Mobiles Recording

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MP3-Player arbeiten schon längst mit Flash-Karten. Jetzt bringt Olympus einen genialen Minirecorder mit Speicherchips, der sogar Mikrofone eingebaut hat.

Olympus LS 10

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Olympus LS 10

Schon immer übten Mobilrecorder eine besondere Faszination auf den HiFi-Fan aus. Das ist kein Wunder, mussten die Entwickler doch die jeweils aktuelle Technik auf kleinstem Raum unterbringen. Beste Beispiele dafür sind portable DAT- und MD-Recorder; wer denkt nicht gern daran zurück? Heute ist das alles kalter Kaffee, und nachdem die Festplatte als Speichermedium für Mobilrecorder wegen der Stör- und Laufgeräusche übersprungen wurde, steht jetzt der Flash-Speicher im Rampenlicht.

Auf Flash-Karten im High-Capacity-Format (HC) lassen sich bis zu 32 Gigabyte speichern, was für 48 Stunden in CD-Qualität und für 350 Stunden bei MP3 mit 192 Kilobit pro Sekunde reicht. Zwar sind derzeit erst 8-GB-Karten erhältlich - zu Preisen übrigens ab 30 Euro -, doch ist mit der Verfügbarkeit von 16-GB-Typen noch in diesem und mit 32 GB bereits im nächsten Jahr zu rechnen. 

Auf der Basis von SDHC-Karten hat nun Olympus den LS 10 entwickelt, der ohne Karte - aber mit 2 GB internem Speicher - 399 Euro kostet. Beim LS 10 handelt es sich um einen sehr handlichen Digitalrecorder mit Line- und asymmetrischen Mikrofoneingängen sowie mit zwei integrierten Kondensatormikros in Stereo-Anordnung. Die Empfindlichkeit ist in zwei Stufen wählbar, die Aussteuerung kann manuell mit oder ohne Limiter sowie automatisch erfolgen. Für die eingebauten Mikrofone gibt es ein zuschaltbares Hochpassfilter, das bei Nahbesprechung die Bässe rausnimmt sowie Popp- und Windgeräusche entschärft. Zum Lieferumfang gehören sogar aufsteckbare Schaumstoff-Windschutzkappen. Die Mikrofone lassen sich auf verschiedene Richtcharakteristika einstellen; ein Stativgewinde rundet die üppige Liveaufnahme-Ausstattung ab. Als Extras hat Olympus weitere Mikrofone nebst Zubehör im Programm, zum Beispiel für Live- und Richt-Aufnahmen mit Rauschunterdrückung. Dazu gehört auch eine Infrarot-Fernbedienung mit an das Gerät ansteckbarem Empfänger.

Die kanalgetrennten Aussteuerunganzeigen sind in das beleuchtete Display mit 1,8 Zoll Bilddiagonale integriert, zusätzlich weist eine Peak-LED auf Übersteuerungen hin. Darüber hinaus zeigt das Display wichtige Betriebszustände an, die in Verbindung mit den zentralen Cursortasten gut einstellbar sind.

Für die Hauptfunktionen wie Aufnahme, Stopp, Wiedergabe und Löschen hat Olympus dem LS 10 noch Extratasten spendiert, sodass sich die Handhabung geradezu vorbildlich gestaltet. Das in Form einer Fernbedienung ausgeführte Gerät liegt optimal in der Hand, und die Bedienelemente sind ergonomisch sinnvoll angeordnet. Positiv ist schließlich, dass sich Aussteuerung und Wiedergabelautstärke über richtige Drehknöpfe einstellen lassen.

Doch nicht nur für die Funktionalität seiner Bedienungselemente verdient der Olympus ein dickes Lob, sondern auch für deren solide und robuste Ausführung. Die Konstruktion aus Aluminium - und das bei durchaus edlem Design - verdient die Bestnote für die Wertigkeit. Die Wiedergabe erfolgt über (nicht mitgelieferte) Kopfhörer oder über die zwei eingebauten Mikro-Lautsprecher. Die Aufnahmedauer im netzunabhängigen Betrieb gibt Olympus mit mindestens acht Stunden an, während die Wiedergabe bis zu 35 Stunden möglich sein soll. Verwendbar sind handelsübliche Batterien oder Akkus.

Per USB lassen sich die Aufnahmen auf den PC überspielen und mit Hilfe der mitgelieferten Steinberg-Software Cubase 4 LE vielfältig nachbearbeiten.

Als Aufnahmeformate stehen Linear PCM von 44,1 Kilohertz mit 16 Bit-Auflösung bis hin zu 96 kHz / 24 Bit zur Verfügung. Datenreduziert bietet der LS 10 MP3 mit den Raten 128, 256 und 320 Kilobit pro Sekunde an, dazu kommt noch WMA mit 64, 128 und 160 kbps.

Die Aufnahmen über die eingebauten Mikrofone gelangen für Natur und Stimmen gut bis sehr gut, hervorzuheben sind insbesondere die Frische und Präsenz. Auch Livemusik kam ordentlich rüber, wenngleich erst ein externes Stereo-Kondensatormikrofon den Recorder voll ausreizt. Das gilt besonders im Bass. Für die internen Mikros genügen daher 44,1 kHz / 16 Bit oder gar MP3/WMA mit hoher Datenrate, während 96 kHz / 24 Bit erst mit hochwertigen externen Mikrofonen Sinn machen.

Den Beweis für die hohe Konverterqualität lieferte die Überspielung einer Direktschnitt-LP (Cal Tjader), die knackig, frei, seidig und ungemein plastisch ertönte - auch bei Wiedergabe über den eingebauten D/A-Wandler. Damit ist der edle Olympus nicht nur für Aufnahme, sondern auch für Wiedergabe das highendige Mobilgerät schlechthin.

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