Apps fürs Heimnetzwerk

WLAN-Router mit dem Smartphone kontrollieren

Hersteller von Heimnetz-Routern bieten inzwischen Router-Apps an. Diese ermöglichen, Statusinformationen des Routers im eigenen Heimnetz abzufragen und bestimmte Konfigurationen vorzunehmen. Manche dieser Apps sind zusätzlich mit einem speziellen Onlinedienst des Herstellers verknüpft und erlauben so die komfortable Einrichtung eines Fernzugriffs auf den Router. 

Dieser Dienst funktioniert auch dann, wenn man unterwegs aus dem Mobilfunknetz auf den Heimnetzrouter zugreifen möchte – ganz ohne komplizierte Einstellungen wie Port-Weiterleitungen oder Dynamisches DNS vornehmen zu müssen. Der Netzwerkhersteller TP-Link (www.tp-link.de) richtet sich mit seiner Router-App „Tether“ (Android, iOS) vornehmlich an die Bedienung des Routers innerhalb des eigenen Netzwerks. 

TP-Link Tether App

© TP-Link

Die App Tether von TP-Link visualisiert das Heimnetz mit allen verbundenen Geräten in einer Grafik.

Über Tether lassen sich verschiedenste Router-Einstellungen direkt am Smartphone vornehmen, und die App bietet einen schönen grafischen Überblick über alle mit dem TP-Link-Router verbundenen Clients. Falls gewünscht, lässt sich sogar der Netzwerkzugriff einzelner Clients direkt aus der Grafik heraus blockieren. Sogar die Ersteinrichtung des Routers kann man mit Tether komplett am Smartphone abwickeln. 

Ähnliche Einstellungsmöglichkeiten inklusive der Router-Ersteinrichtung bietet die App „Asus Router“ (Android, iOS) des Herstellers Asus (www.asus.com). Hier gibt es zwar kein Heimnetzschaubild, dafür aber sehr schicke Grafiken zu Systemleistung und aktuellem Datenverkehr.

ASUS_Router_Ersteinrichtung_App

© ASUS

Mit der Asus-Router-App übernimmt man die Ersteinrichtung des Routers ganz ohne PC.

Die Asus-Router-App erlaubt auch die Einrichtung eines Fernzugangs auf den Router. Doch leider funktioniert dieser nicht bei DS-Lite-Anschlüssen. Hierzu muss der Router-Hersteller Ihnen dann einen speziellen Verbindungsdienst (Relay-Server) bereitstellen.

Komfortabler Fernzugriff 

Einer der ersten Hersteller, der seine Heimnetz-Router mit einer DS-Lite-tauglichen Fernzugriffs-App ausstattete, war Linksys (www.linksys.de) mit seiner App „Smart Wi-Fi“ (Android, iOS). Für den Zugriff registriert man sich nur einmal aus dem LAN des Routers beim Linksys-Smart-Wi-Fi-Dienst und kann sich dann über einen Benutzernamen und das zugehörige Passwort von jedem Internetzugang aus bei seinem Router anmelden – sogar aus dem Mobilfunknetz, wenn zu Hause ein DS-Lite-Zugang geschaltet ist. 

Netgear (www.netgear.de) bietet mit seiner App „Genie“ (Android, iOS) ebenfalls einen komfortablen Fernzugang mit Relay-Server-Dienst an. Nach einer Anmeldung ist der Netgear-Router für die Fernsteuerung per App verfügbar. 

Darüber hinaus bietet die Genie-App neben diversen WLAN-Einstellungen auch die Möglichkeit, direkt die im Router integrierte Kindersicherung zu konfigurieren, die WLAN-Abdeckung in den eigenen vier Wänden auszumessen oder dynamisches QoS (Quality of Service, also eine Art Priorisierung) für Onlinespiele und Videostreaming zu aktivieren.

Netgear Genie App dynamic QoS

© Netgear

Die Genie-App von Netgear lässt unter anderem WLAN-Einstellungen und die Aktivierung des dynamischen QoS, also eine Bandbreitenbeschränkung, zu.

Dynamisches Routermenü

Doch ist für den Smartphone-Zugriff auf die Routereinstellungen nicht zwangsläufig eine App erforderlich. Mit der entsprechenden Technik lässt sich das Routermenü auch im Smartphone-Browser komfortabel bedienen. 

In seinen aktuellen Fritzbox-Routern setzt AVM (www.avm.de​) ab der Firmware-Version FritzOS 6.50 auf ein sogenanntes responsives Design des Routermenüs. Dabei passt sich dieses im Browser automatisch an die Displaygröße des Clients an. So lässt sich das komplette Fritzbox-Menü im Browser des Smartphones aufrufen – und ist dennoch sehr gut bedienbar, da sich die Aufteilung des Menüs dynamisch an den Smartphone-Screen anpasst. 

AVM MyFritz! App

© AVM

Mit der MyFritz!-App von AVM hat man einen bequemen Zugriff auf das Routermenü. Die VPN-Verbindung ins Heimnetz funktioniert jedoch vorerst nicht über DS-Lite (IPv6).

Problemkind DS-Lite 

Darüber hinaus bietet AVM über seine neue „MyFritz App 2“ (Android) auch eine Möglichkeit, direkt auf das Fritzbox-Heimnetz zuzugreifen. Da diese Verbindung nicht über einen Relay-Dienst, sondern über eine Direktverbindung zwischen Smartphone und dem VPN-Server im Modem-Router abgewickelt wird, klappt der Fernzugriff leider nicht an einem DS-Lite-Zugang. 

Denn VPN-Verbindungen funktionieren aktuell noch nicht über das IPv6-Protokoll von DS-Lite. Der Fernzugriff auf die Routeroberfläche der Fritzbox bei DS-Lite funktioniert jedoch, sofern der Mobilfunkanbieter des Smartphones bereits IPv6 unterstützt.​

​Allerdings hatte die neue My Fritz App in unserem Smartphone (LG Nexus 5X​) Probleme, das Routermenü der Fritzbox samt IPv6-Adresse und HTTPS-Port im Standard-Browser des Smartphones zu öffnen. Doch sollte dieses Problem bald behoben sein, da AVM ständig Updates für seine App liefert.​

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