Ratgeber

Externe EQs

Velodyne SMS-1

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Velodyne SMS-1

Einfachere Subwoofer, die keine eigenen EQs besitzen, lassen sich über moderne externe Prozessoren optimieren. Sie arbeiten digital und mit vielen Filtern für genaue Ergebnisse.

Solche Equalizer für den Subwoofer sind nichts wirklich Neues, das gab es mit dem Rane THX 44 schon vor fast 20 Jahren. Der besaß aber nur zwei manuelle parametrische EQs.

Velodyne SMS-1

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Im Menü sind sechs Speicher für unterschiedliche Einsatzzwecke. Hertz-genau und mit extrem variabler Flankensteilheit lassen sich Einsatzfrequenz (Tiefpass) und Subsonic-Filter (Hochpass) einstellen.

Der mittlerweile auch schon ein halbes Jahrzehnt alte Velodyne SMS 1 verwendet bereits acht parametrische EQ-Bänder, und er lässt eine Vielzahl weiterer Einstellungen zu, von Hoch- und Tiefpassfiltern mit einstellbaren Flankensteigungen bis zur Phasenanpassung auf 15 Grad.

Diese ursprünglich aus der DD-Subwoofer-Serie stammende Elektronik konnte als eine der ersten automatisch den Frequenzgang einmessen - allerdings selbst mit der aktuellen Firmware recht grob. Automatisch werden nur die Pegel eingestellt, wer das Ergebnis nochmals verbessern möchte, tunt die Einsatzfrequenzen manuell und Hertz-genau auf die kritischen Bereiche. Das Schweizer Taschenmesser der Subwoofer-Problemlöser kostet 700 Euro inklusive professionellem Messmikro und Stativ. Neben Cinch- bietet der SMS 1 auch XLR-Anschlüsse.

DSPeaker 8033s

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Zwei Tasten - mehr braucht der DSPeaker Anti-Mode 8033 S nicht. Serienmäßig gibt's ein Mikro mit 5-m-Kabel.

Deutlich einfacher in der Handhabung und superpräzise im automatischen Setzen der Filter ist der ab 275 Euro erhältliche Anti-Mode 8033 vom finnischen Digitalspezialisten DSPeaker. Die kaum mehr als Zigarettenschachtel-große Metallbox macht allerdings nichts anderes, als ihre 24 Filter zwischen 16 und 144 Hertz selbst zu setzen. Mikro einstecken, exakt am Hörplatz ausrichten, beide Tasten simultan drücken - schon laufen vier Gleitschwingungen durch, und nach einer Sekunde steht das gefilterte Signal bereit.

DSPeaker 8033s

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Der DSPeaker arbeitet mit einem sich automatisch kalibrierenden Equalizer. Über einen cleveren Algorithmus errechnet der DSP aus der Messung mit dem serienmäßigen Mikro, wie er die 24 Eckfrequenzen des IIR-Filters verteilt. In diesem Fall reduziert er eine Resonanz bei 71 Hz und kompensiert eine Aufdickung im Tiefbass.

Die größere Version Anti-Mode 8033 S kann auch eine zweite Messung auf einem weiteren Hörplatz verarbeiten und diese dazu verwenden, extreme Korrekturen für den Haupthörplatz etwas zurückzunehmen. So entsteht für andere Hörplätze keine Überkompensation. stereoplay hat's ausprobiert: Funktioniert super. Und da das Teil, das kaum mehr als 1 Watt Strom benötigt, klein ist, kann man es einfach im Kabelbaum verschwinden lassen.

Was genau bewirkt das Filtern der Problemfrequenzen akustisch?

Mehrere Dinge passieren gleichzeitig. Zum einen wird der Frequenzgang begradigt, das macht den Klang homogener. Wunderbar. Am wichtigsten ist, dass die Dröhnfrequenzen zurückgenommen sind. Die Raummoden, also die Resonanzfrequenzen des Hörraums, werden weniger angeregt und klingen daher auch früher aus - potenzielles Dröhnen nimmt ab.

Nachteil: Die Musik dieser Tonhöhe kommt erst mal leiser aus dem Woofer, es fehlt also etwas an Direktschall - und damit der präzise, trockene Bass, den man eigentlich will. Ein Kompromiss.

DSPeaker 8033s

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Die Wasserfalldiagramme von DSPeaker demonstrieren recht anschaulich, was beim Equalizing von Raummoden passiert. Einmal angeregt, brauchen die wie Ping-Pong-Bälle hin und her hüpfenden Frequenzen lange, um Energie zu verlieren....

Noch etwas Drittes passiert: Einige Frequenzen und die Raumresonanzen sind nun leiser. Es gilt also, den Subwoofer wieder etwas lauter zu drehen - immer wieder Nachmessen! -, um den Pegelunterschied zum Hauptlautsprecher zu optimieren. Das bedeutet: mehr Direktschall vom Subwoofer, was das Gesamtbild trockener und präziser erscheinen lässt. Und stets wird man mehr Details hören: Die psychoakustischen Verdeckungseffekte von Frequenzüberhöhungen verringern sich.

DSPeaker 8033s

© Stereoplay

....Dämpft der EQ die dröhnenden Höcker, werden diese schlicht leiser; damit sinkt das störende Nachwummern im gleichen Verhältnis. Stimmt nur nicht ganz, denn der Direktschall - der unverfälschte Bass, der den Hörer ohne den Umweg über Raumreflexionen erreicht und der genau dem der Aufnahme entspricht - wird mit verbogen. Ein Kompromiss. Da das gesamte Klangbild leiser wird, muss man den Sub nun lauter drehen.

Das gilt immer, egal ob man die Filterung in einem Surround-Verstärker, mit einer Digitalmimik im Subwoofer selbst oder einem externen Prozessor vornimmt. Bei einer Aneinanderreihung von Filtern - beispielsweise von Audyssey im Verstärker und einem EQ im Subwoofer - sollte man stets am letzten Glied in der Kette beginnen.

Davon gibt es eine Ausnahme: die Übernahmefrequenz beim Bassmanagement im Verstärker. In aller Regel klingt es am besten, wenn man die Trennung Satelliten/Subwoofer von einem einzigen Filternetzwerk erledigen lässt, um maximale Symmetrie und Phasengenauigkeit zu erreichen.

Um eine doppelte Filterung zu vermeiden, muss man dann am Subwoofer entweder den ungefilterten Eingang verwenden (gerne "LFE" beschriftet) oder die höchstmögliche Übergangsfrequenz einstellen.

Wer sich an dieses Prozedere hält, der kommt zuverlässig zu einem präzisen, satten Sound. Man darf die Equalizer aber auch nicht überschätzen. Wunder können sie nicht bewirken. Ein guter Raum, eine gute Akustik sind immer die Basis. Die Equalizer sollten erst zum Einsatz kommen, wenn man noch ein oder zwei kleinere Probleme glattzubügeln hat.

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