladen ist nicht sonderlich schwer, und POIs wie Restaurants oder das Weinbaumuseum konnte ich problemlos eingeben.

Die Internet-Software von OpenStreetMap namens Potlatch auf der Homepage als Editier-Möglichkeit von Kartendaten kann ich vor allem Einsteigern dringend ans Herz legen. Für mich war aber das größte Problem, zu wissen, dass meine Änderungen nach kurzer Zeit in die Karte ohne wenn und aber automatisiert eingepflegt wurden. Wenn ich Fehler mache, sind sie drin in der Karte.

naviconnect: Wie sieht’s mit dem Vergeben von Attributen bei der Straßenkartografie aus?

Eberle: Das ist einer der Knackpunkte. Ich habe mir angesehen, wie das andere bisher gemacht haben und einfach imitiert. Die einheitliche Vergabe von Tags ist deshalb wichtig, weil sonst keine navigationsfähige Karte zusammenkommt und hier ist auch die Zusammenarbeit der Community gefordert.

naviconnect: Gibt's deshalb Stammtische und regelmäßige Treffen in den Regionen?

"Besser als von Google Maps"

Eberle: Ja, denn anders ist die Abstimmarbeit für die Kartografie auch nicht zu leisten. Dazu kommt noch, dass man zum schnellen Ausfüllen von weißen Flecken manchmal auch mehr Leute braucht. In Stuttgart gab's mal eine konzertierte Aktion, weil ein Stadtteil nicht existierte. Ich glaube, es war Sillenbuch.

naviconnect: Wie beurteilen Sie die Qualität von OpenStreetMap?

Eberle: Grundsätzlich ist die Qualität gut, manchmal sogar sehr gut. Zum Beispiel kenn ich mich in Zürich in bestimmten Bereichen ganz gut aus. Ich hab mir die OSM-Karte von Zürich angesehen und halte sie für perfekt, vielleicht sogar für besser als die von Google Maps.

naviconnect: Es ist nicht einfach, OpenStreetMap-Karten auf Navi-Systemen zu verwenden.

Eberle: Nein, das gerade nicht. Das ist nur etwas für Leute, die mit einem PC richtig umgehen können. Es sind viele Umwandlungsschritte nötig, die Prozeduren sind kompliziert und nichts geht einfach auf Knopfdruck.

"Mitmachen ohne Aufnahmeprüfung"

naviconnect: Was finden Sie gut und was schlecht an der Community-Arbeit?

Eberle: Mal ganz grundsätzlich finde ich den Community-Gedanken gut. Wenn sich viele Leute um so detailbeladene Themen wie Landkarten kümmern, kommt meist ein besseres Ergebnis heraus, als wenn das wenige tun. Bei OSM kann man sich mit einer anspruchsvollen Thematik befassen und entscheidend mitwirken, ohne Aufnahmeprüfungen machen zu müssen.

Aber genau darin liegt auch eine Schwäche, und deshalb wird die Karte nie vollständig richtig sein. Trotzdem weiß ich aus eigener Erfahrung: Bestimmt kommt irgendwann wieder einer, der im jeweiligen Gebiet zuhause ist, dem es Spaß macht, sich mit OSM zu befassen, der die Fehler erkennt und sie unbedingt berichtigen will.

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