Überblick

Wallet - Google drückt aufs Tempo

  1. Near Field Communication (NFC) - Bezahlen mit dem Handy
  2. Wallet - Google drückt aufs Tempo

Mit Visa, American Express und der Citibank hat Google schon einige große Finanzdienstleister ins Boot geholt. Noch steht der Service aber nur in Amerika zur Verfügung und funktioniert lediglich mit den von Samsung entwickelten Android-Smartphones Nexus S und Galaxy Nexus. Wann der Start in Europa erfolgen soll, ließ der Internetgigant bisher nicht verlauten.

In Deutschland treibt auf dem Finanzsektor vor allem die Sparkassen-Gruppe die Entwicklung voran: mit der kontaktlosen SparkassenCard, die sich bestens mit NFC-fähigen Android-Phones versteht. Die Google-Lösung dagegen stößt beim Sparkassenverband DSGV auf Bedenken: Der Leiter der Sparte Zahlungsverkehr, Wolfgang Adamiok, sieht die hohen deutschen Anforderungen an den Datenschutz nicht erfüllt.

NFC - Near Field Communication

© Archiv

Schneller und sicherer Austausch von Kontaktdaten.

Mancher Branchenexperte bezweifelt freilich, dass es die Banken oder Mobilfunknetzbetreiber im Ernstfall tatsächlich mit der Dynamik von Google & Co. aufnehmen können. "Ich habe das Gefühl, dass in der Bankenwelt die Bedrohung durch E-Wallets wie Google oder Paypal unterschätzt wird", kritisiert Dr. Jens Lütcke, Chief Financial Officer des Zahlungssystemspezialisten Payment Network. Als großen Hemmschuh für die Einführung von NFC-Diensten betrachtet er die klassische Henne-Ei-Problematik: "Neben den hardwaretechnischen Voraussetzungen auf der Endkundenseite brauchen wir genügend Akzeptanzstellen im Handel. Dort wird aber erst richtig investiert, wenn die Systeme einen gewissen Verbreitungsgrad besitzen."

Bahn setzt Impulse

Ermutigende Erfahrungen mit NFC liegen hierzulande vor allem aus dem Ticketverkauf vor. So hat die Deutsche Bahn ihr Fahrkarten-Pilotprojekt Touch & Travel, an dem auch Samsung beteiligt ist, 2011 in den Regelbetrieb überführt. Es funktioniert mit NFC-Handys, aber auch mit anderen Mobiltelefonen, die über einen GPS-Empfänger für die Positionsbestimmung verfügen. Die passende App ist beispielsweise im Android Market kostenlos zu haben. Alternativ kann man auch einen speziellen QR-Code vom Fahrplan abfotografieren. Aktuell sind bei der Bahn ungefähr 10 000 Kunden als Touch & Travel-Nutzer registriert. Wenn es erst mal genügend Telefone mit NFC-Chip gibt, wird dieser Bahnservice sicher zügig an Popularität gewinnen.

Schnellere WLAN-Einwahl

NFC bietet aber nicht nur beim Bezahlen oder Infoabruf handfeste Vorteile. Auch die Nutzung von WLAN-Hotspots an öffentlich zugänglichen Orten wie Hotel-Lobbys oder Airport-Lounges wird durch die Funktechnologie vereinfacht. Bisher ist für den mobilen Abruf von E-Mails, das Laden von Daten oder das Surfen im Internet ein sperriges Passwort vonnöten, um ausreichend Schutz vor Hacker-Angriffen zu bieten. Künftig kann  die nötige Sicherheitsinformation zur Einwahl über die NFC-Schnittstelle ausgelesen und danach automatisch die Verbindung ins Web hergestellt werden - ohne lästige Eingaben auf der Handy- oder Tablet-Tastatur. Die NFC-Technologie wird also die mobile Einwahl ins Netz erheblich beschleunigen.

Sicherheitsplus für Communitys

NFC - Near Field Communication

© Hersteller

Das Samsung Wave 578 bringt schon ab Werk einen NFC-Chip mit und ist deshalb bei vielen Nahfunk-Projekten im Angebot.

Und noch ein wichtiger Vorteil der Nahfunk-Netzwerke, wenn sie erst einmal flächendeckend verbreitet sind: Für den sicheren Umgang mit Kontakten auf Facebook, Wer-sucht-wen oder Xing bieten sich NFC-Verbindungen geradezu an. Das Face-to-Face-Networking ermöglicht den direkten Datenaustausch in wenigen Sekunden - einfach durch das Aneinanderhalten zweier Handys.

Für viele Technikfans in Fernost sind solche Annäherungsversuche schon ein alter Hut: In Japan  ist die NFC-Technologie längst etabliert. Mehr als 50 Millionen Mobiltelefone sind mit der entsprechenden Smartcard ausgerüstet, die fast überall akzeptiert wird - vom öffentlichen Nahverkehr in zahlreichen Städten bis zu den Luxustempeln der Ginza, Tokios Einkaufsmeile Nummer eins.  

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