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Streaming FAQ

Alle Fragen rund um Musik-Streaming

Nur wenn Player, Server und Smartphone richtig zusammenspielen, wird Streamen zum Vergnügen. Wir klären die wichtigsten Fragen, damit auch bei Ihnen die Musik-Streams so richtig fließen.

  1. Alle Fragen rund um Musik-Streaming
  2. Musik-Streaming: Übertragungsstandards im Überblick
Streaming Zuhause - Lifestyle Pulse2

© Hersteller

Wie landet Musik vom Smartphone auf dem Lautsprecher? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Musik-Streaming.​

Streaming schafft ein ganz neues Musikerlebnis. Im Gegensatz zu CDs und Schallplatten können Sie per Smartphone und Tablet Ihre komplette digitale Musiksammlung bequem durchforsten. Im Internet steht Ihnen eine schier unendliche Auswahl an Musik zur Verfügung, und über einen Fingertipp landet alles auf Ihrer Musikanlage – oder sogar auf allen Speakern in Ihrer Wohnung. Damit Sie auch in diesen Genuss kommen, beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Welche Geräte brauche ich zum Musik-Streaming? 

Zum Streaming brauchen Sie zunächst einen Player, der diese Fähigkeit mitbringt. Das kann ein spezieller Streaming-Player oder WLAN-Lautsprecher sein. Aber auch viele Produkte aus anderen Produktkategorien sind dazu in der Lage: etwa AV-Receiver, Blu- ray-Player oder Fernseher. 

Im Gegensatz zur CD- oder Schallplatten-Wiedergabe, wo sich die Musikquelle im oder auf dem Spieler befindet, sind sie bei Streaming Player und Musikquelle örtlich voneinander getrennt. Zum Überbrücken der Distanz kommen Kabel oder Funk zum Einsatz. In beiden Fällen werden Übertragungsmethoden verwendet, die man vom Computer her kennt.

Beim drahtgebundenen Transport sind es meist Ethernet-Kabel, beim drahtlosen WLAN. Damit Musik den Weg von der Quelle zum Player findet, ist zusätzlich ein Vermittler nötig: der Router. Alle Datenströme laufen hier zusammen – sei es per Ethernet-Kabel oder WLAN. 

Viele Router besitzen ein integriertes Modem, um eine Verbindung zum Internet herzustellen. So können Sie auch auf Musikquellen aus dem Internet zugreifen, zum Beispiel auf Streaming-Dienste wie Spotify oder Tidal. Die Musikquelle zu Hause kann zum Beispiel ein NAS-System (Network Attached Storage), ein Computer oder ein spezieller Musik- Server sein. 

Streaming Zuhause - AVM FRITZ!Box 3490

© AVM

Keine spezielle Hardware nötig: Ein gewöhnlicher Router wie die AVM FRITZ!Box 3490 genügt vollkommen zum Musik-Streaming.

Welchen Router benötige ich zum Musik-Streaming? 

Ein gewöhnlicher Internet-Router, wie Sie ihn mit einem DSL- Vertrag erhalten, reicht in der Regel aus. So gut wie alle neueren Router beherrschen die WLAN-Standards G und N, die viele Streamer nutzen. Außerdem besitzen sie im Normalfall Ethernet-Buchsen, um Player und Server anzuschließen. 

Kann ich Musik per WLAN streamen oder brauche ich Netzwerkkabel? 

Das lässt sich nicht generell beantworten. Zum Beispiel erzeugt ein unkomprimierter hochauflösender Musik-Stream in 192 kHz/24 Bit ein Datenaufkommen von etwas weniger als 10 MBit/s. Beim WLAN-Standard G, der langsamer als WLAN-N ist, steht in der Regel eine Brutto-Übertragungsrate von 54 MBit/s zur Verfügung. Die nutzbare Bandbreite liegt deutlich darunter, bei rund der Hälfte.

Dennoch liegt der Wert über der nötigen Bandbreite, um die 192-kHz-/24-Bit-Musik zu streamen. Die nutzbare Bandbreite reduziert sich aber weiter, wenn der Streamer in einem anderen Raum als der Router steht. Die Wände dämpfen das WLAN-Signal, wodurch am anderen Ende eines Hauses keine Bandbreite mehr zur Verfügung stehen kann. 

In einem Mehrparteienhaus stören zudem Nachbarn den Empfang mit ihren WLAN-Routern. Es kann also bereits mit MP3-Musik zu Empfangsproblemen kommen, es kann aber auch das Streaming von hochauflösender Musik klappen: vor allem, wenn man den schnelleren WLAN-Standard N nutzt. 

Wer sichergehen will, sollte wenn möglich Kabel verwenden – speziell beim Musik-Server, der zum Teil nicht nur einen sondern mehrere Streams für die Player zur Verfügung stellt. Wer hochauflösende Musik streamt, sollte am besten von vornherein auf Kabel setzen.

Streaming Zuhause - Devolo

© Devolo

Empfang im ganzen Haus: Der Powerline-Adapter Devolo dLAN 550 duo+ (links) und der WLAN-Repeater TP-Link RE200 (rechts) bringen das Heimnetz dort hin, wo Sie es zum Musik-Streaming brauchen.

Was hilft bei WLAN- Empfangsproblemen? 

Bei Problemen mit dem WLAN- Empfang kann ein WLAN-Re- peater weiterhelfen. Er verstärkt das WLAN-Signal, indem er zwischen Player und Router platziert wird. Eine andere Möglichkeit sind Powerline-Adapter. Mit ihnen lassen sich die Musik- Streams über die Stromleitung schicken. Man braucht immer mindestens zwei Adapter. Einer steckt in einer Steckdose in der Nähe vom Router und ist per Netzwerkkabel angeschlossen. Der zweite befindet sich in der Nähe des Players und stellt zu ihm die Verbindung per Netz- werkkabel oder WLAN her. 

Wie verbinde ich einen Player mit dem Netzwerk? 

Das Einrichten eines Netzwerk- Players ist häufig recht einfach. Denn die zugehörigen Apps führen meist Schritt für Schritt durch die Installation. Sie zei- gen, wie man Streamer per WLAN oder Kabel mit dem Heimnetz verbindet. Und sie beschreiben auch, wie man die grundlegenden Einstellungen vornimmt. IT-Kenntnisse sind dafür nicht notwendig. 

Streaming Zuhause - Pioneer MRX-5

© Pioneer

DTS Play-Fi, Chromecast und Bluetooth: Im Wireless-Speaker Pioneer MRX-5 sind gleich mehrere Standards integriert. Er lässt sich so flexibel mit Smartphones und Streamern verbinden.

Wie kann ich meine Musiksammlung streamen? 

Mit Netzwerk-Playern ist es möglich, auf Musik vom Computer, von NAS-Systemen und von Musik-Servern zuzugreifen. Die Arten, wie sich die Player die Musik beschaffen, unterscheiden sich jedoch zum Teil voneinander. Eine Möglichkeit: Sie greifen auf Musik zu, die ein UPnP- bzw. DLNA-Server (siehe Kasten) bereitstellt. Ein UPnP-Server ist eine Software, die zum Beispiel auf einem Computer, NAS-System oder Musik-Server installiert ist. Sie katalogisiert die Musik etwa nach Künstler, Album und Genre und stellt sie sortiert im Netzwerk bereit. Auf dem Computer kann diese Aufgabe zum Beispiel der Twonky Server oder der MinimServer übernehmen.

NAS-Systeme für den Heimbereich sind häufig bereits aufs Streaming vorbereitet. Der Nutzer muss die UPnP-Server-Software oft nur aktiveren bzw. installieren. Spezielle Musik-Server haben die Server-Software im Normalfall bereits installiert. So müssen Sie den Musik-Server hauptsächlich nur noch mit dem Netzwerk verbinden und ihn mit Musik vom Computer oder einer externen Festplatte befüllen.

Oft besitzen sie auch ein CD-Laufwerk, um Audio- CDs auf die integrierte Festplatte zu rippen. Manche Player greifen zusätzlich oder ausschließlich auf Netzwerk-Freigaben zu. Dabei handelt es sich um Ordner, die auf einem Computer, NAS- System oder Musik-Server für das Heimnetz freigegeben wurden. Eine solche Freigabe lässt sich etwa unter Windows 10 einrichten, indem man im Windows Explorer mit der rechten Maustaste auf einen Ordner klickt. 

Lese-Tipp: Streaming-Boxen im Vergleich

Über „Freigabe für“ können Sie dann bestimmen, für wen Sie den Ordner freigeben wollen. In diesem Fall übernimmt nicht der Server das Sortieren der Musik, sondern der Player. Manche Player erlauben es auch, dass man USB-Festplatten an sie anschließt. Zum Teil können dann nicht nur Sie selbst auf die Musik von der Festplatte zugreifen, sondern Sie stellen sie auch im Netzwerk für andere Streamer bereit. 

Wer keine USB-Festplatten anschließen kann und regelmäßig Musik streamen möchte, sollte über den Kauf eines NAS- Systems oder eines Musik-Servers nachdenken. Den Computer jedes Mal einzuschalten, wenn man Musik hören will, ist umständlich. Und den PC ständig laufen zu lassen, verschwendet Strom. Im Gegensatz zu NAS-Systemen und Musik- Servern sind gewöhnliche Computer recht energiehungrig.

Streaming Zuhause - Synology DS216j

© Synology

Musik-Tresor: Ein Netzwerk-Speicher wie die Synology DS216j stellt im Heimnetz Netzwerk- Playern, WLAN-Speakern und vernetzten HiFi-Anlagen Ihre Musiksammlung zur Verfügung.

Was brauche ich zum Streaming aus dem Web? 

Zunächst benötigen Sie zusätzlich zum Internet-Router einen Internet-Vertrag, der genügend Bandbreite zur Verfügung stellt. Ein Vertrag mit 16.000 kBit/s reicht vollkommen aus, um beispielsweise Musik in der höchsten Qualitätsstufe (320 kBit/s) bei Spotify (Premium) zu streamen. 

Ein hochauflösender Musik-Stream mit 192 kHz/24 Bit komprimiert im verlustlosen FLAC-Format braucht deutlich mehr Internet-Bandbreite: oft rund 5000 kBit/s. Dafür genügt ein Vertrag mit 16.000 kBit/s ebenfalls. 

Zu Problemen kann es aber kommen, wenn zu Hause mehrere Personen gleichzeitig Musik oder Filme streamen. Allein die nötige Internetband-Bandbreite genügt jedoch nicht, um einen Musikdienst zu nutzen. Ein Player muss auch in der Lage sein, auf den Dienst zuzugreifen.

Das geht mit Spotify in den meisten Fällen. Bei Tidal und Qobuz, die bei audiophilen Hörern so beliebt sind, sieht es hingegen anders aus. Auch wenn kein direkter Zugriff über einen Player möglich ist, gibt es Optionen, die Musikdienste zu den Playern zu bringen. Dabei helfen Übertragungsstandards wie Apple Air- Play, Chromecast built-in und Bluetooth. Unterstützt ein Streamer einen der Standards, genügt es, auf dem Smartphone die App des Streaming-Dienstes zu öffnen und die Musik über einen der Standards zum Player zu schicken.

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Ist mit jedem Streamer Multiroom möglich? 

Wenn sich mehrere Streamer miteinander verbinden und sich über eine App steuern lassen, spricht man meist von einem Multiroom-System. Über die App kann der Nutzer dann bestimmen, welcher Streamer welche Musik spielen soll. Oder er legt fest, dass auf allen Geräten dieselbe Musik läuft. 

Bei älteren Netzwerk-Playern findet man diese Multiroom-Funktionen eher selten. Bei neuen Produkten sind diese Funktionen dagegen immer häufiger integriert. Dabei ist zu beachten, dass Sie Streamer in einem Multiroom-System nicht frei miteinander kombinieren können. 

So lassen sich zum Beispiel in die Multiroom-Systeme Yamaha MusicCast, Sonos und Raum- feld nur Produkte der jeweiligen Hersteller direkt einbinden, HEOS ist auf Produkte von Denon und Marantz beschränkt und FireConnect auf Geräte von Pioneer und Onkyo. Mit Qualcomm AllPlay und DTS Play-Fi gibt es jedoch zwei Multiroom-Standards, die Produkte verschiedener Hersteller unter einen Hut bringen sollen.

Streaming Zuhause

© Hersteller

Links: App-Steuerung: Bei Bluesound legt man per App fest, welche Speaker Musik wie laut spielen. Mitte: Einfach einrichten: Die Raumfeld-App führt Schritt für Schritt durch die Installation. Rechts: Streamen auf Google-Art: in Chromecast-optimierten Apps den Speaker oder TV wählen.

Wie binde ich eine bereits vorhandene Anlage in ein Multiroom-System ein? 

Auch wenn Multiroom-Systeme oft in sich geschlossen sind, lassen sich in der Regel Produkte einbinden, die Sie bereits besitzen. So gibt es für Multiroom-Syteme außer WLAN-Speakern ebenfalls Streaming-Player. An ihre Audio-Ausgänge lässt sich ein vorhandener Verstärker anschließen. 

Streaming-Player mit integriertem Verstärker können Sie auch direkt mit passiven Lautsprechern verbinden, damit sie die gestreamte Musik wiedergeben. Diese Netzwerk-Player (und zum Teil WLAN-Lautsprecher) besitzen oft auch Ton-Eingänge. 

Daran lassen sich etwa CD- und Schallplatten-Spieler anschließen. Dadurch kann der Ton vom CD- oder Schallplatten-Spieler nicht nur über den verbundenen Netzwerk-Player erklingen, sondern oft auch in anderen Räumen, wo sich Multiroom-Player befinden. 


Produktpräsentation: Sonos Playbase

Quelle: video
Aman Rafi, Senior Accountant Manager Central Europe, stellt die Sonos Playbase vor.

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