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Netztest: E-Plus

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Der Zweikampf von T-Mobile und Vodafone um das schnellste Datennetz hat Tradition. Jetzt wird sogar langsam ein Dreikampf daraus, denn mit O2 ist zu rechnen. Und was macht E-Plus?

Statt im Rennen um den ersten Platz mitzuspielen und damit die Early Adopters fürs eigene Netz zu gewinnen, scheinen die Grünen auf kaufmännische Prinzipien zu setzen. Sie bringen Angebot und Nachfrage in Einklang. Zumindest liefern unsere Messungen Indizien dafür, dass das E-Plus-Netz bei der Telefonie am stärksten ausgelastet ist.


Bild vergrößern 468 468 http://img4.magnus.de/image-r468x468-C-3b679a0e-14600472.jpg Eine kontinuierliche Kontrolle der Datenströme ist unabdingbar.

Eine kontinuierliche Kontrolle der Datenströme ist unabdingbar.

Denn sowohl bei der Anwahl einer Telefonnummer als auch beim Gespräch selbst traten vergleichsweise hohe Fehlerraten von über zwei Prozent auf. Das ist ein Indiz dafür, dass es mitunter schwer ist, noch eine freie Verbindung zu bekommen. Und wenn man den Gesprächspartner einmal an der Leitung hat, kommt es etwa beim Handover zwischen einzelnen Funkzellen überdurchschnittlich häufig zu Problemen. Doch auch bei E-Plus verlaufen knapp 96 Prozent der Netztestgespräche von der Einwahl bis zum Auflegen erfolgreich. Wie also ist dieses Ergebnis zu bewerten, wo selbst Primus Vodafone eine Fehlerrate von 1,3 Prozent hat? Dem Vorstandsvorsitzenden eines DAX-Unternehmens dürfte auch ein Minimum mehr an Zuverlässigkeit einen hohen Betrag wert sein, während ein preisbewusster Müßiggänger sicher gerne von Zeit zu Zeit einen zweiten Anrufversuch startet, wenn er dadurch substanziell Geld spart. Zwischen diesen Extremen muss jeder für sich den richtigen Kompromiss finden.

Ist das Gespräch einmal aufgebaut, was bei E-Plus wie bei O2 besonders schnell über die Bühne geht, ist die Sprachqualität in der Regel genauso hoch wie bei den anderen Netzbetreibern. Gut, der Anteil an Sprachsampeln, bei denen die im MOS-Wert dargestellte Sprachqualität unter die als ordentlich geltende Schwelle von 2,7 fällt, ist hier um 0,5 Prozent höher als bei T-Mobile und Vodafone, doch im Durchschnitt steht E-Plus sogar minimal besser da als die anderen Netzbetreiber aus dem Rheinland. Damit kann man E-Plus bei der Telefonie ein hohes Niveau bescheinigen, das dem der anderen Betreiber nur bei den Fehlerraten um wenige Prozent hinterherhinkt.

Doch die Schwäche der Grünen war von jeher die Datenübertragung. Hier will E-Plus seit dem letzten Netztest stark in den flächigen Ausbau von EDGE investiert haben. Das ist am Fortschritt bei den gemessenen Übertragungsgeschwindigkeiten zu sehen. Im letzten Jahr wurden die – unter etwas anderen Bedingungen gemessenen – Datenraten vom zum Teil reinen GSM/GPRS-Netz mit seiner niedrigen Datenrate heruntergezogen. Das hat sich geändert. Die gemessenen 438 kbit/s beim E-Mail-Download und mehr noch die 667 kbit/s beim Datei-Download in Stadtgebieten liegen zwar noch immer deutlich unter den Werten der anderen Netzbetreiber. Doch da EDGE bei brutto 220 kbit/s begrenzt ist und UMTS bei brutto 384 kbit/s, zeigt sich, dass der HSDPA-Ausbau von E-Plus immerhin mittlerweile auf die Messwerte durchschlägt. Am stärksten bemerkbar machte sich die UMTS-Beschleunigung in München und Dortmund, schon weniger in Stuttgart und Köln und nur minimal in Berlin und Hamburg. Die Messungen stimmen hoffnungsvoll. Noch sollten potenzielle E-Plus-Kunden aber nicht davon ausgehen, überall HSDPA vorzufinden. Im Schnitt müssen Nutzer dieses Netzes mit etwa vier Mal längeren Zeiten für eine Datenübertragung rechnen als bei den anderen Betreibern. Das ist für mäßigen E-Mail-Download okay, für häufige Internet-Sessions oder den regelmäßigen Firmenserver-Zugriff per VPN-gesicherter und damit datenlastiger Verbindung jedoch hinderlich. Zumal auch die Erfolgsraten beim Webseitenabruf und beim Download von E-Mails etwas geringer waren als bei den anderen Netzbetreibern.

connect-Urteil: ausreichend

Punkte: 319

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