Kopfhörer

Kopfhörer-Geschichte: Stereo-Sound, Elektrostaten, HiFi-Kopfhörer

  1. Die Geschichte der Kopfhörer
  2. Kopfhörer-Geschichte: Stereo-Sound, Elektrostaten, HiFi-Kopfhörer
  3. Kopfhörer-Geschichte: Mobile Kopfhörer, In-Ears, Bluetooth
Koss SP3

© Koss

1958: Koss SP3

Mono goes Stereo

Kaum ein Jahr später präsentiert ein Jazz-Musiker aus Milwaukee, John C. Koss, den ersten Stereo-Kopfhörer der Welt: "designed for listeners to enjoy new-fangled stereo LPs at home". Die Resonanz auf den Sp/3 ist überwältigend. Das Design ist markant und der Hörer sitzt so bequem, dass er zum neuen Industriestandard wird. Die Koss Corporation, welche einst mit dem Verleih von Fernsehgeräten begann, dominiert knapp zwei Jahrzehnte den US-Kopfhörermarkt. Gleichzeitig kommt die Musikindustrie in Fahrt.

Die bereits glühende Plattenlust wird weiter befeuert durch Musiker wie Les Paul und Mary Ford und ihre innovativen Mehrspuraufnahmen. Während Paul und Mary ihren eigenen Stimmen über Kopfhörer lauschen, addieren sie schichtweise weitere Stimmen und erreichen so einen überaus vollen Chorgesang mit reich instrumentalisiertem Klanghintergrund. Stereo-Bügelkopfhörer kommen nicht zuletzt aufgrund solcher Aufnahmen in Mode und verkaufen sich fortan wie "geschnitten Brot".

In Japan wird unterdessen an neuen Übertragungstechnologien geforscht. 1957 stellt die STAX Ltd. den ersten rein elektrostatischen Kopfhörer in Tokio vor. Hierbei kommen extreme dünne Membranen zum Einsatz, die eine nahezu trägheitslose Reaktion ermöglichen; die hohe Impulsgenauigkeit und Auflösung ist bis dato unbekannt. Doch einfach zu Hause einstöpseln kann man diese Hörer nicht. Die Polyester-Membranen benötigen sehr hohe Antriebsspannungen und besondere Übertrager, weshalb der passende Verstärker gleich mit dazu erworben werden muss. Über Jahrzehnte perfektioniert das Unternehmen seine "Earspeakers" und fertigt die besten Kopfhörer der Gegenwart. Der Original-SR-1 von 1957 ist heute allerdings so rar wie ein stilles Plätzchen in einer Großstadt-Metropole.

Elektrofieber

In den USA bekommt der umtriebige John C. Koss bald Wind vom neuen High-End-Antrieb und baut 1968 den ESP/6 als ersten US-Hörer nach elektrostatischem Prinzip. Kaum drei Jahre später präsentiert Koss den K2+2, einen ersten Kopfhörer für die aufkommende 4-Kanal-Wiedergabe namens Quadrofonie. Bis 1980 hält sich der Vorläufer der heutigen Mehrkanal-Technik in den Köpfen.

Die Welt der Kopfhörer bleibt allerdings eine geschlossene Gesellschaft: Kein Schall wird akustisch nach außen geführt, und möglichst wenig Schall soll in die Muscheln eindringen. Eine professionelle Tradition aus der Funk- und Tontechnik, wo Umgebungslärm unbedingt ausgeschlossen werden muss. Eigentlich kein Problem, doch kämpften die meisten Muschelhörer mit kaum kontrollierbaren Resonanzen und das Klangbild wird bisweilen unharmonisch eingefärbt.

Sennheiser HD 414

© Sennheiser

1968: Sennheiser HD 414

Offene Kopfhörer

Es ist die 68er-Generation, die den Klang aus der Muschel befreit. 1968 zeigt Sennheiser mit dem HD 414 den ersten offenen Kopfhörer, welcher sich die Prinzipien der Lautsprecherwiedergabe zunutze macht und Schallanteile gezielt nach außen abgibt. Der "Run" auf die Offenen beginnt. Kaum ein Jahr später sind 100.000 HD 414 verkauft. Am Ende werden es über 10 Millionen sein.

Sennheiser experimentiert weiter, kombiniert offenes und elektrostatisches Prinzip (1977, unipolar 2000) und investiert in die kleinste Theaterbühne der Kopfhörer-Welt: den Orpheus HE 90/ HEV 90. Zwei platinbeschichtete Membrane schwingen zwischen goldbedampften Glaselektroden und werden von einem halbrunden 500-Volt-Röhrenverstärker betrieben. In einer visuellen Analogie zum griechischen Amphitheater wird das vibrierende Klangfeuer aus der Kombination der bestmöglichen Klangtechnologien entfacht. Exakt 300 handgefertigte Exemplare liefern seit 1991 den Stoff für Legenden und High-End-Träume.

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