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Hannes Rügheimer | Profil | Kontakt

25. Januar 2012
Neuer Mobilfunkstandard: LTE – Ausbau und Tarife Bild vergrößern 549 380 http://img3.magnus.de/image-r549x380-C-b9021ee5-51773381.jpg © Anbieter
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Neuer Mobilfunkstandard

LTE – Ausbau und Tarife

Nach dem Schließen der weißen Flecken wächst LTE nun in die Städte – und die mobile Nutzung rückt in den Fokus. Wir geben einen Überblick über den aktuellen Stand des Netzausbaus und die erhältlichen Tarife.

Das Kürzel LTE („Long Term Evolution“, also „Langfristige Weiterentwicklung“) verrät, dass dieser Name ursprünglich nur als Arbeitstitel gedacht war. Ab dem Jahr 2006 begannen Mobilfunkgremien und -hersteller, den Nachfolger des UMTS/HSPA-Standards zu entwickeln. Dabei sollte die LTE-Technik auf die Kernkomponenten bestehender 3G-Netze aufsetzen, um die Aufrüstung möglichst reibungslos zu gestalten. Wie schon UMTS ist LTE ganz auf den Transport von IP-Datenpaketen optimiert.


Bild vergrößern 546 427 http://img4.magnus.de/image-r546x427-C-7f039a4d-51776954.jpg Aufrüstung vergleichsweise einfach: Um in einer Funkzelle neben GSM und UMTS auch LTE anzubieten, müssen die Netzbetreiber nur die Technik der Basisstation aufrüsten. © Anbieter
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Aufrüstung vergleichsweise einfach: Um in einer Funkzelle neben GSM und UMTS auch LTE anzubieten, müssen die Netzbetreiber nur die Technik der Basisstation aufrüsten.

Die neue Übertragungstechnik OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) in Verbindung mit dem auch in WLANs nach 11n-Standard erfolgreichem Mehrantennen-Konzept (MIMO – Multiple Input, Multiple Output) erlaubt es, die Übertragungsraten gegenüber HSPA massiv zu steigern. Das LTE Release 8 (die Spezifikation aus 2008) sah bereits Datenraten von bis zu 300 Megabit/s im Downlink und bis zu 75 Megabit/s im Uplink vor – abhängig auch davon, welche Frequenz-Bandbreiten den Anbietern für ihre LTE-Netze zur Verfügung stehen würden.

In Deutschland fand im Frühjahr 2010 eine große Auktion für LTE statt, in deren Rahmen sich die vier Netzbetreiber (Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus) jeweils Frequenzbereiche sichern konnten. Dabei kamen unter dem Schlagwort „Digitale Dividende“ nicht zuletzt auch solche Frequenzen zur Versteigerung, die durch die Umstellung von analoger zu digitaler Antennen-TV-Ausstrahlung frei wurden. Schon im Herbst 2010 brachten die Telekom und Vodafone ihre ersten LTE-Funkzellen auf Sendung. Während die Telekom ihr LTE-Angebot bislang auf Übertragungsraten von 7,2 Mbit/s im Downlink und 1,4 Mbit/s im Uplink begrenzt, können Vodafone-Kunden (je nach Standort und Tarif) LTE mit bis zu 50 Mbit/s im Downlink und bis zu 10 Mbit/s im Uplink buchen.


Bild vergrößern 549 427 http://img2.magnus.de/image-r549x427-C-a0e2ca73-51776957.jpg Wo und wann: Interessenten stationärer wie auch mobiler LTE-Nutzung finden Informationen über Ausbaustand und Ausbaupläne auf den Webseiten der Netzbetreiber. © Anbieter
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Wo und wann: Interessenten stationärer wie auch mobiler LTE-Nutzung finden Informationen über Ausbaustand und Ausbaupläne auf den Webseiten der Netzbetreiber.

Grundsätzlich müssen die Anbieter eine politische Vorgabe erfüllen und beim Aufbau ihrer Netze zuerst die sogenannten „weißen Flecken“ auf der Netzversorgungskarte schließen: Die ersten LTE-Zellen gingen in Heiligendamm und Ostprignitz-Ruppin online – dort, wo bislang keine DSL- oder sonstige Breitband-Internetleitung hinführte. Erst wenn diese weißen Flecken verschwunden sind, dürfen die Anbieter auch die für sie lukrativeren Großstädte mit LTE versorgen. Aus diesem Grund wird LTE zunächst als Alternative zu
DSL-Anschlüssen vermarktet – auch wenn die Funktechnik eine begrenzt mobile Nutzung erlaubt, sofern man die erforderlichen Endgeräte herumträgt. Nach Tischmodems und Routern kamen bald auch erste LTE-Surfsticks auf den Markt.

Die Umstellung und Erweiterung der Netze kann dabei recht schnell erfolgen: Um in einer Funkzelle zusätzlich zu GSM und UMTS auch LTE anzubieten, muss ein Mobilfunkbetreiber nur einige netztechnische Komponenten in der Basisstation dieser Zelle auswechseln beziehungsweise tunen. Der größere Aufwand liegt darin, die Zellen mit der erforderlichen Übertragungskapazität an das Kernnetz und somit ans Internet anzubinden. Dafür setzen die Anbieter in den meisten Fällen auf Glasfaser, bisweilen auch auf Richtfunk oder konventionelle Standleitungen.

In einigen Bundesländern haben die Anbieter die staatliche Vorgabe, mit LTE zuerst die weißen Flecken zu schließen, bereits erfüllt. Somit beginnt dort nun der Ausbau von LTE in den Städten. So nahm etwa Vodafone im September 2011 erste LTE-Zellen in Düsseldorf in Betrieb. Ähnliches dürfte in Kürze neben Nordrhein-Westfalen auch in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Berlin, Hamburg und Bremen möglich werden – wobei die Anbieter ihre konkreten Ausbaupläne noch nicht ankündigt haben.


Bild vergrößern 675 540 http://img1.magnus.de/image-r675x540-C-87f5d112-51776959.jpg Aktuell verfügbare LTE-Tarife © connect
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Aktuell verfügbare LTE-Tarife

Grundsätzlich dürfte mit dem Ausbau in den Städten auch die mobile Nutzung von LTE in den Fokus rücken. Bis Redaktionsschluss hat einzig der Wiederverkäufer 1&1 dafür konkrete Tarife angekündigt. Die anderen Netzbetreiber offerieren bislang nur Angebote, die auf den Einsatz als DSL-Ersatz fokussiert sind. Bei Telekom, Vodafone und O2 dürfte mittelfristig jedoch die Unterscheidung nach verwendeter Mobilfunktechnologie wegfallen. So wie heute schon bei UMTS/HSPA, EDGE und GPRS gelten dann die Geschwindigkeits- und Volumenbeschränkungen des jeweils gebuchten Mobilfunkdatentarifs – unabhängig davon, welche Funktechnologie der Kunde jeweils gerade nutzt. Wird das gebuchte Volumen überschritten, drosseln die Anbieter die Datenrate bis zum nächsten Abrechnungszeitraum.

Mehr Informationen

Der große Netztest Deutschland 2012

LTE in Köln auf dem Prüfstand

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