Ratgeber

Tipps zur Stromversorgung

1. Muss ich bei Gewitter meine Anlage ausstöpseln?

Die Elektro-Versorgungsunternehmen (EVU) empfehlen in der Tat, bei Gewitter empfindliche Geräte durch Herausziehen des Netzkabels komplett vom Lichtnetz zu trennen. Das gilt besonders für ländliche Gebiete, wo der Hausanschluss nicht per Erdkabel, sondern per Freileitung übers Dach erfolgt.

2. Können meine Geräte Schaden nehmen, wenn die Netzspannung sinkt?

Nein. Selbst wenn die Netzspannung unter die Untergrenze sinkt, die laut Europanorm (siehe Grafik) zulässig ist, oder wenn sie ganz ausfällt, sind Schäden unwahrscheinlich.

3. Hat mein Verstärker weniger Leistung, wenn die Netzspannung sinkt?

Ja, sogar messbar weniger. Gehörmäßig wirkt sich das jedoch kaum aus: Sinkt die Netzspannung beispielsweise um zehn Prozent, so reduziert sich die maximale Spitzenlautstärke um gerade mal 1 Dezibel.

4. Braucht meine HiFi-Anlage eine eigene Sicherung?

Eine separate Absicherung Ihrer HiFi-Anlage ist technisch nicht unbedingt erforderlich, sie kann jedoch nicht schaden. Ein üblicher 16-Ampere-Automat reicht hierzu völlig aus - Klang-Gourmets schwören jedoch auf Schmelzsicherungen (Neozet). stereoplay empfiehlt, zur Vermeidung von Brummstörungen sämtliche Geräte der Anlage aus einer gleichen Netzphase zu speisen.

5. Woran erkenne ich ein gutes Verlängerungskabel?

Wenn Sie zum Anschluss Ihrer Anlage ein solches Kabel benötigen, achten Sie auf einen Mindestquerschnitt von 1,5 mm2 pro Leiter. Besitzen Sie einen sehr leistungfähigen Verstärker oder eine Vor/End-Kombi, dürfen es auch ruhig 2,5 mm2 Leiterquerschnitt sein. Abgeschirmte Netzkabel sind nicht unbedingt erforderlich, schaden jedoch nicht.

Allerdings empfiehlt stereoplay dringend, VDE-gerechte Netzkabel mit Schutzleiter zu verwenden. Sie bieten nicht nur die entsprechende elektrische Sicherheit, sondern reduzieren auch das nach außen austretende elektromagnetische Störfeld deutlich. Die typischen zweiadrigen Anschlusskabel an den Geräten sind in dieser Beziehung erheblich schlechter.

6. Worauf muss ich bei Mehrfach-Steckdosen achten?

Ordentliche Steckdosen-Leisten besitzen eine Leiterquerschnitt von mindestens 1,5 mm2, besser noch 2,5 mm2 pro Ader - achten Sie auf solide Bauweise und winklige Anordnung der Steckplätze, damit sich seitlich ab-gehende Netzstecker nicht im Wege sind. Verzichten Sie auf schaltbare Ausführungen - speziell mit beleuchteten Schaltern: Die hierin meist verwendeten Gasentladungs-Glimmlampen erzeugen sehr starke Störspektren, die bei empfindlichen Geräten durchaus zum Totalausfall führen können.

7. Wie kann ich meine Geräte an die Mehrfachsteckdose anschließen?

Stecken Sie die Geräte mit der größten Leistungsaufnahme (Endstufen, Verstärker) in diejenigen Steckplätze ein, die dem Zuleitungskabel der Steckerleiste am nächsten sind. Stromspitzenbedingte Störimpulse dieser Komponenten werden dort am effektivsten vom Lichtnetz absorbiert. Die Geräte mit geringer Leistungsaufnahme (Vorstufen, CD-Spieler) lassen sich dagegen unbedenklich aus den weiter entfernt liegenden Steckplätzen speisen.

Ratgeber, Strom Teil 1: Grundlagen

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Übersicht der Spannungsgrenzwerte nach EN 50160 Pkt.2.3. Langsame Spannungsänderungen - (10min - Mittelwerte)

8. Spielt es eine Rolle, wie herum ich die Stecker in die Netzsteckdosen stecke?

Für die Funktion der Geräte ist es zunächst mal völlig egal, wie herum Sie den Netzstecker in den Steckplatz stecken: Physikalisch gibt es definitiv keine richtige oder falsche Netzsteckerpolung. Unsymmetrien im Schaltungsaufbau können jedoch je nach Position des Netzsteckers ein mehr oder weniger hohes, elektrisches Gehäusepotenzial bewirken. stereoplay gesteht diesem Sachverhalt durchaus klangkritische Auswirkungen zu. Fest steht, dass sich das Gehäusepotenzial vieler Geräte durch entsprechende Netzsteckerpolung minimieren lässt. Wie Sie das anstellen, beschreiben die Beiträge Den Dreh raus und Kontakt-Anzeige. 9. Warum kribbelt es in den Fingern, wenn ich die Gehäuse meiner Geräte berühre?

Das Fingerkribbeln geht auf den sogenannten Ableitstrom zurück, der von Gerät zu Gerät unterschiedlich ausfällt. Hauptursache ist die Kondensatorwirkung (Kapazität) zwischen Primär- und Sekundärwindung des Netztrafos; sie schwankt je nach Wicklungsaufbau. Diese Kapazität bewirkt eine sehr hochohmige Ankopplung des Metallgehäuses an das Lichtnetz. Bei Berührung stellt sich demnach ein geringer Stromfluss gegen Erde ein, der als Ableitstrom bezeichnet wird.

In der Regel besitzen Geräte mit mächtigen Transformatoren höhere Wicklungskapazitäten und damit größere Ableitströme. Besonders stark ausgeprägt sind diese bei Ringkerntrafos. Konstruktiv lassen sich solche Ableitströme kaum vermeiden; Transformatoren mit (teurer) Schirmwicklung bringen allerdings deutliche Verbesserungen.

10. Ist dieses Gehäusekribbeln gefährlich?

Auch wenn die Gehäusepotenziale durchaus das Netzspannungsniveau erreichen können: Gefahr für Leib und Leben besteht definitiv nicht, da die Ableitströme durch die hochohmige Ankopplung nur sehr gering sind (< 1 Milliampere).

11. Wieso brummt meine HiFi-Anlage plötzlich, sobald ich das Antennenkabel in die Dose stecke?

Deutlich hörbares 50-Hertz-Brummen im Lautsprecher entsteht in der Regel durch Mehrfacherdung. Besitzen Sie beispielsweise ein Gerät mit Schutzleiteranschluss (erkennbar am dreipoligen Netzkabel) und verbinden die HiFi- nun mit der Antennen- oder Sat-Empfangsanlage Ihres Hauses (die aus Sicherheitsgründen ebenfalls geerdet sein muss), so entsteht über Schutzleiter- und Masse-Verbindungen eine Leiterschleife. Diese fängt wie eine Spule elektrische Störfelder auf und koppelt sie in die empfindlichen Vorverstärkerstufen ein. Abhilfe schafft ein sogenanntes Mantelstromfilter, das eine galvanische Trennung von Antennen- und Anlagenstromkreis bewirkt und damit die Brummschleife unterbricht. Tipp von stereoplay: Verbinden Sie Ihren Satelliten-Empfänger wenn möglich per optischem Digitalkabel mit dem D/A-Wandler - auch das bewirkt eine galvanische Trennung.

12. Wieso brummt meine Anlage, sobald ich einen Subwoofer anschließe?

Wenn die Anlage zunächst störfrei spielt und sich das Brummen erst nach Anschluss des Subwoofers einstellt, so liegt ebenfalls eine Mehrfacherdung vor. Hier bildet der schutzgeerdete Woofer mit einem weiteren schutzgeerdeten Gerät der Kette die Brummschleife.

Effektiv, aber streng verboten ist das Abkleben des Schutzleiters am Woofer-Netzkabel mittels reißfestem Isolierband. Dagegen empfiehlt stereoplay: Speisen Sie den Woofer und das andere schutzgeerdete Gerät Ihrer Anlage aus der gleichen Mehrfachsteckdose. Das reduziert die Potenzialunterschiede - und damit auch die Gefahr von Störungen. 

In besonders hartnäckigen Fällen helfen sogenannte Trennübertrager, die es für wenig Geld im Elektronikfachhandel zu kaufen gibt. Eingeschleift zwischen Subwoofer-Ausgang des Verstärkers und dem Line-Eingang des Woofers, unterbrechen sie die Brummschleife durch galvanische Trennung. Alternative Möglichkeit: Schließen Sie den Subwoofer per Lautsprecherkabel an den Verstärker an - die High-Level-Eingänge bei Subwoofern sind potenzialfrei, sodass Brummschleifen prinzipbedingt nicht auftreten können.

13. Kann ich Netz- und Signalkabel nebeneinander verlegen?

Problemlos können Sie Lautsprecherkabel mit Netzleitungen über mehrere Meter hinweg eng benachbart parallel verlegen, ohne Störungen befürchten zu müssen. Vorsicht jedoch bei Kleinsignalkabeln: Diese fangen sich trotz ihrer Abschirmung schnell von benachbarten Netzkabeln Störfelder ein, was die seltsamsten Auswirkungen haben kann (beispielsweise Brummen). Wenn sich Netz- und Kleinsignalkabel dagegen rechtwinklig kreuzen, kommen sie sich auch bei nächster Nähe nicht ins Gehege.

14. Immer wenn ich das Licht ein- und ausschalte oder der Kühlschrank anspringt, knackst es im Lautsprecher. Was kann ich tun?

Dieses Problem tauchte bei älteren HiFi-Komponenten häufig auf. Damals legten die Konstrukteure mehr Wert auf große Übertragungsbandbreite als auf Störsicherheit - Abhilfe versprechen im Elektronik-Fachhandel erhältiche Ferritringe, durch deren Kernbohrung man die Netzkabel der gestörten Geräte mehrere Male wie bei einer Spule hindurchwickelt.

Neuere Geräte reagieren auf solche Störungen deutlich unempfindlicher, doch auch hier gibt es Grenzen: Ein benachbartes Handy etwa kann bei Anruf oder SMS-Empfang auch in der besten HiFi-Anlage hörbare Störimpulse erzeugen.

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