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Pisten-Hightech GPS-Sensor für die Skibrille

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GPS-Sensor für die Skibrille
GPS-Sensor für die Skibrille
Einfach über die Piste brettern war gestern – dank GPS-Sensor für die Skibrille weiß man jetzt immer genau, wie schnell man wo abfährt.

Autonavigation ist keine Besonderheit mehr, auch für den Fußgänger gibt es diverse Geräte, die einen im Großstadt- oder echten Dschungel zum Ziel führen. Nun hat die kanadische Firma Recon Instruments ein GPS-System für Skifahrer auf den Markt gebracht. Das "Mod Live-System" kann nicht nur Positionsdaten bestimmen, sondern auch das Smartphone mit einbinden. connect hat das Snowboard angeschnallt, die Brille aufgesetzt und die Sache im Skigebiet Saalbach-Hinterglemm in Österreich ausprobiert.

Auspacken, einsetzen, los!

Billig ist der Spaß nicht: Das Mod Live-System kostet stolze 360 Euro. Dazu muss man eine kompatible Brille kaufen, in die man den digitalen Lotsen einsetzen kann. Renommierte Hersteller wie Scott, Smith, Uvex und Alpina bieten solche Brillen an. Der Einbau bei der Alpina R-Tech für 140 Euro ging recht einfach vonstatten: Links und rechts finden sich spezielle Aussparungen, in denen sich Akku und GPS-Sensor samt Bildschirm verstauen lassen. Um das Verbindungs­kabel zu verlegen, wird das Glas der Brille entfernt.

Die eigentliche Inbetriebnahme verläuft noch einfacher. Über einen seitlichen Knopf startet das Android-basierte System. Dann verbindet sich die mitgelieferte Fernbedienung, die per Klettband am Arm  befestigt wird und sich dank großer Tasten auch mit Handschuhen prob­lemlos bedienen lässt, auf Knopfdruck automatisch via Bluetooth mit der Brille. Neben der Steuerung hat das Bedienteil auch einen Temperatursensor integriert, dessen Angaben jedoch nicht ganz exakt gerieten – möglicherweise, weil er am Arm anliegt.

Herzstücke

Herzstücke

Bildschirm und GPS-Modul (links) sind über Kabel mit dem Akku (rechts) verbunden, die Fernbedienung (Mitte) steuert das System.

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Bevor es losgeht, muss noch der Bildschirm justiert werden, der sich unten links in der Brille befindet – und zwar soweit unten, dass er beim Fahren nicht stört. Das LC-Display besitzt eine Auflösung von 428 x 240 Pixeln. Dank einer Vergrößerungslinse soll das Bild eine virtuelle Größe von 11 Zoll haben. Ob das genau stimmt, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall lässt sich alles gut erkennen. Auf dem Bildschirm erscheinen verschiedene Apps – über das Dashboard lassen sich Daten in Echtzeit anzeigen, darunter die Geschwindigkeit, die Höhe oder eine Stoppuhr. Je nach Gusto kann man zudem verschiedene Ansichten nutzen. Der Tacho ist so gut ablesbar, dass sich auch während der Fahrt ein Blick riskieren lässt. Dass dabei auch immer wieder die Geschwindigkeitsrekorde eingeblendet werden, macht diese Funktion für sportlich ambitionierte Fahrer natürlich besonders interessant. Dank Beschleunigungssensor zeichnet die Brille zudem Sprünge und deren Weite auf.

Positionsbestimmung inklusive

Nützlich ist auch die Navigationsfunktion, die sich in mehr als 600 Skigebieten weltweit auskennt. Mit ihr kann man sich zwar nicht an ein Ziel führen lassen, aber man sieht, wo man sich befindet. Praktisch ist die Möglichkeit, einen Pin zu setzen, etwa um einen Sprung im Gelände wiederzufinden. In die etwas schlicht gestaltete Karte lässt sich die Geschwindigkeit einblenden. Ausgerichtet wird die Karte in Fahrtrichtung, wobei der Kompass-Sensor etwas zu prompt und damit zu unruhig agiert– vor allem für Snowboardfahrer, die eher in Schwüngen als in Schussfahrt unterwegs sind.

Mit dem Handy verbunden

Die Besonderheit des Live-Systems ist die Verbindung mit dem Smartphone via Bluetooth. So lässt sich beispielsweise Musik vom Handy abspielen. Praktisch ist auch die optische Anzeige von SMS-Nachrichten oder Anrufen in jedem Modus, die man – ein Headset vorausgesetzt – auch annehmen kann. Die kostenlose Smartphone-App gibt es bislang nur für Android, an einer Apple-Version wird gearbeitet. Über das Smartphone ist auch der „Buddy-Tracking“-Dienst nutzbar, der miteinander verknüpfte Personen inklusive Entfernung voneinander auf der Karte anzeigt. Dazu muss man im Gegensatz zur Navigation mit dem Smartphone online gehen, was vor allem im Ausland teuer sein kann. Durch die Verbindung mit dem Smartphone ergab sich kein höherer Akkuverbrauch des Systems. Mit rund sechs Stunden reicht es nicht ganz für einen kompletten Skitag. Der Spaßfaktor ist trotz kleiner Schwächen in jedem Fall enorm, dank Auswertungsmöglichkeiten auch noch nach der Abfahrt beim Après-Ski.

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