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Mobilfunk Der große connect Netztest 2008

von Bernd Theiß
Netztest 2008
T-Mobile, Vodafone, O2, E-Plus: Der Mobilfunk soll nach dem  Willen der vier großen Netzbetreiber jederzeit eine gute Verbindung garantieren. Der große connect-Netztest 2008 zeigt, ob sie bei diesem Anspruch schwächeln oder ob sie ihm gerecht werden.

Wenn sich Adam Korzekwa von Frankfurt Richtung Stuttgart chauffieren lässt, hebt sich sein Blick nur selten vom Notebook-Display. Mit voller Konzentration verfolgt er sich schnell ändernde Listen mit langen Zahlenkolonnen, zwischen denen schaltet er regelmäßig um. Wer jetzt aber vermutet, Adam Korzekwa sei ein Investment-Banker, der seinem  kunstvoll aufgebauten Finanzgebilde beim Zusammenbrechen zuschaut, der irrt.

Korzekwa kontrolliert, ob die neun Messrechner – je vier für Sprach- und für Datenverbindungen und einer zum Scannen vorhandener Mobilfunknetze – korrekte Daten an die beiden ebenfalls im Messfahrzeug installierten Server ausgeben. Denn die connect-Leser wollen schließlich genau wissen, welches Netz das beste ist.

Wer das untersuchen will, muss telefonieren, Webseiten aufrufen, Dateien herunterladen sowie E-Mails senden und empfangen, das alles natürlich möglichst oft und mit genau protokollierten Ergebnissen. Da ist Automatisierung dringend nötig, und da die benutzten computerisierten High-Tech-Messgeräte auch einmal abstürzen können, ist kompetente Überwachung Pflicht.

Das Testprogramm

Beim Testprogramm setzt connect auf die bewährte Zusammenarbeit mit den Aachener Mobilfunkspezialisten von P3 Solutions. Dabei standen neben Verfügbarkeit und Sprachqualität der Netze und neben Websurfen auch andere beliebte Datendienste im Fokus. So stellt schon der E-Mail-Empfang durch seine besonderen Protokolle noch einmal ganz andere Ansprüche an die Netze, wie der vorliegende Test beweist.

Netztester Adam Korzekwa (links im Bild) im Gespräch mit connect-Redakteur Bernd Theiss
Netztester Adam Korzekwa (links im Bild) im Gespräch mit connect-Redakteur Bernd Theiss ©

Und viele Anwender wollen nicht nur eingehende E-Mails lesen, sondern sie auch beantworten, zum Teil mit großen Dateien als Anhang. Den dafür günstigen Standard HSUPA bietet jedoch längst nicht jeder Netzbetreiber. Wir haben daher auch getestet, wer beim Datenversand die Nase vorn hat.

Vorgaben durch In-Touch

Sensibilisiert durch die In-Touch-Studie aus Heft 9/2008 wurde diesmal verstärkt im ländlichen Raum abseits der Autobahnen und Bundesstraßen gemessen, denn hier deckte die In-Touch-Studie, bei der über 400 Nokia-Handys von Lesern per Software als Messgeräte ausgerüstet waren, die größten Schwächen auf – diesen Umstand wollte connect jetzt mit dem Netztest noch einmal überprüfen, um die besonderen Stärken und Schwächen der Netzbereiber noch detaillierter herauszuarbeiten.

Doch auch die generell gut ausgebauten Städte haben ihre kritischen Momente. Wie In-Touch zeigt, liegen die besonders in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden, wenn an belebten Standorten die Mobilfunkauslastung in die Höhe schnellt.

Daher hat sich unser Partner P3 Solutions bei der Planung bemüht, die Messungen in den Großstädten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart in die kritischen Zeiträume zu rücken, stationäre Messungen an als neuralgisch erachteten Orten innerhalb der Städte rundeten dabei die Suche nach Schwächen in den Netzen ab.

Dass mit einer derart akribischen Arbeit Qualitätsunterschiede zwischen den Netzbetreibern zu finden sind, dürfte niemand bezweifeln. Dass sich  jedoch bei unterschiedlichen Anforderungen zum Teil sogar unterschiedliche Empfehlungen geben lassen, zeigt, wie differenziert der Netztest die guten und die schlechten Seiten der Netzbetreiber herausarbeiten kann.

Tipp: Im Unterbeitrag "So testet connect" dieses Themen-Specials haben wir übrigens Sprachsamples bereitgestellt, mit denen Sie den Grenzwert für Sprachqualität in Mobilfunknetzen einmal selbst beurteilen können.

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