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Mobile TV per UMTS

Der lachende Dritte beim Wettstreit um die erfolgreichste Technologie für mobiles Fernsehen ist eine eigentlich schon fast wieder abgeschriebene Variante: Videostreaming per UMTS.

Fernsehprogramme lassen sich auch übers normale UMTS-Netz per Videostreaming übertragen. Der prinzipielle Nachteil dieser Lösung – jeder Empfänger belegt einen eigenen Datenkanal und somit Bandbreite im Mobilfunknetz – hatte die konkurrierenden Mobil-TV-Standards DMB und DVB-H erst entstehen lassen. Doch diese technologische Schwäche begründet gleichzeitig die große Stärke dieses Übertragungsverfahrens: jeder Zuschauer kann zu jedem Zeitpunkt genau das auf dem Handy-Display sehen, was ihn interessiert. Seien es die jüngste Folge der Lieblings-Soap-Opera oder die extra fürs Mobiltelefon produzierte „Tagesschau in 100 Sekunden“.

Mit solchen Angeboten beweisen die Mobilfunk-Firmen, dass sie das Prinzip verstanden haben: niemand will ein komplettes Fußballspiel, eine 45-minütige Serienfolge oder gar einen kompletten Spielfilm auf dem Handy anschauen. Interessant sind kurze Info- und Entertainment-Häppchen – wie zum Beispiel auch die von T-Mobile angebotenen Highlights aus Pro7/Sat.1-Comedy-Shows à la „Genial daneben" oder „Tramitz & Friends".

Ein weiterer Vorteil von Handy-TV per UMTS ist die breite Verfügbarkeit geeigneter Empfangsgeräte: praktisch jedes UMTS-Handy lässt sich zum Empfang der per Streaming ausgestrahlten Fernseh-Clips nutzen.

Um die Hemmschwellen zu senken, haben die Anbieter auch die Kosten für den Empfang nach unten geschraubt:

Vodafone stellt zumindest ein Basisangebot in allen UMTS-Tarifen ohne Zusatzkosten zur Verfügung. Extra zahlen muss nur, wer im Rahmen von Paketen wie „Entertainment" Premium-Inhalte à la Bundesliga, MTV-Music oder Wetter Fernsehen empfangen will – oder die im Rahmen eines speziellen „Erotik-Pakets" angebotenen Inhalte von Anbietern wie Playboy mobile oder Beate Uhse.

Bei T-Mobile kostet der mobile TV-Empfang wahlweise 2 Euro pro Tag oder 7,50 Euro pro Monat. Zusatzangebote wie ein Bundesliga- oder Erotik-Paket schlagen auch hier extra zu Buche.

Und O2 setzt auf den Einzelabruf der Folgen oder Best-of-Zusammenschnitte von Serien wie „Stromberg“, „Die Dreisten Drei“, „Comedystreet" oder „Kalkofes Mattscheibe“.

Die Abrufzahlen geben den Mobilfunk-Providern recht: mit ihren Angeboten sind sie für die tatsächliche Nutzeransprüche für Mobil-TV offensichtlich deutlich besser aufgestellt als spezielle Handy-TV-Dienste zu Abo-Konditionen.



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