Ratgeber

Mobilcom-Debitel

Die Service-Provider Mobilcom und Debitel, die ehemals getrennt auf Kundenjagd gingen, wurden von dem Festnetzanbieter Freenet übernommen und letztes Jahr zu einem Unternehmen und unter einer Marke zusammengeführt. Freenet avancierte durch den Zukauf zum größten Service-Provider Deutschlands und kann die stolze Zahl von 17 Millionen Kunden in seiner Kartei verwalten. Zum Konzern gehören auch die Mobilfunk-Discounter Klarmobil und Callmobile.

Tarife

Der große Vorteil von Mobilcom-Debitel besteht darin, dass der Provider alle vier Netzbetreiber unter Vertrag hat und somit den Kunden auch alle vier Netze anbieten kann. Dabei hat der Service-Provider die meisten Original-Tarife der Netzbetreiber im Programm, die Preise sind nahezu identisch. Nur für die Load-Option, die in jedem Tarif inklusive ist, verlangt Mobilcom-Debitel einen Euro mehr. Die Option enthält fünf beliebige Downloads wie etwa Musiksongs oder SMS-Infodienste vom eigenen Webportal www.mload.de pro Monat.

Neben den Netzbetreiber-Angeboten haben die Büdelsdorfer auch eigene Tarife in ihrem Portfolio. Doch hier sollte man besser genauer hinschauen: So kostet der Vario-30-Tarif fürs Vodafone-Netz 10,95 Euro pro Monat. Darin sind wahlweise 30 Sprachminuten oder 30 Frei-SMS enthalten. Das hört sich zunächst preiswert an. Doch die Inklusivminuten gelten nicht wie üblich in alle Netze, sonder nur für Anrufe ins Vodafone- und ins Festnetz. Die Frei-SMS werden auch nur angerechnet, wenn bestimmte SMS-Zentralnummern im Handy abgespeichert sind.

Zu allem Überdruss: Für Anrufe in Fremdnetze sowie nach dem Verbrauch der Inklusivminuten fallen alles andere als billige 39 Cent die Minute an - da gehen sogar die D-Riesen Telekom und Vodafone mit ihren 29 Cent fast schon als Billigheimer durch.

Dafür zeigt sich der größte Service-Provider in puncto Datentarife auf der Höhe der Zeit: Für preiswerte 9,95 Euro pro Monat kann der Provider-Kunde mit der Flat T@ke away unbegrenzt via Handy surfen. Das Angebot gibt's für jedes deutsche Handynetz.

Gut zu wissen: Die Datendrosselung ist abhängig vom gewählten Mobilfunknetz - so rutscht der Fuß im Telekom- und O2-Netz ab 200 MB vom Gas, im E-Plus-Netz ab 250 und im Vodafone-Netz erst ab 300 MB. Kundenfreundlich: Der Handynutzer kann die Surf-Option einen Monat lang kostenlos testen. Doch Vorsicht: Wer die T@ke-away-Flat danach nicht weiter nutzen will, sollte nicht vergessen, innerhalb der 30 Tage zu kündigen - ansonsten beträgt die Vertragsdauer für das Surfangebot zwei lange Jahre.

Auch bei den voreingestellten Datentarifen hat sich der Mobilfunker was Originelles überlegt: So rechnen die Büdelsdorfer 1,99 Euro pro Tag ab. Horrender Preis? Eigentlich nicht, wenn man weiß, dass der Nutzer für das Geld den lieben langen Tag ohne Volumenbegrenzung surfen kann. Allerdings lohnt sich das nur für seltene Besuche im mobilen Web. Wer sich regelmäßig einloggt, zahlt mit den Websessions drauf.

Fazit: Der Service-Provider setzt in puncto Tarife preislich wahrlich keine Maßstäbe. Und dadurch, dass er auch alle Netzbetreiber-Tarife im Portfolio hat, ist die Tarifstruktur nicht unbedingt transparent. Doch mit einem wichtigen Trumpf kann Mobilcom-Debitel auf jeden Fall punkten: Der Anbieter hat alle Netze unter einem Dach.

Vertragskonditionen

Mobilcom-Debitel

© Josefine Milosevic

Mobilcom-Debitel

In puncto Vertragskonditionen scheren die Büddelsdorfer nicht unbedingt aus: Der Service-Provider bindet seine Kundschaft bei Vertragsabschluss wie die meisten Anbieter zwei Jahre lang. Bei den Netzbetreiber-Optionen hängt die Vertragsdauer vom Netzanbieter ab. Ein Manko muss genannt werden: In puncto Hotline-Service folgt Mobilcom-Debitel der Strategie der Netzbetreiber leider nicht - der Anruf beim Kundendienst kostet gepfefferte 42 Cent pro Minute.

Handyauswahl

Ein zweites Ass im Ärmel ist beim Service-Provider die breite Hardware-Palette: So kann sich Mobilcom-Debitel nicht nur mit allen Netzen, sondern mit nahezu allen Handys brüsten, die es aktuell auf dem Markt gibt. Da findet sich alles, was das Handyherz begehrt: Angefangen bei LGs 5-Megapixel-Touchscreen-Phone Arena bis hin zu Apples jüngstem Sproß iPhone 4. Dass die Büdelsdorfer oft mit topaktuellen 1-Euro-Handys winken, freut den Kunden auch. Doch geschenkt wird einem auch hier nichts: Die Schnäppchenangebote gibt's meist nur in Verbindung mit einem teuren Tarif.

Webseite und Transparenz

Während Mobilcom früher noch marktschreierisch auftrat, gibt sich der Service-Provider in Verbund mit Debitel heute eher seriös. Das gilt auch für die Webseite: Es wird nicht um jeden Preis gebuhlt, auch sind die Seiten recht aufgeräumt. Doch die Bildersprache und die gedeckten Farben wirken wenig ansprechend. Auch in Sachen Tarifinfos ist die Navigations-führung eher gewöhnungsbedürftig und deutlich zeitaufwendiger als beim Rest der Konkurrenz. Hier gibt's noch jede Menge Verbesserungspotenzial.

Auswahl Shops

In Sachen Vertrieb ist der größte Service-Provider in seinem Element: So unterhalten die Büdelsdorfer nicht nur 800 Shops, davon jede Menge Dug-Läden in bester City-Lage, sie sind auch im Fachhandel sowie in Elektronik- und Flächenmärkten wie Saturn und Media Markt präsent. Diese einzigartige Vertriebsstruktur ist auch das Erfolgsprinzip des Service-Providers.

Netz

Übers Netz muss man sich bei den Büdelsdorfern wahrlich keinen Kopf zerbrechen: Ein eigenes gilt es nicht zu unterhalten, stattdessen hat man alle vier im Angebot.

 

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