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Leica 2.0 - Die Leica-Kamera mit optischem Bildstabilsator

Seit Anfang 2016 kooperiert Huawei mit dem traditionsreichen deutschen Optik-Spezialisten Leica. Der Erfolg kann sich sehen lassen, denn die gemeinsam entwickelte Dual-Kamera geht bereits in die zweite Runde – mit beeindruckenden Ergebnissen.

Huawei Mate 9 mit Dual-Kamera

© Huawei

Die zweite Generation der Dual-Kamera von Leica feiert ihre Premiere im Mate 9 und dessen Edel-Variante von Porsche Design (unten). Die Auflösung ist auf 20 Megapixel gestiegen, außerdem ist ein optischer Bildstabilisator eingebaut.

Sie begeistern seit mehr als 60 Jahren renommierte Künstler und Fotografen: die spiegellosen Messsucherkameras von Leicas M-Serie. Aber der traditionsreiche Hersteller mit Sitz im hessischen Wetzlar baut nicht nur legendäre Kameras, sondern mischt seit Kurzem auch den Smartphone-Markt auf. Leica war maßgeblich an der Entwicklung der Doppeloptik beteiligt, mit der Huaweis P9 Mitte 2016 überraschte.

Bei der neuen Technologie wird das Foto aus den Bildinformationen zusammengerechnet, die ein Schwarzweiß und ein Farbsensor parallel aufnehmen. Zudem brachte Leica seine Kompetenzen im Monochrom-Bereich in die Signalaufbereitung ein.

Leica-System - Schwarz-Weiss-Aufnahmen

© Leica

Die Schwarz-Weiß-Fotografie bleibt eine der ganz großen Stärken des Leica-Systems. Die direkte Aufzeichnung der Schwarz-Weiß-Töne mit dem Monochrom-Sensor ermöglicht viel bessere Ergebnisse als das nachträgliche Herausrechnen von Farbinformationen aus dem Farbbild. Es gibt kein anderes Smartphone, mit dem so abgestufte Schwarz-Weiß-Aufnahmen gelingen.

Nur ein halbes Jahr später kommt im Huawei Mate 9 bereits die zweite Generation von Leicas Smartphone-Kamera zum Einsatz. Deren auffälligste Weiterentwicklung betrifft die Auflösung: Während der Farbsensor wieder mit 12 Megapixeln arbeitet, wurde der Monochrom-Sensor auf 20 Megapixel aufgebohrt. Die höhere Pixelzahl ermöglicht unter anderem einen digitalen Zoom, der Motive nahezu verlustfrei zweifach vergrößert.

Leica-System - Natürliche Farben

© Hersteller

Bei Farbfotos sorgt die Kombination der Bildinformationen beider Sensoren für eine besonders natürliche Farbdarstellung. Die bei Smartphones verbreitete Tendenz zur Übersättigung lässt sich nicht beobachten. Die Bilder wirken nur auf den ersten Blick blass, denn der direkte Vergleich mit dem Motiv zeigt, dass Huawei sich oft näher an der Realität bewegt als andere Handys.

Auch der Autofokus und die Bildsignalverarbeitung wurden optimiert, sodass die Doppellinse den Bokeh-Effekt noch überzeugender simulieren kann – dabei wird das Motiv im Vordergrund scharf dargestellt, während der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt. Der Farbsensor wird außerdem von einem optischen Bildstabilisator unterstützt, der Verwackler besser ausgleicht – davon profitieren Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen ebenso wie Videoaufzeichnungen.

Leica - Verbessertes Bokeh

© Leica

Der in den Kirin 960 integrierte Bildsignalprozessor (ISP) wurde dezidiert für die zweite Generation der Leica-Kamera entwickelt. Diese Spezialisierung wird deutlich, wenn man unterschiedliche Blendenöffnungen simuliert, um mit der Hintergrundunschärfe zu spielen (Bokeh). Das Objekt im Vordergrund ist sauber freigestellt, die Übergänge gelingen fehlerfrei und überzeugend.

Ultrascharfe Videos

Beim Thema Videos ist der Entwicklungssprung auch an einer anderen Stelle spürbar, denn statt Full-HD unterstützt die Kamera nun den ultrascharfen 4K-Standard. 4K steht für eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, das ist das Vierfache an Bildpunkten wie bei Full-HD. Den Unterschied bei der Schärfe und der Darstellung von Details sieht man nicht nur auf einem großen Fernseher.

Weil die Videos mit dem modernen HEVC-Standard (H265) komprimiert werden, fällt der Speicherbedarf trotz dieser hohen Auflösung erfreulich gering aus: Während ein einminütiges Video mit dem Sony Xperia XZ 401 MB benötigt, sind es beim Mate 9 nur 217 MB.

Zukunftsaussichten

Die Kooperation zwischen Huawei und Leica macht sich also schon jetzt für den Nutzer bezahlt. Für die Zukunft kann man sogar mehr als nur Smartphone-Kameras erwarten: Im September 2016 gaben beide Unternehmen die Gründung des Max Berek Innovation Lab bekannt. Am gemeinsamen Forschungszentrum mit Sitz in Wetzlar steht unter anderem die Entwicklung von Technologien für Augmented und Virtual Reality im Fokus.

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