Smartphone im Urlaub nutzen

Diese Kostenfallen drohen trotz Ende der Roaming-Gebühren

Seit 15. Juni sind endlich die Roaming-Gebühren für die Handynutzung im EU-Ausland vom Tisch. Ein paar Dinge gibt es aber dennoch zu beachten. Hier lauern Kostenfallen im Urlaub

Frau mit Smartphone am Strand

© sepy / fotolia.com

Trotz Wegfall der Roaming-Gebühren in der EU lauern beim Urlaub mit dem Handy immer noch Kostenfallen.

Die Zusatzgebühren für Roaming innerhalb der EU wurden endlich abgeschafft. Dennoch gibt es einige Kostenfallen, in die Nutzer ganz unwissentlich tappen können. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Smartphone-Nutzung im EU-Ausland unbedingt achten sollten.

Fair-Use-Regel

​Urlauber plaudern, simsen und surfen in der EU zu gleichen Konditionen wie zu Hause. Doch wer denkt, er kann im Urlaub aus dem Vollen schöpfen, irrt: Schließlich stellen sich die Mobilfunker die Auslandsnutzung ihrer Kunden nach wie vor gegenseitig in Rechnung. Die Vorleistungsentgelte sind von der EU geregelt: Maximal können die Betreiber 3,2 Cent pro Sprachminute und 1 Cent pro SMS verlangen. Für Daten sinkt die Obergrenze schrittweise von zunächst 7,70 Euro pro Gigabyte auf 2,50 Euro pro GB nach dem 1.1.2022.​

Damit die Mobilfunker nicht auf horrenden Kosten sitzen bleiben, dürfen sie Höchstgrenzen ziehen: So schränkt die Telekom in den neuen Magenta-Mobil-Tarifen die Nutzung im EU-Ausland auf 1000 Minuten und 1000 SMS pro Monat ein. Nach Verbrauch des Datenvolumens wird auf GPRS-Tempo gedrosselt. Telefónica Deutschland behält sich bei exzessivem Handygebrauch innerhalb von vier Monaten vor, Aufschläge zu verlangen. Die Kunden müssen allerdings vorab über die Enschränkungen informiert werden.​

Roaming ist begrenzt

Wer auf seiner spanischen Finca länger als vier Monate überwiegend seinen deutschen Handytarif nutzt oder​ langfristig in Deutschland mit einer ausländischen Billigkarte unterwegs ist, dem kann der Anbieter Zusatzgebühren in Rechnung stellen. Davor muss der Betreiber den Kunden allerdings verwarnen: Der Kunde hat dann 14 Tage Zeit, Stellung zu beziehen. Auch dürfen die zusätzlich anfallenden Kosten nicht die oben genannten EU-Obergrenzen überschreiten.​

Nationale Tarife

Manche Anbieter locken mit günstigen Tarifen, die nur im Inland gelten. Wer sich dessen nicht bewusst ist, dem nutzt sein Handy selbst bei einer kurzen Kaffeefahrt über die Grenze nichts: Die SIM-Karte funktioniert im Ausland nicht. Daher: Wer sein Leben nicht ausschließlich in deutschen Gefilden verbringt, sollte auf das Kleingedruckte achten und einen Tarif mit Auslandsnutzung wählen.​

Android-Tipp: Datenroaming deaktivieren

Quelle: connect
Um Kosten zu sparen, sollten Sie die Option "Datenroaming" bei Auslandsreisen deaktivieren - so funktioniert's bei Android 7.

Community-Tarife

Vor allem bei Mobilfunkdiscountern wie Aldi, Lidl, Edeka oder Otelo kann die eigene Klientel untereinander zum Nulltarif plauschen und simsen. Das gilt nicht jenseits der Grenze. Im EU-Ausland werden die Community-Verbindungen auf die im Tarif enthaltenen Inklusiv-Einheiten angerechnet. Auch bei den Netzbetreibern Vodafone und Telefónica Deutschland gelten die netzinternen​ Sprachflats bei Prepaid-Tarifen nur innerhalb Deutschlands.​

Anrufe ins Ausland

Die Roaming-Gebühren sind zwar abgeschafft, doch die EU-Regelung greift nur im Ausland. Wer etwa sein griechisches Urlaubsdomizil aus Deutschland anruft, zahlt bis zu einen Euro pro Minute.​

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Ab 15. Juni entfallen endlich die Roaming-Gebühren für Mobilfunk im EU-Ausland. Ein paar Dinge gilt es trotzdem zu beachten.

Vorsicht Grenznähe 

Die Handynutzung ist nur innerhalb der EU geregelt: Der Beschluss gilt für 28 EU-Staaten sowie für Island, Norwegen und Liechtenstein. Wenige Anbieter weiten bei aktuellen Smartphone-Bundles die Auslandsnutzung auch auf das Nicht-EU-Mitglied Schweiz aus – etwa die Telekom oder Yourfone in manchen Tarifen. Ansonsten kostet der Handyanruf beim Nachbarn bis zu 1,50 Euro pro Minute. Vorsicht in Grenznähe: Das Handy kann sich schon mal automatisch in ein ausländisches Mobilfunknetz einwählen. Behalten Sie deshalb die Displayanzeige im Blick.​

In der Luft und auf hoher See horrende Kosten​

​Die EU-Vorgabe gilt nicht bei Fährüberfahrten und Flug- oder Schiffsreisen, da hier die Verbindung über Satellit erfolgt. Da kann Sie der Anruf vom Kreuzfahrtschiff schon mal über fünf Euro pro Minute kosten.​

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