Sind Sie wirklich sicher?

Mobile Navis im Crashtest

Fliegt das Navi bei einem Unfall wie ein Geschoss durch den Wagen, oder bleibt es an der Scheibe kleben? auto connect hat den Navi-Crashtest gemacht.

Mobile Navis im Crashtest

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Mobile Navis im Crashtest

Neulich in Stuttgart: Ich stehe im Einfädel-Stau an der Tunnel-Einfahrt in Richtung Innenstadt. Plötzlich kracht es, und ich werde gegen die Kopfstütze geschleudert. Autsch, das tut weh, auch noch Stunden nach dem Unfall. Aber bei näherer Betrachtung der hinteren Stoßstange meines Wagens muss ich zugeben: Das war kein Unfall, eher ein Unfällchen. Der Lack ist futsch, das Plastik leicht lädiert, ähnlich auch beim aufgefahrenen Fiesta. Die Kosten für die Reparatur sind zwar lästig, liegen mit rund 900 Euro jedoch im so gerade noch verschmerzbaren Rahmen. Aber dieses Erlebnis zeigt: Selbst bei einem Mini-Zusammenstoß sind schon enorme Kräfte am Werk.

Was wäre passiert, wenn der Hintermann mit 30 oder gar 60 Sachen aufgefahren wäre? Und was wäre in diesem Fall mit dem Plug-&-Play-Navi von Medion vor meiner Nase passiert? Wäre es mir auf die Nase geflogen? Um das herauszufinden, hat auto connect zusammen mit den Spezialisten von Crashtest-service.com (CTS) die Crash-Sicherheit mobiler Navis getestet. Was dabei herauskam und wie Sie Ihr mobiles Navi garantiert sicher befestigen, lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Testgeräte-Bestellung mit Hindernissen

Der Ford Mondeo vor dem Test

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Der Versuchs-Mondeo für den Navi-Crashtest wird vor der Crashwand auf die Spur justiert

Von der Idee bis zum Crashtest war es jedoch ein langer Weg. Zwar war die Fachleute von Crashtest-service.com aus Münster sofort dazu bereit, für auto connect einen Ford Mondeo Kombi zweimal gegen die Wand zu fahren. Doch die Anfrage bei den Navigationsherstellern, uns doch bitte ein paar Geräte zum Kaputtmachen zu schicken, endete nicht selten mit einem entsetzten Seufzer und einem nur noch gehauchten "...ich rufe zurück..." Recht entspannt gab man sich hingegen bei Falk, Medion und Navigon. "Tut, was ihr nicht lassen könnt", hieß es dort.

Redakteur Oliver Stauch justiert die Navis

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Redakteur Oliver Stauch sorgt für den sicheren Sitz der Probanden an der Scheibe.

Beim Navi-Platzhirsch Garmin zögerte man zuerst, doch wenige Tage nach der Anfrage hatten wir ein nüvi zum Zerdeppern in der Post. Richtiggehend begeistert von der Crash-Idee zeigte sich der Halter-Hersteller Herbert Richter aus Pforzheim. Richter fabriziert die Scheibenhalterungen für viele Navi- und Handyhersteller. Da der Zulieferer auch die Scheibenhalter einiger Probanden gebaut hatte und somit sowieso schon am Test teilnahm, probierten wir von den Pforzheimern noch eine Universal-Klemmbackenhalterung für Handys aus. Diese Klemmhalterung war der heißeste Kandidat für einen Abflug beim Crash; zusammen mit der Falk-P-Serie, bei der das Navi nur von einem Magneten "gehalten" wird.

Der Versuchsaufbau

Alles Testgeräte sind angebracht

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Die Frontscheibe des zu crashenden Mondeo ist mit Testgeräten gepflastert.

Das Ziel, möglichst viele unterschiedliche Befestigungstypen in Münster gegen die Wand fahren zu können, war nach kurzer Zeit erreicht - der Karton mit Testgeräten also gut gefüllt. Es sollte zwei Heck-Crashs geben, einmal mit 25 und einmal mit knapp 60 km/h. Bei diesem Tempo werden die Insassen meist noch nicht sehr stark verletzt; ein abfliegendes Navi könnte aber ein Problem darstellen. Auf eine höhere Aufprallgeschwindigkeit haben wir verzichtet, da bei einem Crash mit 100 Sachen in ein Stauende alles Mögliche durch die Gegend fliegt. Und wie ein 100 km/h-Unfall von Crashtest-service.com für die WDR-Sendung Quarks & Co. einmal gezeigt hat: Ob man bei dem Tempo dann noch ein Navi auf die Nase bekommt, ist kaum noch relevant, da die Überlebenschancen sowieso schon gering sind. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass bei doppeltem Tempo die vierfache Energie wirkt. Beim Schritt von 25 auf knapp 60 km/h in unserem Test wird beim zweiten Crash also mehr als die vierfache Energie des ersten freigesetzt.

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