Tipps und Tricks

Privatsphäre-Einstellungen: Facebook richtig nutzen

Noch nie war es so leicht, Erlebnisse und Gedanken mit anderen zu teilen - aber viele wissen nicht, dass jeder ihre Informationen sehen kann. Der sorglose Umgang mit Facebook kann üble Folgen haben.

  1. Privatsphäre-Einstellungen: Facebook richtig nutzen
  2. So bleibt Facebook privat
  3. Die Facebook-Alternative
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© Archiv

Die 16-jährige Thessa wollte ihren Geburtstag eigentlich nur mit ihren Freunden feiern, doch am Ende belagerten mehr als 1600 Menschen ihr Elternhaus in Hamburg-Bramfeld. Die "Party" fand auf der Straße statt und ging mit einem Polizeieinsatz zu Ende. Schuld an dem ungewollten Event war eine Unachtsamkeit: Thessa hatte die Feier auf Facebook aus Versehen öffentlich angekündigt, sodass jeder im Internet den Ort und die Zeit lesen konnte. Die Schülerin hatte vergessen, beim Erstellen der Veranstaltung das Häkchen vor dem Feld "Jeder kann diese Veranstaltung sehen und für sie zu-/absagen" zu entfernen.

Kontrollverlust

Facebook ist für viele zum Synonym für ihre zweite Identität im Internet geworden, es ist der Ort, an dem man mit Freunden und Bekannten digital verbunden ist. Das Fenster "Was machst du gerade?" auf der Startseite will gefüttert werden mit Links, Fotos, Videos und Statusmeldungen. Noch nie war es so leicht, seine Gedanken und sein Leben mit anderen zu teilen. Mittlerweile gibt es sogar Handys mit einer Facebook-Taste, über die man überall Informationen an den digitalen Freundeskreis schicken kann: Welche Webseite man gerade anschaut, welche Musik man hört, wo man im Moment ist. Wir produzieren einen riesigen Berg digitaler Informationen - und vergessen dabei schnell, dass sie in vielen Fällenfrei zugänglich sind. Wir verlieren die Kontrolle über unser digitales Ich. Plötzlich weiß jeder, wo wir gerade sind und auf welcher Party wir gestern waren.

Das Internet ist gnadenlos

Denn Thessa ist kein Einzelfall - viele Menschen sind in ähnliche Facebook-Fallen getappt, weil sie unbedacht zu viel von sich preisgegeben oder einfach nicht daran gedacht haben, irgendwo ein Häkchen wegzuklicken. Zum Beispiel eine junge Angestellte in den USA, die sich auf Facebook über ihre langweilige Arbeit und ihren Chef beschwerte und dabei vergaß, dass er zu ihren digitalen "Freunden" gehörte und mitlesen konnte. "Du musst morgen nicht zur Arbeit kommen. Deine Kündigung habe ich gerade per Post rausgeschickt", schrieb er in die Kommentarzeile unter ihre Statusmeldung. Wie groß die Auswirkungen unserer digitalen Handlungen auf das echte Leben sind, zeigt auch eine Statistik aus den USA, nach der bereits 81 Prozent der Scheidungsanwälte auf Spurensuche in Facebook gehen, um Beweise für einen Seitensprung des Ex-Partners zu finden. Ein lockeres Partyfoto, auf dem man in den Armen einer/s Anderen zu sehen ist, kann da verhängnisvoll werden.

Die Weltkarte von Facebook, in der alle Freundschaftsbeziehungen visualisiert sind. Die Grafik zeigt anschaulich, wie tiefgreifend soziale Netzwerke unser Leben mittlerweile beeinflussen.

© Facebook

Die Weltkarte von Facebook, in der alle Freundschaftsbeziehungen visualisiert sind. Die Grafik zeigt anschaulich, wie tiefgreifend soziale Netzwerke unser Leben mittlerweile beeinflussen.

Auch Personalagenturen durchforsten das Sozialnetzwerk, um Bewerber zu überprüfen. Es reicht bereits ein wildes Foto vom letzten Vereins- oder Betriebsausflug, um Probleme zu bekommen. Und: Ist ein Bild erst einmal im Internet gelandet, wird es fast unmöglich, dessen digitale Spuren wieder zu verwischen. Ein Beispiel ist die Seite socialfail.de, auf der die Screenshots besonders peinlicher Meldungen in Sozialnetzwerken veröffentlicht werden. Löschen kann man die anonymisierten Einträge von dort nicht mehr.

Ohne Facebook geht es kaum

Soll man deshalb Facebook meiden  oder seinen Account löschen? In Deutschland hat das Sozialnetzwerk mehr als 17,5 Millionen Mitglieder, weltweit sind es gut 750 Millionen. Facebook ist so erfolgreich, weil es ein menschliches Grundbedürfnis erfüllt: die Suchenach Anerkennung und Geselligkeit. Und es ist so weit verbreitet, dass ein Zwang zum Mitmachen entsteht: Wer nicht dabei ist, hat oft Angst, auch im echten Leben den Anschluss zu verlieren. Tatsächlich erleichtert das digitale Ich vieles. Es ist einfacher, eine Freundschaftsanfrage zu verschicken, als jemanden in einer Bar anzusprechen.

Über Facebook tauscht man Fotos, plant Partys oder Ausflüge, trifft Verabredungen und verschickt E-Mails. Praktisch sind auch die Chat-Funktion und die automatische Erinnerung an die Geburts tage von Freunden. Ohne Facebook geht es für viele denn auch kaum mehr - aber beim Mitmachen sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass im Internet viel mehr Leute zuschauen, als man denkt. Wir zeigen, wie man sich am besten vor unbefugten Augen schützt.

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