Kabel BW: TV, Telefonie und Internet via Breitband
Der Kunde sieht nur die Kabeldose im Wohnzimmer – dahinter verbirgt sich aber aufwendige und faszinierende Technik. connect erklärt am Beispiel eines Kabelanschlusses von Kabel BW wie TV-Programm, Internetdaten und Telefonie ins Breitbandkabel kommen und welcher Aufwand für einwandfreie Qualität notwendig ist.
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Diese Kabel sind unter dem Gehweg vergraben und heute noch im Einsatz. Sichtbar wird die Technik in den grauen Kästen am Straßenrand: In diesen sind Verstärker untergebracht, die das Signal immer wieder auf den nötigen Pegel bringen. Im Haus des Kunden mündet eine Zweigleitung in einen Übergabepunkt, von da ab geht’s über die Hausverkabelung und oft einen weiteren Verstärker zur Kabeldose in die Wohnung. Mittlerweile überträgt ein Kabelnetz aber nicht mehr nur TV und Radio, längst sind die Kabelgesellschaften auch Internet- und Telefonieprovider und bieten Datenraten von bis zu 100 Mbit/s an. Wie sieht so ein Multimedianetz heute aus? Wir haben hinter die Kulissen geschaut.
Vom Satelliten ins Kabelnetz
In einem unscheinbaren Industriegebäude in Stuttgart-Wangen liegt ein Herzstück des Netzes von Kabel BW, die Technikzentrale. Dort empfängt uns Ludwig Modra, Technikchef von Kabel BW –, der zunächst in einem Besprechungsraum am Chart die Struktur des Netzes erklärt .Alles beginnt in Stuttgart auf dem Dach des Gebäudes: Hier stehen 14 beheizbare Satellitenschüsseln, die einen Durchmesser von je rund 1,80 Metern haben. 18 Satellitenpositionen werden hier teilweise über Multifeedantennen empfangen.
Per Kabel geht’s nach unten ins Rechenzentrum. Dort wird das in digitalen Bouquets enthaltene Signal jedes Senders erst einmal vereinzelt , aufbereitet, eventuell verschlüsselt und zu neuen Programmpaketenzusammengefasst (gemultiplext, wie der Fachmann sagt). In dem Stadium werden auch die Datenraten verteilt: Läuft auf einem Kanal Sport, benötigt der aufgrund der schnellen und dynamischen Bilder mehr Bandbreite als ein Sender, auf dem eine Dokumentation zu sehen ist. Vor allem die Tour de France sei ressourcenhungrig, so Technikchef Modra lachend.
Die komplette Technik in der Stuttgarter Zentrale wird übrigens in Mannheim gespiegelt, sodass bei einem Ausfall nicht gleich das ganze Ländle in die Röhre guckt. Eine Besonderheit: Einige Programme wie die öffentlich-rechtlichen Sender werden über Glasfaserkabel optisch als ASI-Signal aus Frankfurt nach Stuttgart und Mannheim herangeführt – der Pay-TV-Sender Sky kommt ebenfalls per Glasfaser aus München. Diese Zuführung ist Kabel BW deutlich lieber, da sich das Rohsignal aus der Faser besser aufbereiten lässt, außerdem ist die Übertragung stabiler als über den wetterempfindlichen Satellitenempfang. Im Fall der Fälle springt Mannheim in die Bresche: Hängt über Stuttgart ein Gewitter, wird eben in Baden empfangen. Egal, wo: nach der Aufbereitung wird das Signal über Glasfaser an 20 Netzzentren in ganz Baden-Württemberg verteilt.
40 Lichtfarben sorgen für Tempo
Dabei handelt es sich um einen Glasfaserring. Würde eine Leitung beispielsweise durch einen Bagger gekappt, wäre jedes Netzzentrum noch über ein anderes Kabel von einem anderen Zentrum angebunden. Als Multiplex kommt auf den Fasern DWDM (Dichte Wellenlängen-Multiplex) zum Einsatz. 40 verschiedene Lichtfarben übertragen die Information, wobei jede Farbe 10 Gbit/s transportieren kann – so bietet ein Kabel satte 400 Gbit/s an Kapazität.
Für die TV-Verteilung nutzt Kabel BW aktuell 3 Gbit/s, derzeit laufen aber Umbauarbeiten, damit künftig 10 Gbit/s für TV reserviert sind. Kein Wunder, denn ein normales TV-Programm benötigt zwischen 2,5 und 4,5 Mbit/s an Daten, ein HD-Signal kommt schon mal auf 8 und 10 Mbit/s – und Fernsehen in 3-D gönnt sich noch mal rund 30 Prozent mehr Daten.
Auf dem Glasfaserring werden aber nicht nur alle TV- und Radiosender, sondern auch die Internet- und Telefoniedaten zwischen den Netzzentren verteilt. Dort kommen die eben beschriebenen Glasfaserleitungen an.
Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 Kabel BW: TV, Telefonie und Internet via Breitband
- Teil 2 Analog ist noch nicht tot
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