Josefine Milosevic

11. Mai 2010
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Ratgeber: Handy-Flatrates

Handy-Flatrates

Plaudern bis der Arzt kommt, ohne einen Gedanken an die Rechnung zu verschwenden? Die neuen Handy-Flatrates  machen's möglich. Doch lohnt sich die Sache unterm Strich? 

Das sind die Tugenden von heute? Wenn es nach der Mobilfunkindustrie geht, ist der moderne Mensch flexibel, immer auf dem Sprung und äußerst kommunikativ.

So wird die Branche nicht müde, für Dauertelefonierer, die ihr Handy nur zum Schlaf aus der Hand legen, neue Angebote zu schnüren: Neben Minutenpaketen mit einem Megabudget von 1000 Inklusivminuten gibt's nun auch Handy-Flats fürs Telefonieren bis zum Abwinken. 

Dabei preschen die E-Plus-Tochter Base und überraschenderweise der DSL-Anbieter Freenet vor: Beide offerieren eine komplette Sprachpauschale für unlimitiertes Plappervergnügen. Bei Base werden die Flats übrigens wie die berühmten Brezeln gebacken: Nachdem die Düsseldorfer erst im März mit »Base 1«, der Sprachpauschale für Anrufe ins Festnetz, ihr Portfolio erweitert haben, folgte ein paar Wochen später mit »Base 5« der zweite Streich: Für einen Monatspreis von 90 Euro sind unbegrenzte Gespräche in alle deutschen Netze möglich - fest oder mobil.

Das Freenet-Pendant »Free Flat XL« kostet einen Euro weniger im Monat und funkt im O2-Netz. Was bei beiden Offerten nicht inklusive ist: SMS, die mit 19 Cent pro Nachricht extra berechnet werden. Wer zur Flatrate noch ein subventioniertes Handy will, zahlt bei beiden Anbietern bis zu zehn Euro mehr. Doch auch ohne sind 90 Euro im Monat eine Stange Geld. Für wen lohnt sich's?   

Komplett-Flats rechnen sich ab 50 Stunden

Eigentlich nur für absolute Powernutzer: Im Vergleich zu den Angeboten der Mobilfunkkonkurrenz rechnen sich die neuen Komplett-Flats erst ab einem Telefonaufkommen von knapp über 50 Stunden im Monat - wenn man davon ausgeht, dass der Handynutzer jeweils ein Drittel ins Festnetz, netzintern und in Fremdnetze telefoniert (siehe dazu auch Diagramm 2).  Und was ist mit den sogenannten Handy-Flats der Konkurrenz? Die Angebote von T-Mobile (Max), Vodafone (Superflat), O2 (Genion L) und Mobilcom (Big Flat) sind auf den ersten Blick bis zu 60 Euro günstiger pro Monat.

Doch dafür bieten sie auch weniger: Im Pauschalpreis sind Gespräche ins Festnetz und netzintern inbegriffen, für Calls in andere Handynetze fallen extra Gebühren an - und das nicht zu knapp: Während T-Mobile, Vodafone und Mobilcom 29 Cent pro Minute für Fremdnetzanrufe kassieren, begnügt sich Base bei seinen begrenzten Flats mit 25 Cent die Minute. Am fairsten zeigt sich O2: Die Münchner verlangen fürs Fremdgehen 19 Cent die Minute.

Gut für Simser: Bei T-Mobile und Vodafone ist der netzinterne SMS-Versand im Monatspreis inklusive. Verschickt ein Nutzer 100 Textnachrichten im Monat, davon die Hälfte im eigenen Netz, sind die D-Netz-Betreiber am Zug - wer zudem rund zehn Stunden im Monat telefoniert, ist bei T-Mobile und Vodafone klar günstiger dran als bei Base und Freenet. Zudem bieten T-Mobile, Vodafone und O2 eine Festnetznummer für günstige Erreichbarkeit.

1000 Minuten oder Komplett-Flat?

Wie schneiden die Komplett-Flats im Vergleich zu den Mammut-Minutenpaketen ab? Wer mit dem Relax-Tarif-1000 telefoniert, fährt bis rund 18 Stunden für 88 Euro Fixpreis ähnlich wie bei Base und Freenet. Wer mit den 1000-Minutenpaketen fünf Stunden länger plaudert, zahlt jedoch drauf - mit 160 Euro fast doppelt so viel wie bei den Komplett-Flats.


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