Es sind bereits Stimmen zu hören, die das neue iPad als wenig innovativ bezeichnen. Das ist großer Unsinn. Der Blick auf den Markt und auf mögliche Tablet-Alternativen zeigt vielmehr, dass Apple einen Vorsprung von einem halben Jahr hat. Für Konkurrenten wie Samsung oder Acer wird es jetzt noch schwerer, im Tablet-Markt Fuß zu fassen.
Um zu verdeutlichen, in welche Bredouille Apple die anderen Tablet-Hersteller gebracht hat, muss man sich nur einmal anschauen, was ein aktuelles Top-Tablet wie das Galaxy Tab 10.1N von Samsung bei einem Online-Preisvergleich wie guenstiger kostet: Für die 16-Gigabyte-Version ohne UMTS bezahlt man locker 410 Euro.
Das iPad 2 kostet in der vergleichbaren Variante nur 399 Euro, weil Apple den Preis mit der Präsentation des Nachfolgers gesenkt hat. Ein Gerät, das bis dato als Tablet-Referenz galt – sowohl im Hinblick auf die Bedienung als auch auf das App-Angebot und das Design – kostet jetzt weniger als ein Top-Modell der Konkurrenz. Für Samsung wird es jetzt sehr schwer werden, noch viele Käufer für das Tab zu finden.
Aber es kommt noch schlimmer: Mit 499 Euro kostet das neue iPad nur knapp 90 Euro mehr. Für diesen Aufpreis erhält der Kunde nicht einfach nur ein Produkt, das technisch in der Oberliga spielt, sondern vielmehr mit dem schärfsten Display ausgestattet ist, das der Markt jemals gesehen hat. Wer ein Tablet sucht, kommt momentan kaum um die Kultfirma aus Cupertino herum. Apple kombiniert mit dem neuen iPad die aktuell beste Hardware mit einem intuitiven Betriebssystem, das die meisten Tablet-optimierten Apps im Angebot hat. Und das alles zu einem Preis, der nicht günstig, aber akzeptabel ist.
Es ist eigentlich egal, ob man die Hard- oder die Software betrachtet: Von Apple sieht die Konkurrenz wieder einmal nur die Rücklichter. Dabei fällt es ihr nicht nur schwer, preislich mitzuhalten, sie liegt auch technisch weit hinten. Die ersten Tablets, die eine vergleichbar hohe Auflösung wie das neue iPad bieten, werden erst für Mitte 2012 erwartet. Bis dahin hat Apple sein neues Tablet bereits millionenfach verkauft und seine Monopolstellung in diesem boomenden Markt weiter zementiert. Es ist jetzt schon abzusehen, dass das Unternehmen hier in den nächsten Jahren eine dominante Rolle spielen wird. Erst mit Windows 8 besteht zumindest die kleine Chance, diese Vormachtstellung aufzubrechen.
Mit dem Media Pad 10 FHD hat Huawei einen ernsthaften iPad-Konkurrenten im Angebot. Er steckt in einem hochwertigen Aluminium-Unibody und sein 10-Zoll-Display ist mit 1920 x 1200 Pixel fast genauso scharf wie bei Apple. Dabei schafft es Huawei sogar, das Tablet mit nur 8,8 Millimeter noch flacher als das neue iPad zu gestalten.
Auch die übrige Ausstattung ist erstklassig. Es gibt da nur einen Haken: während das neue iPad in der nächsten Woche verkauft wird, kann man mit dem Media Pad 10 frühestens Mitte 2012 rechnen. Der Preis ist ebenfalls noch offen.
Das Iconia A700 kann mit dem MediaPad mithalten: Das Display ist genauso scharf und das Android-System wird von einem starken Vierkern-Prozessor beschleunigt. Die technische Ausstattung lässt eigentlich keine Wünsche offen und der Akku verspricht mit 9.800 mAh extrem lange Laufzeiten.
Nur – und Sie ahnen es bereits – gibt es da natürlich ein kleines Problem. Als Acer das Modell Mitte Januar 2012 erstmals in Deutschland präsentierte, bekamen die anwesenden Journalisten einen Prototypen zu sehen, der noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase steckte. Da kann man sich jetzt schon ausrechnen, dass es mit dem Marktstart noch eine Weile dauern wird.
Ein ähnlich hochklassiges Gerät hat Asus mit dem Transformer Pad Infinity im Portfolio. Der 10-Zöller kommt mit scharfen 1920 x 1200 Pixeln und Quadcore-Prozessor und soll in unterschiedlichen Speichergrößen mit Wlan, 3G oder LTE angeboten werden.
An einen Aluminium-Unibody hat Asus natürlich ebenfalls gedacht. Das Unternehmen setzt sogar noch einen drauf und verwandelt das Tabelt mit der optionalen Anstecktastatur in ein produktives Schreibgerät. Aber auch hier steht wieder der späte Marktstart im Weg: Vor Mitte 2012 kommt das Tablet nicht in den Handel. Bis dahin hat Apple das iPad 3 schon millionenfach verkauft.
Das Padfone geht sogar noch einen Schritt weiter und vereint Smartphone, Tablet und Notebook in einem Gerät. Die Smartphone-Basis läuft mit Android 4 Ice Cream Sandwich und wird über einen 4,3 Zoll großen AMOLED-Touchscreen (960 x 640 Pixel) bedient. Der Nutzer kann damit ganz normal telefonieren und arbeiten, wenn er aber längere Zeit im Internet surfen oder Texte schreiben möchte, dann steckt er das Smartphone in eine Tablet-Hülle, die auf der Rückseite ein Fach für das Padfone hat.
Mit diesem innovativen Konzept könnte Asus dem neuen iPad tatsächlich die Stirn bieten. Aber auch hier gilt wieder: Marktstart noch offen – genauso übrigens wie der Preis.