Porträt

Luxushandys seit 2002

Ende der 90er Jahre machen Frank Nuovo und Hutch Hutchison, damals noch gemeinsam bei Nokia, eine interessante Entdeckung: Egal ob Kleidung, Autos, Uhren, Möbel - für praktisch jedes Produkt gab es ein nennenswertes Angebot an Luxusartikeln, allein bei Mobiltelefonen nicht. "Wir konnten es gar nicht glauben, als wir das festgestellt hatten," erinnert sich Hutch Hutchison.

Vertu Signature

© Vertu

Vertu Signature

Die beiden überzeugten Nokia von ihrer Idee und machten sich als Nokia-Tochter Vertu ans Werk, heuerten Wissenschaftler aus der Luftfahrt an, um Wege zu finden, hochwertige Materialien wie Titan in den Produkten zu verwenden.

2002 wurde dann das erste Modell, das Vertu Signature, präsentiert - gefertigt aus Platin, Gelbgold und Edelstahl. Im gleichen Jahr wurden in Paris und Singapur die ersten Shops eröffnet, in Deutschland war das Signature über Juweliere erhältlich.

Das Constellation Quest ist mittlerweile das fünfte Modell, wobei jedes Gerät in verschiedenen, teilweise limitierten Ausführungen erhältlich ist. Neben dem ersten Constellation gibt es noch die Variante Ayxta im Klappendesign sowie das Vertu Ascent. Heute betreibt Vertu weltweit 90 eigene Stores in den besten Lagen. Hinzu kommen weitere 600 Verkaufsstellen bei ausgesuchten Juwelieren und in Luxus-Kaufhäusern.

Service statt Gimmicks

Mit den neuesten technologischen Gimmicks, wie sie aktuelle Smartphones bieten, können die Vertu-Modelle nicht aufwarten. Dafür ist die aufwändige Entwicklung zu langwierig. Deshalb setzt Vertu auf spezielle Dienste, die sich sonst kein Handyhersteller leisten kann.

Vertu Constellation Ayxta

© Vertu

Vertu Constellation Ayxta

So betreiben die Briten etwa einen eigenen Exchange-Server, der in einem ehemaligen Nato-Bunker steht und die Daten, auf die das Constellation Quest zugreift, sicher verwahren kann. Eine eigene Vertu-E-Mail-Adresse gehört auch dazu.

Das Glanzstück bleibt aber der Concierge-Service, der im ersten Jahr kostenlos genutzt werden kann und dann je nach Servicelevel mit rund 1400 Euro pro Jahr zu Buche schlägt.

Dieser persönliche Service ist über eine spezielle Taste rund um die Uhr erreichbar. Weltweit betreibt Vertu dafür drei Service-Center, die in neun verschiedenen Sprachen auch schwierige Kundenwünsche zu erfüllen versuchen. Ob es um eine Tischreservierung in einem Edel-Restaurant, ein Hotelzimmer oder Karten für ausverkauftes Konzert geht:

Für jeden Bereich gibt es Spezialisten, die persönliche Kontakte etwa zu Gourmet-Tempeln rund um den Globus pflegen. "Wir bekommen auch mal einen Tisch in einem eigentlich ausgebuchten Restaurant," so einer der Concierge-Mitarbeiter, die bei der Produktpräsentation ebenfalls Rede und Antwort standen.

"Die Restaurantbesitzer wissen, dass wir ihnen Kunden bringen, die gerne auch die teureren Weine bestellen. Außerdem sagen wir ab, falls ein Kunde doch nicht kommt. Hotel-Concierges machen das nie - und das treibt die Restaurantbetreiber in den Wahnsinn." Wieviel Kunden in den Genuss des First-Class-Service kommen? Da hält sich Vertu wie bei den Verkaufszahlen vornehm bedeckt.  

Teil 1: Die Handymanufaktur im Porträt

Teil 3: Interview mit Hutch Hutchison

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