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Netztest 2012: So testet connect

Netztest 2012
Netztest 2012
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connect hat zusammen mit dem Messpartner P3 communications in Deutschland und Österreich jeweils vier Handynetzen auf den Zahn gefühlt. Hier erklären wir das aufwändige Testverfahren.

P3 communications, der Messpartner von connect, schickt für den Mobilfunknetztest als Minimum zwei Testfahrzeuge auf die Strecke. Schließlich sollen räumlich genügend Punkte erfasst werden, um statistisch fundierte Aussagen zu treffen. So etwas ist selbst bei einem auf knapp dreieinhalb Wochen terminierten Netztest mit einem Wagen allein kaum zu schaffen.

Zum anderen ermöglichen erst zwei Testfahrzeuge, realistische Mobile-zu-Mobile-Telefongespräche mit unterschiedlichen Standorten zu messen. Diese Gespräche von Handy zu Handy sind mittlerweile im Alltag der Standard, aber auch weit fehlerträchtiger als Gespräche vom Mobiltelefon ins Festnetz.

Auch die voneinander unabhängige Datenübertragungen mit Smartphones auf der einen und PCs mit Datensticks auf der anderen Seite erfordert den Einsatz getrennter Messfahrzeuge.

P3 communications seit 2001 Messpartner

Diesen logistischen und technischen Aufwand kann eine Zeitschrift wie connect natürlich nicht alleine stemmen. Als Partner führt deshalb schon seit 2001 der in Europa in Sachen Netzmesstechnik führende Spezialist P3 communinications den wahrscheinlich weltweit größten unabhängigen Netztest im Auftrag von connect durch.

Aus dem mittlerweile sehr großen, in ganz Europa eingesetzten Fuhrpark von P3 communications stammen auch die Testwagen, die mit eigenentwickelten Messsystemen ausgestattet sind.

Die Hardware für die Telefoniemessungen

Das eine Fahrzeug misst über acht HTC-Mobiltelefone, zwei Reservegeräte sind zusätzlich an Bord. Vier der Smartphones vom Typ HTC Sensation XE wurden dabei zur Messung von Sprachtelefonie verwendet. Dieses Smartphone hat den Vorteil, dass es den neuen HD-Voice-Standard unterstützt und so auch die qualitativen Vorteile modernster Mobilfunknetze erfassen kann.

Zur Evaluation der Sprachqualität kommt der aktuelle Bewertungsalgorithmus Wideband POLQ.A zum Einsatz. Die früher genutzten PESQ-Bewertungen sind angesichts moderner Wideband-Codecs seit 2011 nicht mehr zeitgemäß.

Erwähnenswert ist, dass parallel zur Telefonie-Messung auf den Smartphones 100 Kilobyte große Mailtransfers stattfanden. Dieser sogenannte Multi-RAB-Betrieb (Multi Radio Access Bearer) berücksichtigt, dass Smartphones auch während des Gesprächs Daten übertragen können, um etwa ein E-Mail-Postfach zu aktualisieren oder andere Datenservices zu nutzen.

Die Hardware für die Datenmessungen

Vier weitere HTC Sensation XE in Fahrzeug 1 dienten der Datenmessung. Dafür wurde die Software des Smartphones nur gerade so viel geändert, dass Datentransfers automatisch gemessen werden konnten. So lud der vorinstallierten Browser automatisiert vier viel genutzte, typische Webseiten (Google News, Wikipedia, Leo, ETSI) nacheinander herunter.

Datei-Down- und Uploads veranlasste das Betriebssystem des Mobiltelefons selbst, der zugehörige Videoplayer kam für die Youtube-Tests in Standardauflösung zum Einsatz.

Das zweite Testfahrzeug war bis auf einen Unterschied sehr ähnlich aufgebaut wie das erste. Bei den Telefonie-Messungen wird auf parallel laufende Multi-RAB-Datenübertragung aber verzichtet. Statt zur Datenmessung auf 14,4 Mbit/s im Down- und 5,76 Mbit/s im Upload beschränkte Smartphones einzusetzen, kamen hier die besten Datensticks aus dem Angebot des jeweiligen Netzbetreibers zum Zug.

Diese wurden auf den mit Windows 7 laufenden Industrie- PCs mit der Netzbetreiber-eigenen Dashboard-Software gesteuert. So sind für diese Mobile-Broadband- Messungen statt typischer Smartphone-Werte solche zu erwarten, wie sie idealerweise auf einem gut ausgerüsteten Notebook im Netz des jeweiligen Betreibers erreicht werden.

Da mit einem Notebook Datenverbindungen üblicherweise mehr gefordert sind als per Smartphone, kamen in Fahrzeug 2 neben Youtube-Videos in normaler auch solche in HD-Auflösung zum Einsatz. Auf den Autobahnen konnten die Netzbetreiber beweisen, welche Datenraten sie beim klassischen Up- und Download bereitzustellen in der Lage sind.

Die Hardware zur Steuerung der Messungen

Je ein vollwertiger Industrie-PC steuerte jedes der acht zur Messung eingesetzten Smartphones. Auch hier gab es zwei Reserve-PCs, je ein weiterer PC diente der Steuerung des gesamten Systems und der Datenerfassung.

Für die acht aktiv genutzten HTC Sensation XE saßen die Antennen in einer externen Dachbox. Dämpfungsglieder mit 12 dB Abschwächung sorgten dafür, dass für die Mobiltelefone ähnliche Bedingungen herrschten wie in typischen Häusern. So konnte unter Indoor-ähnlichen Verhältnissen gemessen werden, ohne die dafür nötigen Umstände in Kauf nehmen zu müssen.

Ein verstärktes Bordstromnetz mit zweiter Lichtmaschine und Batterie sorgte dafür, dass die Versorgung der Smartphones und Industrie-PCs in dem E-Klasse-Mercedes jederzeit gewährleistet war.

LTE-Messungen

Neben diesen beiden E-Klasse- Kombis machte sich noch ein drittes Messfahrzeug für reine LTE-Datenmessung unter stationären Bedingungen auf den Weg.

Die Testroute durch Deutschland

27 Städte verteilt auf fünf Cluster standen diesmal auf der Route der Netztester in Deutschland. Namentlich und in alphabetischer Reihenfolge waren das Bamberg, Berlin, Bochum, Braunschweig, Bremen, Chemnitz, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Erlangen, Essen, Frankfurt, Gelsenkirchen, Halle, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mainz, München, Nürnberg, Wiesbaden, Wolfsburg und Würzburg.

In den Städten war das erste Fahrzeug mit der reinen Smartphone-Ausstattung permanent unterwegs, während das zweite Fahrzeug mit den Datensticks gezielt belebte Plätze ansteuerte, um dort gut versorgt, aber in Konkurrenz zu anderen Nutzern, die zur Verfügung stehenden Ressourcen zu testen.

Insgesamt 80 innerstädtische Hotspots wurden so erfasst. Zwischen Städten und Autobahnen bewegten sich die Autos soweit möglich auf getrennten Routen über die Autobahnen. Am Ende des zwischen dem 17. September und 10. Oktober 2012 durchgeführten größten deutschen Netztests hatten die Autos knapp 17 000 Kilometer zurückgelegt.

In jedem Fahrzeug saß neben dem Fahrer ein Messtechnikspezialist, der sicherstellte, dass die Messungen jederzeit ordnungsgemäß liefen und kein Netzbetreiber ausgebremst wurde, weil etwa eine der zum Test herangezogenen SIM-Karten in das für maximale Geschwindigkeit zugelassene Limit lief.

Unterm Strich haben P3 communications und connect also keinen Aufwand gescheut, um beim größten Netztest Deutschlands und Österreichs einmal mehr die jeweils vier Netzbetreiber pro Land für Sie auf die Probe zu stellen.

 
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