Datensicherung

Handhabung der Musikserver-Daten

Je umfangreicher das Archiv wird, desto wichtiger ist es, die Daten in einer übersichtlichen Ordnerstruktur abzulegen. Es hat sich bewährt, eine ähnliche Systematik wie im Plattenladen zu pflegen. Neu eingelesene Alben legt man am besten in einem eigenen Ordner ab, bis überprüft wurde, ob die Benennung konsistent und die Audioqualität in Ordnung ist. Danach sortiert man sie in das Archiv ein.

Fasst man dabei die Alben eines Künstlers in einem Ordner zusammen und stellt dem Namen des Albums das Erscheinungsjahr voran, ist das Archiv nach chronologischen Diskografien einzelner Künstler sortiert. Sampler - also Sammelalben mit Songs verschiedener Interpreten, wie etwa die stereoplay- CDs - gruppiert man besser in einem Extra-Ordner. Im Beispiel links sind auch Soundtracks separat zusammengefasst. Solche Feinheiten hängen aber vom konkreten Inhalt der Musiksammlung ab.

Viele Geräte und Programme bieten an, diese zeitraubende Sortierarbeit zu übernehmen. Wer viel Wert auf seine mühsam erstellte Ordnerstruktur legt, sollte unbedingt darauf achten, dass sein Archiv dadurch nicht automatisch umsortiert wird. Vor dem ersten Einlesen des Archivs sollte man die entsprechenden Einstellungen des Programms oder Geräts kontrollieren. Zudem kann man das Archiv mit einem Schreibschutz versehen, den man aber für jede Erweiterung deaktivieren muss.

Letztlich ist die Ordnerstruktur nur zweitrangig. Das A und O eines sortierten Musikarchivs sind die sogenannten Metadaten. Fast alle Audioformate lassen sich mit einem ID3-Tag markieren. Er ist in die Datei eingebettet und speichert diverse Informationen über den Titel, etwa das Album, den Künstler und die Liednummer. Eine Musikbibliothek wird im Normalfall nicht auf Basis der Datei- und Ordnerstruktur, sondern anhand der eingebetteten Metadaten verwaltet.

iTunes ID3-Tag

© Screenshot WEKA / stereoplay

Metadaten in iTunes: ID3-Tags speichern Zusatzinformationen über das Lied.

Auch Metadaten werden automatisch verarbeitet. Die nötigen Informationen werden von den Programmen oder Geräten aus verschiedenen Datenbanken abgerufen und in die Dateien eingefügt. Tauchen Probleme mit der Darstellung oder der Sortierung der Bibliothek oder bestimmten Alben auf, ist das fast immer auf unsaubere Tags zurückzuführen. Dann bleibt nichts anderes übrig, als selbst Hand anzulegen und akribisch nachzuarbeiten. Am einfachsten lässt sich das mit spezialisierten Tools wie Mp3tag (www.mp3tag.de) bewerkstelligen, das trotz seines Namens auch die ID3-Tags anderer Audioformate bearbeiten kann.

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Wer die Vorteile seiner sauber sortierten Musikbibliothek erst einmal zu schätzen gelernt hat, wird seine digitale Sammlung regelmäßig pflegen und erweitern - und dabei recht schnell feststellen, dass ein durchaus nennenswerter Umfang an Zeit und Arbeit in einem solchen Datenbestand stecken kann. Spätestens an diesem Punkt sollte man sich ein paar Gedanken zum Thema Datensicherheit machen. Zu groß ist die Gefahr, dass ein simpler technischer Defekt die mühevolle Arbeit von Monaten mit einem Schlag zunichte macht, weil das Musikarchiv nur auf einer einzigen Festplatte liegt.

Hochwertigere Datei- oder HiFi-Server setzen daher auf einen Festplattenverbund, der als RAID-System bezeichnet wird. RAID steht für das englische "Redundant Array of Independent Disks", was in etwa "redundanter Verbund aus mehreren Festplatten" bedeutet. Grob erklärt, fasst man dafür mehrere kleinere Speicher zu einer größeren Einheit zusammen. Die Daten werden gleichmäßig über alle Festplatten verteilt und redundant abgesichert. Fällt nur ein Teil des Verbunds aus, hat man noch keinen Datenverlust erlitten. Der Preis für diese Sicherheit ist, dass ein Teil des gesamten Speichervolumens nicht genutzt werden kann, da er für das Ablegen redundanter Informationen benötigt wird.

Letzte Sicherheit

Ein RAID kann jedoch auch komplett ausfallen, vor allem durch äußere Einwirkung, etwa durch einen Blitzschlag, einen Brand oder eine Überschwemmung. Auch ein Befall mit Schad-Software, zum Beispiel durch Erpressungstrojaner wie "Locky", der vor Kurzem sein Unwesen getrieben hat, kann den Datenbestand gefährden. Gegen solche Ereignisse kann man sich nur durch das regelmäßige Kopieren der Daten auf eine separate Festplatte absichern, die an einem sicheren Ort, getrennt vom Speichersystem, das im täglichen Gebrauch ist, aufbewahrt wird. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass die gesamte Sammlung dann sowohl stationär auf dem RAID-System als auch mobil auf der externen Festplatte verfügbar ist. Ein eventuell ausgefallenes Speichermedium muss natürlich immer sofort ersetzt werden, sonst ist die Datensicherheit nicht mehr garantiert.

Schön, dass sich die in dieser Ausgabe getesteten Server selbstständig um diese Punkte kümmern. Dann bleibt mehr Zeit für die Musik!

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