Smart Home gut vernetzt

Selbst machen

Baukasten-Prinzip

Startpakete für ein smartes Zuhause gibt es schon ab etwa 250 Euro. Sie enthalten neben einer Funkzentrale zwei bis drei Zusatzgeräte wie Zwischenstecker zum Schalten und Dimmen von Lampen, Türsensoren, Rauchmelder oder Heizkörperventile. Durch Zukauf weiterer Komponenten a 30 bis 200 Euro ist das System jederzeit erweiterbar. Dabei entscheidet die Grundausstattung über die Ausbaumöglichkeiten.

Denn alle weiteren Sensoren oder Aktoren (so heißen die ausführenden Schaltgeräte) müssen zur Basis kompatibel sein. Das ist bei Hersteller-Systemen wie HomeMatic oder RWE SmartHome automatisch der Fall. Verwendet die Basis ein Funkprotokoll wie Z-Wave oder ZigBee, können sich Selbermacher auch aus den Zubehörkatalogen anderer Anbieter bedienen. Allerdings ist die Funktion dabei nicht hundertprozentig sichergestellt. Es gibt zum Beispiel Z-Wave-Produkte, deren Hersteller die Zertifizierung scheuen. Damit alles klappt, sollten Käufer auf die offiziellen Logos des jeweiligen Funkstandards achten.

Eine Sonderstellung nimmt QIVICON von der Deutschen Telekom ein. Als quasi offene Plattform benutzt die Zentrale zwar das HomeMatic-Protokoll, soll künftig neben ZigBee aber auch andere Standards beherrschen - durch Anstecken zusätzlicher Funk-Sticks am USB-Anschluss.

RWE Smarthome Gerätefamilie

© RWE

RWE SmartHome ist ein typisches Beispiel für Plug-and-Play-Systeme. Zur Basisstation (Mitte) gehören verschiedene Sensoren und Schalter.

Die Auswahl entscheidet

Vor dem Kauf eines Startpakets lohnt es sich deshalb, gründlich zu recherchieren. Manche Systeme haben ein eng umrissenes Anwendungsprofil. So ist Gigaset Elements auf die Überwachung der eigenen vier Wände spezialisiert. Zwischenstecker von AVM oder Plugwise können Geräte einund ausschalten oder den Energieverbrauch messen. Eine Heizungsregelung geht damit zum Beispiel nicht. Auch die Funkfrequenz hat Einfluss auf den Leistungsumfang.

So gibt es für Systeme im 433-Megahertz-Bereich kaum Heizkörperventile, für 868 MHz (etwa HomeMatic, Z-Wave oder ZigBee) dagegen schon. Außerdem ist der höhere Frequenzbereich weniger störanfällig, weil sich keine Amateurfunker darin tummeln.  Wer drahtlos per LTE im Internet surft, sollte mit der Smart-Home-Zentrale genügend Abstand zum LTE-Modem halten.

Installation ohne fremde Hilfe

Der größte Vorteil einer Baukasten-Lösung ist die einfache Montage. Zur Installation der Komponenten ist oft nicht einmal ein Schraubendreher nötig. Beim Umzug lassen sich die Geräte leicht abbauen und mitnehmen. Das gilt mit Einschränkungen auch für Unterputz-Bausteine oder Elemente im Sicherungskasten, wie es sie für viele Systeme ebenfalls gibt.

Gigaset Türsensor

© Gigaset

Der Gigaset Türsensor erkennt, ob jemand den Schlüssel benutzt oder gewaltsam einzudringen versucht; dann alarmiert er die App.

Am 230-Volt-Stromnetz dürfen aber nur ausgebildete Elektriker hantieren. Bedient wird das vernetzte Haus mit einer eigenen Fernsteuerung, über Funktaster an der Wand oder Apps am Smartphone und Tablet - häufig auch mit einer Kombination aus allen dreien. Damit die Regler und Sensoren tun, was sie sollen, werden sie an der Basis angelernt und den Räumen der Wohnung zugewiesen.

Dieses Setup erfolgt in der App oder am Computer und dauert je nach System und Größe der Anlage unterschiedlich lange. Ein Starter-Set ist in wenigen Minuten betriebsbereit. Sollen Rollläden abhängig von Temperatur und Sonnenstand das Wohnzimmer beschatten, können Hobby-Programmierer aber auch Tage oder Wochen damit zubringen. Anleitungen dazu gibt es vor allem im Internet.

Von Profis ist wenig Hilfe zu erwarten, weil Elektriker an Plug-and-Play-Systemen kaum etwas verdienen. Dafür spart der Bauherr: Für weniger als 2000 Euro lassen sich grundlegende Funktionen automatisieren - und ohne Folgekosten jederzeit ändern. Wichtig beim Vergleich: Manche Anbieter verlangen für die Nutzung ihrer App eine jährliche Gebühr.

RWE Smarthome Heizkörperthermostat

© RWE

Elektrische Heizkörperventile ersetzen den Thermostat. Sie eignen sich gut für einzelne Räume. Effizienter arbeitet eine Steuerung, die den Heizkessel mit einbezieht.

Typische Anbieter

  • Gigaset Elements = Anbieter: Gigaset Elements GmbH ; Sicherheitssystem mit Tür-/Fenstersensoren und Bewegungsmeldern; erkennt Einbrüche und schickt einen Alarm aufs Smartphone.
  • HomeMatic = Anbieter: eQ-3 AG; Leistungsfähige Lösung mit eigenem Funkstandard für Licht, Rollläden, Heizung und mehr. Für Profi-Installateure gibt es auch eine verkabelte Version (HomeMatic Wired).
  • Home Wizard = Anbieter: Home Wizard BV; Preiswerte Einsteigerlösung, die im etwas störanfälligen Frequenzbereich um 433 MHz funkt - bislang noch ohne Heizungsregelung.
  • QIVICON = Anbieter: Bitron, EnBW, Telekom, Vattenfall; Die QIVICON-Zentrale der Telekom unterstützt den Funkstandard von HomeMatic und über einen USB-Stick auch ZigBee. Weitere sollen folgen. Die Basis wird von einigen Firmen im Paket mit Sensoren und Reglern für Licht, Heizung oder Sicherheit verkauft. Der Funktionsumfang richtet sich nach der Smartphone-App des jeweiligen Anbieters.
  • RWE SmartHome = Anbieter: RWE Effizienz GmbH; Funksystem, das auf eQ-3-Technik basiert, aber nicht zu HomeMatic kompatibel ist. Der Nutzer muss kein Stromkunde bei RWE sein.
  • TapHome = Anbieter: EUROiSTYLE GmbH; Die Z-Wave-Basis mit Steckdosen-Adaptern zum Schalten und Dimmen ist Plug and Play. Darüber hinaus gibt es wie bei vielen Anbietern Unterputzmodule für Installationsprofis.

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