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Mobilfunk Netztest Deutschland 2009

von Bernd Theiss
Netztest 2009
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Der Morgen ist noch kühl, wenn Matthias Kleine den Mercedes startet. Was nun geschieht, würde ohne Unterstützung der Lichtmaschine die beiden Autobatterien innerhalb von Minuten leersaugen. Denn Kleine schaltet zwölf ins Heck des E-Klasse-Kombis eingebaute Rechner in festgelegter Reihenfolge ein. Danach koppelt er sein Notebook mit diesem Netzwerk.

Es gilt, neben anderen Kontrollaufgaben die automatische Uhren-Synchronisation aller Computer auf etwa fünf Millisekunden Genauigkeit zu starten. Ereignisse, die später von den Rechnern registriert werden, können so der zum zugehörigen Zeitpunkt bestimmten GPS-Position zugeordnet werden. Erst wenn die über eine halbe Stunde dauernden Einstellungen abgeschlossen sind, kommt der Fahrer Ensar Jakubovic dazu. Der lenkt den Wagen entweder von einer Stadt zur nächsten oder steuert in einer Stadt nacheinander etwa 50 breitflächig gestreute Ziele an. Kleine sitzt derweil auf dem Beifahrersitz und beobachtet auf seinem Notebook sich stetig verändernde Zahlenkolonnen.

Netzqualität auf dem Prüfstand

Die beiden Protagonisten sind im Auftrag von P3 Communications als Netztester unterwegs. Denn in bewährter Zusammenarbeit mit den Mobilfunkspezialisten aus Aachen will connect auch in diesem Jahr den deutschen Netzbetreibern auf den Zahn fühlen. Letztes Jahr gab es Gleichstand bei den beiden Großen, wobei T-Mobile beim Upload und Vodafone bei der Verfügbarkeit Vorteile für sich verbuchen konnte.

Haben sie nun ihre Schwächen zu Stärken verwandelt? Und wie haben sich O2 und E-Plus entwickelt? Schließlich hat O2 im vergangenen Jahr eifrig den UMTS-Ausbau auf besonders schnelles HSPA vorangetrieben und im GSM-Netz das Roaming fast vollständig zugunsten der kräftig ausgebauten eigenen Infrastruktur aufgegeben. Auch E-Plus hat an seinem Netz gefeilt und fleißig GSM-Zellen auf EDGE hochgerüstet, in einigen Großstädten soll zudem HSDPA verfügbar sein. Das verspricht einen spannenden Ausgang im Leistungsvergleich.

Von der Sprachqualität bis zur Upload-Rate

Doch bevor ein Sieger gekürt werden kann, muss gemessen werden, wer bei der Verfügbarkeit von Sprach- und Datendiensten, bei der Sprachqualität und beim Up- und Download in der Stadt und auf dem Land die Nase vorn hat. Und die 16 Gigabyte Daten, die dafür täglich aufgezeichnet werden, müssen bei P3 Communications in Aachen ausgewertet werden. Wozu sie Matthias Kleine am Abend zunächst auf einer externen Festplatte und auf seinem Notebook sichert, um die wichtigsten Daten später per DSL im Hotel in die Firmenzentrale zu schicken. Netztesttage sind lang.

 
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