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Netztest: O2

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„Auf den diesjährigen Netztest sind wir gespannt“, äußerte ein Vertreter von O2 gegenüber connect, „wir liegen jetzt im HSPA-Ausbau auf ähnlichem Niveau wie die beiden großen Netzbetreiber."

Die Tester lassen solche vollmundigen Anpreisungen kalt, denn allzu oft sprechen nackte Zahlen eine andere Sprache als die Marketingfachleute einer Firma. In dem Fall versprach der gute Mann aber nicht zu viel, die Fakten der Telefoniemessungen im innerstädtischen Raum stellen O2 wirklich ein ausgezeichnetes Urteil aus: So schlagen die Münchner mit einer Erfolgsrate von 99,3 Prozent sowohl Voda­fone als auch T-Mobile. Auch in den Wertungen zur Sprachqualität liegen sie ganz weit vorn, die schnelle Rufaufbauzeit gehört schon lange zu den Stärken von O2. Kurzum, innerhalb der Städte zieht O2 mit Vodafone gleich, T-Mobile ist leicht abgeschlagen. Auf Landstraßen und Autobahnen dreht sich dieser Eindruck ein wenig, hier liegt Vodafone alleine vorn und T-Mobile bringt von 100 Anrufen zwei mehr zum Erfolg als O2. Hier spielt wohl eine Rolle, dass O2 im letzten Jahr das Roaming weitgehend abgeschaltet hat. So haben die Blauen nach und nach die ehemals mitbenutzten T-Mobile-Mobilfunkzellen durch eigene ersetzt. Dass es bei den Umstellprozessen zu vorübergehenden Qualitätseinbußen gekommen ist, ist klar, ab 2010 ist der Umstellungsprozess abgeschlossen.


Bild vergrößern 468 468 http://img2.magnus.de/image-r468x468-C-ec696d9c-34381070.jpg Netztester Matthias Kleine erläutert connect-Redakteur Bernd Theiss die einzelnen Komponenten.

Netztester Matthias Kleine erläutert connect-Redakteur Bernd Theiss die einzelnen Komponenten.

Die von O2 mit sehr gutem Gesamtergebnis abgeschlossene Sprachtelefonie ist natürlich nur das Pflichtprogramm eines Netzbetreibers, die deutlich schwierigere Kür sind die Datendienste. Beim Aufruf von Internetseiten liegt O2 um Haaresbreite hinter dem zweitplatzierten T-Mobile: 2,4 Sekunden dauert es hier länger, bis die typische Webseite steht; E-Plus ist hier mit 15 Sekunden um Welten schlechter. Gutes lässt sich auch vom E-Mail-Download berichten, bei dem O2 mit über 1123 kbit/s fast die dreifache Geschwindigkeit von E-Plus erreicht; zu T-Mobile fehlen aber noch 45 Prozent. Bei der Erfolgsrate und bei der IP-Service-Zugriffszeit liegen die Blauen dafür sogar einen Hauch vor dem rosa Riesen. Beim E-Mail-Upload landet O2 mit 246 kbit/s dagegen klar hinter der Bonner Vorlage von 824 kbit/s. Hier scheinen Dashboard und Datenfluss innerhalb des Netzes noch Optimierungmöglichkeiten zu bieten, wie auch die viel besseren Datei-Upload-Resultate unten zeigen.


Bild vergrößern 468 468 http://img1.magnus.de/image-r468x468-C-409c1428-34381073.jpg Vier plus ein Reservehandy dienen als computergesteuerte Dauertelefonierer.

Vier plus ein Reservehandy dienen als computergesteuerte Dauertelefonierer.

War beim Datentransfer der hinter Vodafone zweitplatzierte T-Mobile bis jetzt immer etwas besser als O2, so beginnt sich im Folgenden das Blatt zu wenden. Heißt die Aufgabe, Dateien im städtischen Raum herunterzuladen, so liegen die Münchner näher am Primus Vodafone als am diesmal drittplatzierten T-Mobile. Mit durchschnittlich über 2 Mbit/s kann das Netz fast schon DSL-Feeling transportieren, auch die Zuverlässigkeit liegt nahe an der 100-Prozent-Marke. Für dieses Ergebnis ist mehr der schiere Hardware-Aufwand als die Optimierung der unteren Protokollebenen verantwortlich. Wer den Datenfunk abseits der Ballungszentren beurteilen will, sollte den Datei-Download im ländlichen Raum betrachten. Hier liegt O2 praktisch gleichauf mit Vodafone – und das mit gegenüber T-Mobile fast verdoppelter Geschwindigkeit; das kann den Riesen aus Bonn nicht erfreuen. O2 hat sein schnelles Datennetz offensichtlich weitflächig ausgebaut. Für Geschäftsleute, die weit herumkommen, können die Blauen so zur interessanten Vodafone-Alternative werden. Zu guter Letzt lässt O2 beim städtischen Datei-Upload die HSUPA-Muskeln spielen und platziert sich mit deutlich über 1 Mbit/s vor T-Mobile. Auch das beweist den guten Ausbau des O2-Netzes. Das profitiert wohl auch davon, dass es durch den späten und schnellen Ausbau überwiegend aus modernster Hardware besteht und nur Komponenten von wenigen unterschiedlichen Herstellern zusammenarbeiten müssen.

connect-Urteil: gut

Punkte: 412

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