Bild vergrößern
400
299
http://img2.magnus.de/Ratgeber-Internet-Telefonie-r400x299-C-ea274622-141651.jpg
Internet-Telefonie im Business
Kleinere Firmen wie Anwaltskanzleien oder Arztpraxen können genauso wie Privathaushalte auf DSL-VoIP-Anlagen setzen. Denn die bieten neben mehreren Anschlüssen für analoge Telefonapparate oft auch Anschlüsse für ISDN-Endgeräte – so lassen sich schon mal zehn Telefone andocken.
Und genau wie der Privatkunden kann auch der Selbstständige der Anlage beibringen, welches Telefon über welche Leitung läuft und welche Apparate auf welche eingehenden Anrufe reagieren sollen. Die Telefonanlage ist dann auch für die Komfortmerkmale zuständig.
Für größere Firmen bietet sich dagegen der Einsatz von IP-Telefonen an: Diese Geräte werden direkt ans Computernetzwerk angeschlossen. Der Vorteil: Zieht ein Mitarbeiter in ein anderes Büro oder gar eine andere Filiale, bleibt seine Nummer immer die gleiche – sogar im Ausland.
Wie das funktioniert? Reine VoIP-Telefone werden mit den Einstellungen des Internet-Telefonie-Anbieters gefüttert und melden sich selbstständig am SIP-Server des Anbieters an. Und da es hier dank Internet keine Rolle spielt, wo sich der Server befindet, reagiert das Telefon auch immer auf die gleiche Telefonnummer – egal, wo auf der Welt es betrieben wird.
Virtuelle Telefonanlagen beim Anbieter
Große Firmen nutzen auch virtuelle Telefonanlagen (Virtual PBX), die beim Internet-Telefonie-Anbieter stehen und an denen alle SIP-Telefone der Mitarbeiter angemeldet sind. Im Wesentlichen bestehen solche Anlagen aus einem Server mit einer Telefonanlagen-Software wie beispielsweise dem offenen Asterisk-System. Jeder Mitarbeiter steuert dann über den Internetbrowser die Komfortmerkmale seines Anschlusses wie Gruppenrufe, Anrufweiterleitungen und so weiter.
Vorteil für die Firmen: Der Kauf einer teuren Telefonanlage entfällt; auch der Support beim Umzug von Mitarbeitern ist überflüssig. Die Virtual PBX (auch Net-PBX genannt) wird zudem regelmäßig vom Telefonie-Anbieter aktualisiert und erneuert. So lassen sich neue Dienste und Services recht schnell durch ein Software-Update einspielen.
Rundum den Globus kostenlos telefonieren
Weiterer Vorteil: Gerade große Firmen mit weltweiten Filialen sparen eine Menge Geld, da die Mitarbeiter rund um den Globus untereinander kostenlos telefonieren können; die Gespräche werden direkt auf dem Server des Anbieters zusammengeschaltet und laufen nicht kostenpflichtig übers Festnetz.
Ist erst einmal alles digitalisiert und auf dem Server des Anbieters, sind natürlich auch Speech-to-Mail-Lösungen und virtuelle Faxgeräte vergleichsweise einfach zu realisieren: Anrufbeantworter-Nachrichten werden zentral aufgezeichnet und dem Mitarbeiter dann per Mail zugestellt.
Besondere Anforderungen für große Firmen
Allerdings: An das Firmen-LAN-Computernetzwerk werden bei VoIP besondere Anforderungen gestellt, da nun zusätzlich zum PC-Datenverkehr noch der Telefonverkehr obendrauf kommt. Der ist zwar von der einzelnen Datenmenge eher vernachlässigbar, allerdings müssen im Netz die VoIP-Datenpakete bevorzugt behandelt werden.
Denn es macht keinen Unterschied, ob eine E-Mail zwei Sekunden später beim Empfänger ankommt, im Telefongespräch hingegen sind Verzögerungen nicht tolerierbar, da sie die Sprachqualität beeinträchtigen. Auch muss die komplette Infrastruktur (Telefone, Faxgeräte etc.) neu angeschafft werden.
Weiteres Problem bei Virtual-PBX: Fällt der zentrale Server aus, können alle daran angeschlossenen Mitarbeiter nicht mehr telefonieren. Große Firmen setzen daher auf Backup-Systeme, die im Fehlerfall einspringen und das System am Laufen halten.