In die Zukunft navigieren

Garmin + McGuider

Garmin Mobile XT

© Screens: naviconnect

Gewohntes Bild: Die Kartendarstellung von Mobile XT entspricht denen der mobilen Navis

Garmin hat als einer der größten Navi-Hersteller der Welt nicht nur mobile Navigation im Angebot, sondern auch setzt immer mehr auch auf das Handy als Navi-System.

Bereits 2002 hatten die Amerikaner mit Navtalk ein Mobiltelefon mit eingebautem GPS-Empfänger und Navi-Software am Start. Leider war dem Gerät in Deutschland kein nennenswerter Erfolg beschieden. Das dürfte dieses Jahr mit dem im Sommer erscheinenden Navi-Handy Nüvifone ziemlich sicher anders werden.

Für Windows- und Symbian-Handys

Bis dahin jedoch müssen Garmin-Fans sich jedoch nicht gedulden, denn die Handy-Software Mobile XT gibt es nach wie vor. Mobile XT wird per PC auf eine Speicherkarte überspielt, abhängig vom Platz kann man einzelne Länder oder ganz Europa installieren. Einfach die Karte ins Handy legen, die automatisch startende Installation abwarten - schon kann's losgehen. 89 Euro kostet der Spaß, Karten von ganz Europa inklusive.

Garmin Mobile XT

© Archiv

Garmin Mobile XT: Das Hauptmenü für Windows-Mobile-Geräte

Die Software lehnt sich optisch stark an die von den Nüvi-Geräten gewohnte Oberfläche an, fällt aber hausbackener aus. Da unser Test-Handy Nokia N73 keinen Touchscreen besitzt, muss man sich hier mit dem Joystick durch die umfangreichen Einstellmenüs zappen, was aber ganz gut klappt.

Etwas ungewohnt ist die Zieleingabe angelegt, bei der man erst umständlich ein Suchfenster öffnen muss. Allgemein entstehen hier und da mal ein paar Sekunden Pause, bis sich das System sortiert hat, aber im Großen und Ganzen ist die Handy-Umsetzung durchaus gelungen.

Routenberechnung könnte schneller sein

Eher langsam geht die Routenberechnung vonstatten; auch die akustische Qualität der kargen Sprachausgabe lässt zu wünschen übrig. Das Timing der Ansagen stimmt aber. Die Kartendarstellung passt sogar sehr gut auf das Handy-Display: Der sonst kritisierte Verzicht auf die Anzeige von Sonderziel-Symbolen sorgt hier für mehr Übersicht, die Karte überzeugt mit einwandfreier Grafik und angenehmer Perspektive im 3-D-Modus.

Schon bei den grundsätzlichen Funktionen setzt sich das Garmin-Programm also gut in Szene, aber Mobile XT kann noch mehr. So bieten die Amerikaner diverse Download-Dienste von der POI-Suche bis hin zu Verkehrsinfos an, die im Test jedoch noch nicht funktionierten.

Zudem versteht sich das System mit topografischen Karten, wodurch das Handy zum Outdoor-Lotsen wird. Und die clevere Tacho-Ansicht macht auf dem Fahrrad eine gute Figur. Insgesamt eine brauchbare Software mit Outdoor-Potenzial, aber ohne echte Highlights.

McGuider 2009

McGuider 2009

© Archiv

Farbenfroh: Die Kartendarstellung von McGuider ist ein Show

So einfach kann Handy-Navigation sein: Speicherkarte einlegen, Programm starten und das Ziel eintippen. Während der Offboard-User noch den Internetzugang konfiguriert oder Lizenzen registriert, ist man mit McGuider bereits auf Tour.

Schon beim Kauf zeigt McGuider, dass es anders ist: Es gibt nur eine einzige Version, 79 Euro, für Symbian- und Windows-Mobile-Handys inklusive Micro-SD-Card und Tele-Atlas-Karten von ganz Europa bis tief in den Osten - basta. Demnächst soll auch für Handys mit Festspeicher eine DVD-Version erhältlich sein. Die Kehrseite: Eine automatische Stauumfahrung gibt's nicht für Geld und gute Worte.

Freundlich bunt und funktional

McGuider 2009

© Archiv

Für TomTom-User bekannt: Die Streckenübersicht hat sich McGuider in Holland abgeguckt

McGuider erinnert mit seinen Menüs, der Kartendarstellung und diversen Funktionen frappierend an die Navigationsprogramme von TomTom. Tatsächlich überzeugt McGuider mit einfacher Bedienung, einzig ein paar Stabilitätsprobleme mussten die Tester bemängeln. Die klare, freundliche und bunte Darstellung ist jedoch sehr angenehm und trägt zum positiven Eindruck bei.

Auch die vielen sinnvollen Funktionen können sich sehen lassen: Spurassistent und Tempolimits werden angezeigt, die Karte scrollt überaus flüssig und wird in ausgezeichneter Qualität dargestellt. Sehr gelungen sind auch einzelne Funktionen wie zum Beispiel die Bearbeitungsmöglichkeit für Sonderziele, die umfangreichen Möglichkeiten zur Routenbearbeitung und die zahlreichen Zieleingabeverianten.

Grundsätzlich funktioniert auch die Zielführung hervorragend, wenngleich mit ein paar Einschränkungen: Die überarbeitete weibliche Stimme namens Doris ist viel freundlicher als ihre Vorgängerin und verkneift sich merkwürdige Formulierungen konsequent. Allerdings hatte das Programm den Hang, beim Falschfahren an verschiedenen Stellen wenden zu wollen - trotz der Einstellung "U-Turns vermeiden".

Rundum gefällige Darstellung

McGuider 2009

© Archiv

Praktisch: Die mitgelieferten POIs lassen sich bearbeiten

Ansonsten gefällt die Darstellung der Software rundum. Nur in der Stadt wird manchmal der Platz auf dem Display knapp, wenn neben den Tempolimits (die merkwürdigerweise nicht immer angezeigt werden) auch die Signpost-Schild- infomationen eingeblendet werden.

Der beim letzten Test (auto connect 3/2008) vermisste Feinschliff ist nun vorhanden, es bleibt nur bei den Routen und der Stabilität Verbesserungspotenzial - und bei den nicht vorhandenen Staumeldungen.

Doch mit alldem würde McGuider möglicherweise wie seine Konkurrenten kompliziert werden. Oder eben gerade nicht? Wir sind gespannt. 

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