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connect


Jan Spoenle

11. Mai 2010
HTC Touch Dual im Dauertest: HTC Touch Dual im Dauertest Bild vergrößern 486 486 http://img2.magnus.de/Dauertest-HTC-Touch-Dual-r486x486-C-1524abbe-23293291.jpg
Dauertest

HTC Touch Dual im Dauertest

Ist Windows Mobile nur etwas für Business-Kunden? Nicht bei HTC: Der Touch Dual möchte auch für "Otto Normalnutzer" ein alltagstaugliches, einfach bedienbares PDA-Phone sein. Ob das gelingt, klärt der connect-Dauertest.

Denn aufgrund seiner samtig-weichen Oberfläche und der abgerundeten Form ist der kleine Schwarze ein echter Handschmeichler und findet sogar in größeren Hosentaschen noch bequem ein Plätzchen, was Windows-Mobile-Geräten sonst nur selten gelingt.

Der eigentliche Clou am Touch Dual ist jedoch die von HTC „TouchFLO" getaufte, alternative Benutzeroberfläche, die Privatkunden den Einstieg in das oft kompliziert zu bedienende Mini-Windows erleichtern und den Einsatz des Stylus auf dem Touchscreen bei alltäglichen Aufgaben weitgehend unnötig machen soll.

Bedienbarkeit ist Trumpf

Wer jetzt denkt, dass TouchFLO nichts anderes als HTCs Reaktion auf das iPhone sei, liegt gründlich daneben: Schon als das Kult-Handy von Apple lediglich ein Gerücht war, hat man sich bei HTC Gedanken über eine einfachere Bedienung für Windows Mobile gemacht.

Und was liegt schon näher, als die meist mit Touchscreen ausgestatteten Modelle des Unternehmens mit dem Finger zu bedienen? So war der erste „Touch" bereits vor dem Deutschlandstart des iPhones auf dem Markt, und sein Nachfolger hat bereits einige Verbesserungen unter der Haube. Doch wie genau funktioniert TouchFLO denn nun im Alltag, und wie bewährt sich das System im Dauertest?

3D-Würfel und Zoom-Feature

Dauertest HTC Touc Dual
Bild vergrößern 400 354 http://img3.magnus.de/Dauertest-HTC-Touc-Dual-r400x354-C-6824f480-23295021.jpg Uneinheitlich: Das HTC Touch Dual gibt es mit zwei verschiedenen Tastaturen © Fotos: Hersteller
© Fotos: Hersteller

Uneinheitlich: Das HTC Touch Dual gibt es mit zwei verschiedenen Tastaturen

Zunächst macht sich TouchFLO nicht offensiv bemerkbar: Zwar hilft auch das HTC-Today-Plugin auf dem Startbildschirm, viele Features mit dem Finger anzuwählen, doch das eigentliche TouchFLO-Programm erscheint erst nach einer vertikalen Fingerbewegung über den Bildschirm – und wirft sogleich einen 3-D-Würfel auf den Bildschirm.

Der bietet mit großen und damit per Finger anwählbaren Flächen Zugriff auf eine Kurzwahlliste, in der – sofern vorhanden – das entsprechende Kontaktfoto angezeigt werden kann. Dreht man den Würfel mit einer horizontalen Bewegung nach rechts oder links, treten weitere Shortcuts zu Multimedia-Funktionen, Kommunikationsfeatures wie SMS und E-Mail oder zum Browser in Erscheinung.

Damit schafft es HTC tatsächlich, dass der etwas klein und fummelig geratene Stift für einen schnellen Anruf oder den Aufruf einer Nachricht meist in seinem Köcher stecken bleiben kann. Doch TouchFLO bietet noch weiteren Komfort: Befindet man sich etwa im Fotoalbum, so kann in Bilder ähnlich wie beim iPhone durch eine Geste hineingezoomt werden – indem man den zu vergrößernden Bereich mit dem Finger umkreist.

Daneben bietet der Touch Dual bereits beim Aufschieben des Sliders eine wiederum per Finger anwählbare Liste an möglichen Aufgaben wie „Neue E-Mail" oder „Neuer Termin“, was aber durchaus nerven kann, wenn man etwas anderes tun möchte und nun zunächst die Liste wegklicken muss. Dennoch sind die meisten Nutzer von TouchFLO und der damit einhergehenden Vereinfachung der Bedienung begeistert: „Die Touch-Oberfläche finde ich total genial“, konstatiert etwa „Deadman" im connect-Forum.

Ein Konzept, aber drei Modelle

Hardwareseitig herrscht ebenfalls Vielfalt beim Touch Dual: Neben dem Original von HTC gibt es noch den O2 Xda Star und den MDA Touch Plus. Letzterer verzichtet zugunsten von Funktionstasten auf die sonst übliche doppelt belegte Tastatur, an der manche Benutzer ohnehin nur wenig Freude haben: „Eine vollständige QWERTZ-Tastatur wäre mir lieber“, so connect-Redakteur Michael Peuckert.

Und in der Tat: Kombiniert mit den sechs verschiedenen Eingabemethoden, die Windows Mobile zur Verfügung stellt und von denen gleich zwei für die doppelt belegte Tastatur geeignet, aber grundverschieden sind, gerät die Texteingabe in den ersten Tagen zum Geduldspiel.

Nach einiger Eingewöhnung lässt sich damit zumindest so flott tippen wie mit einem normalen Handy – echte Vorteile bringen die Möchtegern-QWERTZ-Tasten eher weniger. Positiv hingegen die Idee von T-Mobile: Dank der Windows-Taste lässt sich der MDA Touch Plus wesentlich besser mit einer Hand bedienen als seine Brüder.

Licht und Schatten

Dauertest HTC Touc Dual
Bild vergrößern 400 600 http://img2.magnus.de/Dauertest-HTC-Touc-Dual-r400x600-C-1c0f2005-23295024.jpg Drinnen hui, draußen pfui: So könnte man die Qualität des Touchscreens beschreiben

Drinnen hui, draußen pfui: So könnte man die Qualität des Touchscreens beschreiben

Gemeinsam haben alle Varianten des HTC Touch Dual jedoch andere Hardware-Aspekte, die sich nach den Erfahrungen der Nutzer in positive und negative Posten unterteilen lassen. So wird etwa die Verarbeitung über den grünen Klee gelobt, und auch der Empfang ist sehr stark, was connect-Kollege Bernd Theiss auf Ausflügen ins suboptimal versorgte Sauerland sehr zu schätzen wusste.

Negativ fällt dagegen die Abwesenheit einer WLAN-Schnittstelle auf, die der Vorgänger noch intus hatte. Trotz sinkender Datentarife kann das Vorhandensein von UMTS/HSDPA über den Verlust des Features, das schnellen Gratis-Zugang zum Internet verspricht, nicht hinwegtrösten – „sela9" aus dem connect-Forum findet die Entscheidung gegen WLAN „einfach unverständlich“. Ebenfalls in der Kritik steht die 2-Megapixel-Kamera des Touch Dual, die lediglich für Schnappschüsse taugt und angesichts der Konkurrenz etwas „veraltet" wirkt, wie „lil_chief" aus dem connect-Forum feststellt.

Standardisiertes Innenleben

Was die softwareseitige Ausstattung der Touch-Dual-Familie angeht, herrscht die von Windows Mobile bekannte Einigkeit: Dank Office Mobile und Outlook Mobile sind die Geräte im Prinzip businesstauglich, bieten aber auch dem anvisierten Privatnutzer gute Entfaltungsmöglichkeiten. Gelegentliche Hänger und notwendige Neustarts lassen sich dem HTC-Slider kaum zur Last legen – was auch heutzutage noch mancher Computernutzer von seinem Windows-PC kennt, passiert eben auch dem abgespeckten Betriebssystem für PDA-Phones manchmal.

Der Touch Dual sorgt aber mit großzügig bemessenem Arbeitsspeicher vor, sodass Speicherknappheit selten zum Problem wird – lediglich der veraltete Internet Explorer bläst sich beim Betrachten großer Websites gelegentlich zum Speicherfresser auf und sollte auch aus Komfortgründen schleunigst durch den kostenfreien Opera Mini ersetzt werden.

Die beiden Netzbetreibervarianten bieten zusätzlich zur standardisierten Windows-Software angepasste Icons – etwa in Magenta beim Touch Plus – und Programme wie das O2 Communication Center, das eine einfache Backup-Möglichkeit für Kontakte, Termine und Aufgaben beinhaltet.

Gute Idee zur richtigen Zeit

Auch wenn die Kamera, das Fehlen von WLAN und die anfänglich ungewohnte Tastatur Anlass zur Kritik bieten, hat HTC mit dem Touch Dual zumindest einen Vorreiter geschaffen. Denn: Dass TouchFLO mehr als eine Revolution bei der Bedienung von Windows-Mobile-Geräten darstellt, darüber sind sich unsere Dauertester und Forumsmitglieder einig. Insofern darf mit Spannung auf die versprochene Weiterentwicklung der HTC-eigenen Oberfläche gewartet werden.

Und auch der Formfaktor findet viele Anhänger, obwohl Kollege Bernd Theiss sich über ein paar Millimeter weniger bei der Bauhöhe sehr freuen würde. Dennoch: Das Slider-Konzept, gepaart mit Fingerbedienbarkeit und einer hervorragenden Verarbeitung, hat nicht nur Zukunft, sondern dürfte den PDA-Phone-Spezialisten beim beabsichtigten Erfolg im Privatkundenmarkt gute Dienste leisten.

Dabei stimmt uns auch „lumpe" aus dem connect-Forum zu: „Ich habe mit dem HTC Touch Dual das für mich (fast) perfekte Gerät gefunden. Ich würde es jederzeit wieder kaufen!"



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