Ratgeber

Mobile Computer: Netbook oder Notebook

Netbooks sind wie die klassischen Notebooks mobile Computer, die unter gängigen Betriebssystemen wie Linux oder Windows laufen. Typische Notebooks stehen in der Leistung stationären Rechnern, neudeutsch gern Desktop-PCs genannt, kaum nach.

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Bei Netbooks hingegen muss man sich mit deutlich weniger Rechenpower begnügen. Kurz gesagt: Ein Netbook ist eine ideale Ergänzung zu einem PC, ersetzen kann es ihn nur bei eher einfachem Einsatz. Ein Notebook hingegen bietet für fast alle aktuellen Zwecke mehr als genug Leistung - wenn Sie einen vollwertigen Computer verlangen, fahren Sie meist mit einem Notebook besser, aber deutlich teurer.

Aber: Keine Regel ohne Ausnahme. Im Folgenden zeigen wir Ihnen detailliert die Kriterien für Ihre Kaufentscheidung auf. Netbook oder Notebook?

Abmessungen und Gewicht

Ganz klar: Ein typisches Netbook hat in etwa Taschenbuchgröße - damit passt es zwar nicht mehr in die Jackentasche, aber in jeden Rucksack. Mit einem Gewicht von gut einem Kilogramm trägt es noch nicht zu sehr auf, man kann es bequem zum Arbeitsplatz oder zur Uni mitnehmen. Ein typisches Notebook ist hingegen größer als ein Schulatlas und mit zwei bis drei Kilogramm deutlich schwerer. Auch betriebsbereit, also mit aufgeklapptem Bildschirm, beansprucht es mehr Fläche als ein Netbook - wer regelmäßig in der Holzklasse fliegt oder im überfüllten Vorlesungssaal Platz finden muss, hat mit einem Netbook bessere Karten. Die Größe von Notebooks kann aber auch Vorteile haben: Ein Erwachsener tut sich eventuell leichter damit, ein Notebook auf den Knien zu halten als ein kleines Netbook.

Bildschirm

Der Bildschirm hat unmittelbaren Einfluss auf die Größe des Mobilrechners - wer ein 38-cm-Display (15 Zoll) fordert, kann keinen Winz-PC erwarten. Aber welche Diagonale ist für ergonomisches Arbeiten nötig?

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Einige Grafikchips beschleunigen die HD-Videowiedergabe und anspruchsvolle 3-D-Spiele.

Die 9- oder 10-Zoll-Screens (22,9 bzw. 25,4 cm) von Netbooks reichen, um Notizen festzuhalten, letzte Korrekturen in die Hausarbeit einzupflegen oder eine E-Mail zu schreiben. Längere Texte und Seiten mit aufwendiger Gestaltung lassen sich auf den kleineren Displays aber kaum betrachten. Auch Internetseiten zeigen schon die Grenzen der Netbooks: Der Anwender muss oft nach oben oder unten blättern.

Die Megapixel-Fotos aktueller Digitalkameras überfordern die Mattscheiben von Netbooks ebenfalls. Natürlich zeigen die Mini-PCs ohne Murren Bilder. Details lassen sich aber nur erkennen, wenn man den entsprechenden Ausschnitt vergrößert, also wieder ständig blättert. Auch Videoclips machen auf Netbooks nur begrenzt Freude: Die gängige Bildschirmauflösung von 1024 x 600 Pixeln reicht gerade einmal, um DVDs in voller Qualität zu zeigen. HD-Videos spielen viele Netbooks (abhängig vom jeweiligen Codec, also der Video-Datenreduktion) schon wegen der kleineren Prozessoren und Grafikchips (mehr Details dazu weiter unten) nicht immer ganz ruckelfrei ab. Der Vorsprung typischer HD-Auflösungen (1280 x 720 oder 1920 x 1080 Pixel) lässt sich hier nicht erkennen - der Netbook-Bildschirm hat gar nicht so viele Bildpunkte. Über diese Dinge können Besitzer aktueller Notebooks nur lächeln. Typische Bildschirmgrößen sind hier 14, 15, 17 oder gar 18,4 Zoll (35,6/38/43,2/46,7 cm) mit Auflösungen von 1024 x 768 (4:3-Format), 1280 x 800 (16:10-Format) oder 1600 x 900 Pixeln (16:9-Format). Bilder, Videos, Webseiten oder umfangreiche Dokumente lassen sich auf diesen Displays wesentlich angenehmer und detaillierter betrachten. Für Fotos, Videos oder auch nur die mit vielen Bildern illustrierte Diplomarbeit ist ein großer Bildschirm Pflicht - also ein Notebook.

Laufzeit

Netbooks sind derzeit die Mobilrechner mit der längsten Ausdauer - Akkulaufzeiten von acht Stunden und mehr sind Standard. Notebooks können da nicht mithalten: Oft muss der Anwender schon froh sein, wenn er eine DVD von Anfang bis Ende ohne Kontakt mit der Steckdose sehen kann. Typische Notebooks laufen abseits des Stromnetzes zwei bis drei Stunden, die besten Modelle bringen es mit dem größten Akku auf sechs Stunden. Wenn Sie absehen können, dass Sie häufig weit weg von einer Steckdose sind und Ihnen die Leistung eines Netbooks reicht, gibt es keine Alternative zu den Bonsai-PCs.

Prozessoren

Der Hauptprozessor ist Herz und Hirn eines jeden Computers - die CPU (Central Processing Unit) bestimmt die Leistung eines PCs maßgeblich. In aktuellen Notebooks sind Doppelkernprozessoren gängig - in einem Gehäuse stecken also gleich zwei CPUs. Sind Programme dafür ausgelegt, können sie beide Kerne gleichzeitig nutzen - ein Video beispielsweise wird dann in der halben Zeit in ein anderes Format umgewandelt. Der Masse der PC-üblichen Anwendungen sind solche Optimierungen zwar immer noch fremd, aber moderne Betriebssysteme können anstehende Aufgaben selbsttätig auf die zwei CPUs verteilen. Wenn Sie also im Hintergrund Ihre Fotosammlung auf eine andere Bildgröße umrechnen lassen, steht ein zweiter Prozessorkern etwa für die ungestörte DVD-Wiedergabe zur Verfügung. Die derzeit gängige Netbook-CPU des Typs Intel Atom kann zwar dank Hyperthreading ebenfalls mehrere Prozesse gleichzeitig abarbeiten - so effektiv wie zwei physische Prozessorkerne ist sie aber nicht. Auch die reine Schlagzahl der CPUs unterscheidet sich deutlich: Die Masse der Atom-Prozessoren ist mit 1,6 Gigahertz (GHz, Milliarden Schwingungen pro Sekunde) getaktet, typische Notebook-CPUs mit 2 bis 2,93 GHz. Die Notebook-Prozessoren bieten zudem mehr und schnelleren internen Zwischenspeicher ("Cache"). Um Briefe zu schreiben oder Webseiten zu betrachten braucht man diese Leistung natürlich nicht. Wer aber auf dem Rechner hochauflösende Videos ansehen, Filme bearbeiten oder schlicht aufwendige Games spielen will, kommt um ein Notebook nicht herum.

Grafikprozessor

Viele (aber nicht alle) Notebooks haben einen eigenen Grafikprozessor (GPU, Graphics Processing Unit). Er ist dafür zuständig, dass auf dem Bildschirm ein sichtbares Bild erscheint. Ähnlich wie bei der CPU gilt auch für die GPU: Für Standardaufgaben wie die Darstellung von Texten oder Webseiten reichen die einfachsten Modelle. Geht es aber darum, hochauflösende Videos darzustellen oder grafisch anspruchsvolle 3-D-Spiele, dann kann die GPU gar nicht schnell genug sein. In Netbooks (und in billigen Notebooks) fehlt eine eigene GPU - stattdessen erledigt ein Baustein auf der Hauptplatine des Note- oder Netbooks die Bilddarstellung (und belegt dabei auch noch einen Teil des Arbeitsspeichers). Für herkömmliche DVDs reichen diese On-Board-Chips; wer aber mit seinem Mobilrechner HD-Videos ansehen und schneiden will, braucht ein Notebook mit schneller GPU. Insbesondere das derzeit in Camcordern verwendete HD-Videoformat AVCHD stellt an die GPU (und auch an die CPU) höchste Anforderungen.

Optisches Laufwerk

Selbst die billigsten Notebooks haben mittlerweile einen DVD-Brenner an Bord. Der spielt Discs nicht nur ab, sondern beschreibt Silberlinge bei Bedarf auch. In den Topmodellen finden sich bereits optische Laufwerke, die Blu-ray-Discs lesen und/oder beschreiben können. Für Netbooks gibt es nur externe Laufwerke (ab 60 Euro) - wer ein solches mit sich trägt, verspielt ein Gutteil des Größenvorteils des Mini-PCs. Zudem kann man den Brenner wie jedes Zubehör zu Hause vergessen - wer regelmäßig Filme von Disc sehen, CDs abspielen oder Daten sichern will, ist mit einem Notebook sicher besser bedient. Blu-ray-Brenner sind wegen ihrer Kapazität (50 Gigabyte, GB) pro Disc prinzipiell für jeden User interessant, der unterwegs große Datenmengen speichern muss. Die Wiedergabe von hochauflösenden Blu-ray-Filmscheiben lohnt sich hingegen nur, wenn das Notebook auch einen entsprechend großen Bildschirm (mindestens 17, besser 18 Zoll) mit HD-Auflösung (1920 x 1080 oder 1920 x 1200 Bildpunkte) mitbringt. Alternative: Die Wiedergabe über einen externen Bildschirm oder Flachfernseher - mehr dazu lesen sie hier.

Tastatur

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© Foto: Silke Heyde

Für Vieltipper ist ein richtiger Zifferntastenblock wichtig.

Auf Netbooks ist Platz Mangelware, die Tasten sind also eng gedrängt. Auf Notebooks hingegen können die Hersteller das Eingabefeld großzügiger anordnen und auch genügend Platz für die Auflage der Handballen einkalkulieren. Ab der 17-Zoll-Klasse bieten viele Notebooks sogar eigene Ziffernblöcke wie auf ausgewachsenen PC-Tastaturen.Wer lange Zahlenkolonnen in Tabellenkalkulationen eintippen muss oder die Tasten als Cursor-Steuerung für sein 3-D-Spiel benutzen will, wird dies zu schätzen wissen. Aber Obacht: Manche Hersteller bewerben zwar den Tastenblock, erwähnen aber nicht, dass sie am Platz für die deutschen Umlaute gespart haben - die Tasten Ä, Ö und Ü sind oft sehr schmal und kaum zu treffen.Grundsätzlich gilt für Notebooks wie für Netbooks: Wer viel schreibt, sollte sich sein Wunschgerät vorher im Laden anschauen und es ausprobieren - auch auf einem großen Notebook kann beispielsweise der Mausersatz im Wege sein. Dann nützt selbst die größte Tastatur nicht viel.

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