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Musikserver

Digitale Musiksammlung sichern: Tipps fürs Backup

Um eine Musiksammlung auf Festplatte zu erstellen, ist ein hoher Aufwand nötig. Umso wichtiger erscheint eine absolut zuverlässige Sicherungsstrategie, und die sollte gleich mehrere Instanzen umfassen.

Musikserver Aufmacher

© Weka/Archiv

Die digitale Musiksammlung sollte gut gesichert sein.

Das zentrale Element für die Massenspeicherung ist die Festplatte. Das gilt auch für Musikdaten, die ohne Sicherungsmaßnahmen stark gefährdet wären. Denn statistisch betrachtet ist die Lebensdauer einer Festplatte auf etwa fünf Jahre begrenzt. Der Grund: Eine Festplatte (Hard Disk Drive, kurz: HDD) ist ein elektromechanisches Bauteil mit schnell rotierenden Metallscheiben und beweglichen Magnetköpfen. Das bewirkt eine natürliche Alterung, und so kann es nach einigen Betriebsjahren zum partiellen oder totalen Ausfall mit Datenverlust kommen.​

Um dem entgegenzuwirken, haben Festplattenhersteller spezielle NAS-Laufwerke entwickelt, etwa die Serien IronWolf von Seagate und Red von Western Digital. Solche Platten laufen sehr vibrationsarm, auch drehen die IronWolf-HDDs bis zu 4 TByte langsamer als Desktop-Platten. Fürs Musikhören spielt das freilich keine Rolle, lediglich Datensicherung und -transfer dauern damit länger.​

Ausgeführt sind NAS-HDDs durchweg im 3,5-Zoll-Format, zudem ausdrücklich für Dauerbetrieb spezifiziert. Genau das haben 2,5-Zoll-HDDs nicht zu bieten, auch sind sie bei gleicher Speicherkapazität nicht leiser. Dafür kommen sie mit halbiertem Energieverbrauch aus.​

NAS-Server TS-251+ von QNAP

© QNAP

Der NAS-Server TS-251+ von QNAP erfüllt professionelle Ansprüche und bietet umfangreiche Features sowie eine hohe Sicherheit für die Musikdaten.

Zwei Backups erforderlich 

Selbst dann, wenn ein Musikserver – wie der X50 von Cocktail Audio – bereits mit einem internen Sicherungskonzept arbeitet, müssen die wertvollen Musikdaten auf Extra-Backup-Speichern vorgehalten werden. Dazu empfiehlt stereoplay zwei voneinander unabhängige Kopien, die zudem an verschiedenen Orten lagern. Erreichen lässt sich das mit zwei externen HDDs oder über die Kombination eines NAS-Servers für die erste Instanz mit einer USB-Platte für die zweite.​

Das USB-Laufwerk ist im Normalbetrieb nicht angeschlossen und wird an einem sicheren Ort aufbewahrt. Somit wäre selbst ein vollständiger Datenverlust etwa durch äußere Einflüsse wie Brand- oder Wasserschäden zu verkraften. Zudem bietet die Trennung vom Stromnetz einen Schutz gegen Angriffe aus dem Internet. Die Daten müssen nicht permanent gesichert werden, aber zumindest dann, wenn wieder einige Alben in der Musikdatenbank hinzugekommen sind. Fürs Backup mit zwei USB-Festplatten werden diese nacheinander auf den aktuellen Stand gebracht. Dazu hat zum Beispiel der CocktailAudio X50 eine Sicherungsfunktion, die nur die neuen Daten ergänzt, die alten aber beibehält.​

QNAP Cloudsicherung

© Weka/Archiv

NAS-Server wie der TS-251+ von QNAP ermöglichen Daten-Backups in der Cloud. Dazu lassen sich bekannte Cloud-Services nutzen, wobei die Sicherung manuell oder automatisch erfolgen kann.

Anders als eine USB-HDD ist ein NAS-Server dauernd mit dem Heimnetz verbunden – auch im nicht hochgefahrenen Zustand. Daher kann das Ein- und Ausschalten nicht nur am Gerät selbst oder automatisch nach einem Zeitschema, sondern auch per Wake On LAN (WOL) erfolgen. Für diesen Standardbefehl sowie für die Konfiguration stehen eine Web-Oberfläche und Smartphone-Apps zur Verfügung. 

Aktuelle NAS-Server sind Computer mit hoher Rechenleistung, speziellem Linux-Betriebssystem und somit sehr vielfältigen und nützlichen Netzwerkfunktionen inklusive der (automatisierten) Sicherung weiterer wichtiger Daten wie Privatfotos und Videos. Beim QNAP TS-251+ ist für ein USB-Backup nur ein einziger Tastendruck am Gerät nötig.​

NAS326 von Zyxel

© Zyxel

Der NAS326 von Zyxel ist ein sehr preisgünstiges Einsteigergerät für zwei Festplatten und bietet erstaunlich viele Ausstattungsmerkmale.

Vorsicht mit RAID

Dazu kommt die Datenspeicherung per RAID, was die Anordnung voneinander unabhängiger Festplatten bezeichnet. NAS-Server werden mit mindestens zwei HDDs gebaut und bieten im RAID-1-Modus eine Redundanz, da beide Platten die gleichen Daten enthalten. RAID 1 könnte also theoretisch den Datenverlust einer Platte abfangen und mit einer Ersatzplatte ein neues System erstellen. Dennoch ersetzt RAID nicht das zweite Backup, da etwa inaktive Laufwerkssektoren zunächst unbemerkt bleiben und das RAID-System die betreffende Platte erst ab einer gewissen Relevanz als defekt meldet. Zwar arbeiten NAS-Server mit SMART-Festplatten-Überwachung, die dem Anwender bei Laufwerksproblemen eine E-Mail schickt, doch werden einzelne defekte Sektoren dabei nicht berücksichtigt.

Zwei interessante NAS-Server stammen von QNAP und Zyxel. Dabei überzeugt der TS-251+ durch etwas geringere Geräuschentwicklung, höhere Datenraten und professionelle Ausrichtung, schlägt aber mit etwa 280 Euro zu Buche. Der NAS326 von Zyxel hingegen kostet nur knapp 100 Euro und überrascht durch sein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Für den Wohnzimmerbetrieb sind aber beide nicht geeignet – zumindest nicht bei leiser Musik.​

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