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Historie: Ja, wo stehen sie denn?

Seit den 1990er-Jahren versuchen findige Köpfe, über den Verkehrsfunk hinauszudenken. Seine Staupredigten für alle nerven, sind inaktuell und schlicht nicht mehr praktikabel. Über die Entwicklung zuverlässiger Verkehrsinformationen:

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Verkehrsinformationssystem HD Traffic von TomTom und Vodafone

sammelstelle: sensoren an autobahnbrücken erfassen den verkehrsfluss.

Ein genialer Ansatz war, sogenannte Zielführungssysteme (heute sagt man einfach Navis) mit Verkehrsinformation zu versorgen und den Autofahrer mit einer Alternativrouten um Staus herumzuführen.

Die Radiosender schicken ihre Verkehrs­informationen über den digitalen UKW-Unterkanal „Traffic Message Channel" (TMC) an alle TMC-fähigen Navigationssysteme, die ihre Routenempfehlungen dann nach diesen Infos gestalten.

Damit ist TMC schneller als der an Sendezeiten gebundene Radiosprecher und man bleibt über den Verkehr auf dem Laufenden, ­ohne Radio zu hören. Trotzdem wissen regelmäßige TMC-Nutzer, dass Theorie und Praxis dieses kostenlosen Staudienstes weit auseinanderklaffen.

TMC: langsam und unpräzise

Von einem Unfall und einem daraus resultierenden Stau bis zu einer ankommenden TMC-Information vergeht einfach zu viel Zeit: Tests der DEKRA zeigten, dass im Idealfall zwischen 50 und 60 Minuten vergehen, bis die angeschlossenen Navis auf dem neuesten Stand sind. So steht man entweder in noch nicht gemeldeten Staus oder beteiligt sich an der Gründung neuer auf überfüllten Landstraßen neben leeren Autobahnen.

Dazu kommen falsche Staulängen und eine große Zahl nicht oder falsch gemeldeter Störungen. Böse Zungen sprechen von „TMC-Classic“. Bald erkannte man, dass sich diese Informa­tionsmethode nicht entscheidend verbessern lässt. Verlässliche, automatisch in Echtzeit erhobene und weitergeleitete Daten mussten her.

Die DDG als Vorreiter

Die Telekom (später T-Mobile und T-Systems) und Mannesmann (seit 2001 Voda­fone) waren Vorreiter im großangelegten Aufbau neuer Informationsquellen. Um ihren Erfahrungsschatz zu bündeln, gründeten sie 1997 als Joint Venture die DDG Gesellschaft für Verkehrsdaten. Seit 2005 ist die DDG 100-prozentige Tochter von T-Systems und nutzt im Kern zwei Quellen, um präzise Daten zu generieren: SES (Stationäres Erfassungs-System) und FCD (Floating Car Data).

Bei SES sammeln Sensoren vornehmlich an Autobahnbrücken und Induktionsschleifen im Straßenbelag Verkehrsflussdaten – sogar unterschieden nach PKWs und LKWs – und leiten sie an eine Zen­trale weiter.

Ist SES ein externes System, ähnlich einer intelligenten Zählmaschine, werden bei FCD die Fahrzeuge zu Sensoren. Floating Car Data sind Informationen zu Standort und Geschwindigkeit von Fahrzeugen mit Telematik-Endgeräten, die aus dem Fahrzeug anonymisiert der FCD-Zentrale gemeldet werden.

Entscheidend ist das Zusammenführen, Überprüfen und Ergänzen aller Daten. Denn es muss schnell gehen. Deshalb wird das Gros aller Infos computergestützt auf Plausibilität geprüft und mit ausgeklügelten statistischen Verfahren aufbereitet.

Seit 2007 ist es sogar möglich, zunehmende oder ablaufende Staus anzuzeigen. Die Verkehrsredaktion der DDG kontrolliert die gesamte Datenverarbeitung und ergänzt die maschinell gesammelten Infos um Material von Polizei und Lan­desmel­destellen.

Diese schnelle und verlässliche Verkehrsinformation für Autobahnen wird als TMC-Pro über private Radiosender verschlüsselt verbreitet und ist nur mit geeigneten Endgeräten nutzbar. Dass die Entwicklung weitergeht, zeigt HD Traffic.

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