Report

FH Aalen entwickelt HiFi

Die Fachhochschule Aalen erweist sich als audiophil: Sie entwickelt eine Phono-Vorstufe.

Phono-Stufe FH Aalen

© stereoplay

Phono-Stufe FH Aalen

Die Idee kam von Klaus Burosch . Der Mann, der auch schon für die TESTfactory etliche Bildtestmedien und -Verfahren ersonnen hat, ist in seiner Freizeit durchaus HiFi-affin und suchte nach einer optimalen Phono-Vorstufenlösung.

Bei eigenen Versuchen erkannte er, dass sich der beste Klang einstellt, wenn der Phono-Amp möglichst dicht am Plattenspieler sitzt, am besten noch drin. Doch er fand keine geeigneten Mini-Verstärker, die gleichermaßen gut und klein genug waren, um in seinem Thorens unterzukommen.

FH Aalen

© stereoplay

FH Aalen und Klaus Burosch zu Besuch bei stereoplay und TESTfactory

Doch Burosch hatte den Kontakt zur Hochschule Aalen , wo er in Thomas Schleicher und Thomas Rettenmaier zwei engagierte Studenten der Elektronik und Informationstechnik fand, die mit ihm das Projekt angingen. Das Ziel wurde so definiert: eine hochambitionierte, sehr gut klingende Phonovorstufe zu entwickeln, die auf kleinstem Raum sowie mit modernsten und rauschfreien Bauteilen aufgebaut ist.

Prototyp

© stereoplay

Der erste spielfähige Prototyp der Phonostufe

Die Studenten nutzten ihre guten Kontakte und durchforsteten den Markt nach den geeignetsten Kleinbauteilen. Sie wurden fündig - und sie sind immer noch erstaunt, dass diese OP-Amps im HiFi so wenig zum Einsatz kommen.

Ein erstes spielfähiges Modell ist bereits entstanden. Nur letzte Bauteil-Versuche stehen aus, und die Schaltung selbst wird nochmals deutlich kompakter. Ist diese Phase erst abgeschlossen, bringt sich auch stereoplay in die Entwicklung ein: Neben dem einen oder anderen technischen Detailvorschlag werden wir die Aalener beim Hörtest unterstützen, um zu schauen, welches Bauteil, welcher Schaltungszweig besser klingt.

Praxis: Bi- und Tri-Amping

Doch schon der jetzige Aufbau macht richtig Appetit: Das Netzteil ist Batterie-gespeist und die Rauscharmut der Schaltung beeindruckend. Was die Geschichte aber besonders interessant macht: Das Ganze ist als Open-Source-Projekt geplant. Die Baupläne sind frei, also auch für jeden Hersteller oder technisch versierten Fan zugänglich und umsetzbar.

Martin Rehberger und Professor Gerhard Seelmann

© stereoplay

Martin Rehberger und Professor Gerhard Seelmann

In eine zweite Forschungsarbeit bringt sich stereoplay noch stärker ein. Hier geht es um die Frage, wie groß die Gegen-EMK des Lautsprechers den angeschlossenen Verstärker beeinträchtigt und den Klang verschlechtert.

Hier soll mit Hilfe der LT-Spice-Software genau diese Rückwirkung simuliert werden. Der Aufwand ist gigantisch, weil für eine auch nur annähernd genaue Simulation die Verstärkerschaltung fast komplett mit jedem Bauteil eingegeben werden muss; eine Sisyphus-Arbeit, für die der federführende Student Martin Rehberger mit Professor Gerhard Seelmann gut einen Tag braucht - wenn die Schaltung einfach ist.

Kaufberatung: Digitale Vorverstärker im Test

Doch dieses Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Die ersten Simulationen endeten im Nichts. Es ist ein maßstabsetzendes Unterfangen und deshalb eben anspruchsvoll...

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

stereoplay High End 2011
stereoplay High End Guide 2011

In diesem Jahr vergleicht stereoplay auf der High End die besten und teuersten Phono-Vorstufen der Welt. Alle Teilnehmer sind mindestens 20.000 Euro…
Musica Ibuki
Testbericht

Die High-End-Minimalisten von Musica haben ihren schönsten Phono-Vorverstärker nach dem lokalen Hausberg "Ibuki" genannt. Ein…
Brinkmann Edison
Testbericht

Brinkmann setzt bei seiner neuen Phonostufe Edison (9000 Euro) auf klare Schaltungen, auf Röhren und Anschlussvielfalt. Ob dies ausreicht, um auch…
Pass XP-25
TEstbericht

Die neue Pass-Phono-Vorstufe hat Ambitionen. Die XP 25 will nicht nur in die Fußstapfen der XOno treten. Sie will der neue Maßstab sein.