Smart Home gut vernetzt

Alles komplett vom Profi

Wer alle Freiheiten bei der Gebäudeautomatisierung haben will, kommt um ein leistungsfähiges Bussystem kaum herum. Vor allem KNX bringt gute Voraussetzungen für eine umfassende Vernetzung mit. Der ehemalige Instabus oder EIB ist lange genug am Markt, sodass es genügend erfahrene Partner gibt - und Hunderte von Firmen bieten dafür Produkte an, die alle zueinander kompatibel sind.

Typische Anbieter

  • Berker = System: KNX; Der Schalterspezialist fährt zweigleisig: Mit dem auf KNX-Funk basierenden System Berker.Net lassen sich Bussysteme auch drahtlos erweitern.
  • Busch-Jaeger = System: KNX; Der "Marktführer für Elektroninstallationstechnik" ermöglicht KNX-Steuerungen per Bus oder mit Powerline-Technik über das häusliche Stromnetz.
  • Crestron = System: Cresnet Bus, LAN; Kaum ein Gebäude-Automatisierer hat so viel Erfahrung mit Bild und Ton wie Crestron. Die Amerikaner vernetzen aber so gut wie alles - per Cresnet-Kabel oder via Funk.
  • Gira = System: KNX; Mit dem Homeserver hat Gira den Bordcomputer für Gebäude quasi erfunden. Er verbindet KNX und die TCP/IP-Technik - das machte viele Funktionen und eine Fernwartung erst möglich.
  • Issendorff = System: LCN; Das Local Control Network (LCN) ist ein Bus-system des Hard- und Software-Herstellers Issendorff KG und wird nur von diesem benutzt.
  • Jung = System: KNX; Touchscreen-Displays und andere Bediengeräte, Server, Apps und Multiroom-Verstärker: Jung reizt den Installationsbus KNX voll aus.
  • Merten = System: KNX ; Wie Berker, JUNG und andere setzt auch Merten einen Hutschienen-Server im Schaltkasten ein, um KNX-Häuser per App steuerbar zu machen.

So findet jeder Bauherr ein Lichtschaltersystem, das ihm gefällt, oder eine Türsprechstation, die zur neu verputzten Fassade passt. Außerdem gibt es Lösungen für jeden denkbaren Anwendungsfall - von der Alarmanlage, die sich beim Verlassen des Hauses selbst scharf schaltet, bis zum Koi-Karpfenteich, der je nach Temperatur und Sonnenstand die richtige Menge Fischfutter ausschüttet.

Nur eben kein System von der Stange: In der KNX-Welt ist jede Installation eine Maßanfertigung, die dem Gebäude auf den Grundriss geschneidert wird. Das muss nicht unbedingt eine Industriellen-Villa sein. Auch im Einfamilienhaus sind Bus-Installationen sinnvoll - wenn sie vernünftig geplant werden. Dafür kann es sich lohnen, einen Systemintegrator zu Rate zu ziehen.

So heißen Experten, die neben der Elektroinstallation auch andere Bereiche des intelligenten Hauses wie Heizung, Sanitär oder die Multiroom-Musikanlage im Blick haben. Eventuell ist auch ein anderer Bus wie etwa LCN besser geeignet. Heimkino-Fans schwören auf Crestron, weil der US-Anbieter besonders viel Erfahrung mit vernetzten AV-Geräten hat und sogar digitale HDMI-Signale über LAN- oder Glasfaserkabel im Haus verteilen kann.

Ganz so weit sind die KNX-Kollegen noch nicht. Allerdings bieten auch sie Multiroom-Verstärker mit Bussteuerung an oder bedienen Unterhaltungselektronik von Firmen wie Bang & Olufsen, Revox oder Sonos fern. Das geht teilweise sogar mit preiswerteren Lösungen (etwa von Loxone oder Mediola), ist dort aber eher die Ausnahme als die Regel.

Busch-Jaeger Welcome

© Busch-Jaeger

Türstationen wie Busch Welcome lassen sich in die KNX-Anlage integrieren. Das Bild der Kamera ist dann auf allen Bedienpanels und per Smartphone abrufbar.

Kabel oder Funk? Beides!

Als Rückgrat eines professionellen Bussystems dient die Datenleitung zwischen Schaltkasten und den einzelnen Räumen. Das liegt etwa daran, dass für eine effektive Vernetzung die sogenannten Aktoren, also Schalter oder Dimmer, am besten im Sicherungsschrank untergebracht sein sollten.

Ausgelöst werden sie dann von reinen Sensoren wie Tipp-Tastern, Temperaturfühlern oder Bewegungsmeldern in den Räumen. Die Arbeitsteilung macht große Anlagen beherrschbar und spart Kosten. Das kabelgebundene Bussystem lässt sich dann auch jederzeit mit drahtlosen Sensoren erweitern, die über ein Gateway für KNX RF, EnOcean, ZigBee oder einen anderen Funkstandard angebunden sein können.

Revox Re:system M100

© Revox

Die Multiroom-Anlage Re:system M100 von Revox empfängt Befehle auch von KNX-Systemen. Für Gira gibt es ein Plug-In, das die Steuerung direkt ins Bedienmenü des Hauses integriert.

Solche Schnittstellen, auch Koppler genannt, schlagen Brücken zu weiteren Netzwerken im Haus - etwa ins WLAN, damit ein Smartphone oder Tablet als Touchscreen dienen kann. Es gibt KNX-Gateways für die Lichtsteuerungssysteme DALI und DMX, für Alarm- und Klimaanlagen und zum Auslesen digitaler Stromzähler.

Ja selbst konkurrierende Buslösungen wie von Crestron oder Loxone lassen sich anbinden. Und wer Miele-Hausgeräte oder Bad-Armaturen von Dornbracht steuern will, findet bei Gira die passende Homeserver-Erweiterung. Außerhalb der KNX-Welt haben nur wenige Systeme - etwa digitalSTROM - so offenen Schnittstellen.

Ein Nervensystem fürs Haus

Diese Funktionsfülle hat natürlich ihren Preis. Eine KNX-Installation ist zwar auch für weniger als 10.000 Euro zu haben, doch meist spielt sie erst im fünfstelligen Bereich ihre Fähigkeiten voll aus. Wer Geld sparen will, kann für wenige Tausend Euro auch erst einmal die Infrastruktur legen lassen - als Nervensystem für das intelligente Haus. Der Ausbau kann dann nach und nach erfolgen.

Gira Control 19

© Gira

Touchpanels stellen die Funktionen eines KNX-Hauses übersichtlich dar. Die Bedienoberfläche wird vom Fachmann programmiert. Sollen Bewohner selbst etwas ändern können, muss dies vorgesehen sein.

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