Tipps und TricksiPhone: Diese Befehle versteht Siri
Apples Sprachsteuerung Siri beherrscht offiziell über 200 Befehle. Wir haben ausprobiert, was Siri tatsächlich kann, welche Befehle etwas taugen und wo Apple noch nachlegen muss.
Siri ist seit iOS 5 Bestandteil von Apples mobilem Betriebssystem und lässt sich auf neueren iPhones und iPads durch Drücken und Halten des Home-Knopfes aufrufen. Außerdem bieten viele Headsets eine Taste, über die sich Siri starten lässt.
Unser Praxistest zeigt: Stark ist Siri beim Navigieren ("Zeige mir den Weg nach Frankfurt"), beim Eintragen von Erinnerungen ("Wecke mich in 7 Stunden") und dem Wetter ("Brauche ich morgen einen Schirm?"). Außerdem kennt Siri jede Menge lustige Antworten und überrascht des öfteren mit Transferleistungen, antwortet also zum Beispiel auf die Aussage "Ich bin betrunken" mit "Von uns fährt heute keiner mehr. Soll ich ein Taxi rufen?".
Seit iOS 6 kennt Siri Fußballergebnisse, Mannschaftsaufstellungen und ähnliche Infos. Insbesondere die Ergebnisse des letzten bzw. aktuellen Spieltags lassen sich bequem über Kommandos wie "Hat Bayern München gewonnen?" und "Wie hat Dortmund gegen den HSV gespielt?" abfragen.
Die cineastischen Kenntnisse Siris sind durchwachsen. Auf die Frage "Zeige mir witzige Filme" liefert Apples Assistentin prompt Infos zu kürzlich im Kino gestarteten Komödien. Auch auf "Finde Kinos in der Nähe von meinem Büro" weiß Siri eine Antwort. Bei Fragen wie "Wer ist der Regisseur von Film XY" muss die Dame allerdings oftmals passen.
Verhungern muss dank Siri niemand mehr. Eingaben sind auf vielfältige Weise möglich. So liefern Abfragen wie "Finde ein Sushi-Restaurant", "Navigiere zum nächsten Burger King" oder "Wo kann ich Pizza essen gehen?" jederzeit Daten zu in der Nähe befindlichen Restaurants, oftmals verbunden mit dem Angebot, direkt dort anzurufen, auf die Website zu springen oder dorthin zu navigieren.
Als Uhr und Wecker macht Siri eine gute Figur. Wer seine 8 Stunden Schlaf braucht, der stellt den Wecker einfach mit dem Kommando "Wecke mich in 8 Stunden", statt die Uhrzeit auszurechnen. Eier gelingen dank "Setze den Timer auf 5 Minuten" perfekt und dank integrierter Weltzeituhr bleibt Siri auch die Antwort auf die Frage "Wieviel Uhr ist es in New York" nicht schuldig.
Damit Siri aussagekräftige Termine notiert, müssen Sie sehr genau auf die Formulierung achten. Am besten funktioniert nach unserer Erfahrung folgendes Schema: "Treffen mit Max Mustermann wegen Besprechung Neue Website am Donnerstag um 17 Uhr".
Nachrichten beginnen Sie am besten mit dem allgemeinen Begriff "Nachricht an (Name)". Dann fragt Siri anschließend nach dem Nachrichtentext. Mit "Sag meiner Frau dass ich später komme" übermittelt Siri hingegen das ziemlich dämliche "ich später komme" per SMS oder iMessage. Es sieht so aus, als hat Apple ein englisches Sprachmuster 1:1 ins Deutsche übertragen.
"Schreibe eine E-Mail an Max Mustermann mit dem Betreff Ich komme später" - so startet man eine E-Mail am besten. Siri antwortet mit der Frage nach dem Nachrichtentext.
Siri kann auch mehrere Empfänger gleichzeitig notieren ("Schreibe eine E-Mail an Max Mustermann und Michaela Mustermann"). Der Vorgang scheitert aber, wenn Siri bei einem der Empfänger rückfragen muss, welche von mehreren hinterlegten E-Mail-Adressen sie verwenden möchten.
Nach der Abfrage "Zeige Max Mustermann" befördert Siri den entsprechenden Eintrag im Adressbuch auf das Display. Ist die "Freunde finden"-App installiert, können Sie mit "Wo ist Max Mustermann" sogar nach dem Aufenthaltsort von Bekannten suchen.
Ziemlich flexibel zeigt sich Siri, wenn es um die Navigation geht. Sie beantwortet klare Fragen wie "Wieviele Kilometer sind es von mir zu Max Mustermann?" oder "Zeige mir den Weg nach Frankfurt." mit entsprechenden Anzeigen in der Karten-App. Sie kennt aber auch die Antworten auf Fragen wie "Finde eine Apotheke" oder "Finde eine Tankstelle".
"Wie wird das Wetter in Frankfurt?" Darauf antwortet Siri sowohl mit einer kurzen, gesprochenen Progonose wie auch mit einer Tafel, die das Wetter der nächsten Tage zeigt.
Siri funktioniert komfortabler, wenn Sie ihr Beziehungen beibringen. Mit Kommandos nach dem Muster
(Name) ist mein/e Bruder|Schwester|Mann|Frau|Mama|Papa|Oma|Opa
bringen Sie Siri das "Who is Who" Ihrer Familie bei. Anschließend können Sie Befehle wie "Neue Nachricht an meine Frau", "Ruf meinen Papa an" oder "Wo ist mein Bruder" nutzen.
Von Siris Antworten auf die folgenden Fragen sollten Sie sich überraschen lassen. Teilweise verändert sich die Antwort auch, wenn Sie die Frage wiederholt stellen. Noch mehr lustige Siri-Befehle finden Sie auf der Siri-Facebook-Seite, von der wir auch die untenstehenden Kommandos eingesammelt haben.
Wenn Ihnen das alles noch nicht genug war - dann fragen Sie doch einfach Siri "Was kannst Du tun?" oder tippen Sie auf das kleine "i", das erscheint, wenn Sie Siri öffnen. Außerdem gibt es hier auch noch eine Liste von Apple.
Es gibt aber auch Kritikpunkte. So hat Siri generell ein Problem mit englischsprachigen Begriffen, die in deutschen Sätzen des öfteren vorkommen. Manchmal erkennt die Funktion nicht einmal ihren eigenen Namen ("Ich teste gerade Siri" wird konsequent als "Ich teste gerade Leary" verstanden).
Außerdem möchte Siri manche Kommandos nach einem starren Schema diktiert bekommen. Das Eintragen von Terminen samt aussagekräftigem Betreff klappt nach unserer Erfahrung ausschließlich mit einem Kommando nach dem Muster "Treffen mit Max Mustermann wegen Besprechung Neue Website am Donnerstag um 17 Uhr".
Durchwachsen zeigt sich die Sprachsteuerung auch in der Rubrik Filme, die mit iOS 6 neu eingeführt wurde. Die Frage nach dem Regisseur von "König der Löwen" beantwortet Siri korrekt. Den bekannten Film "Gladiator" kennt Siri hingegen nicht, egal ob man ihn deutsch oder englisch ausspricht. Bei Fußball-Ergebnissen, ebenfalls eine Neuerung von iOS 6, kommt es auf die korrekte Aussprache an: Passt man nicht auf, dann wird die Frage "Wie hat Bremen in Hamburg gespielt" auch mal mit der Aufstellung des HSV statt mit dem Spielergebnis beantwortet.
Fazit: Die reinste Wundertüte
Das sich offiziell immer noch im Beta-Stadium befindliche Siri ist die reinste Wundertüte. Überraschend gutes Verständnis bei manchen Fragen wechselt sich ab mit Bockigkeiten und Unzulänglichkeiten bei anderen Befehlen. Auch bei Apple heißt es deshalb bis auf weiteres: Der Mensch stellt sich auf die Spracherkennung ein - und nicht umgekehrt.