DSL & Telefon

Profile: Die 12 wichtigsten Provider

T-Home

Am Verhältnis zur nach wie vor marktbeherrschenden Telekom scheiden sich die Geister. Manche können ihr gar nicht schnell genug entfliehen, andere vertrauen darauf, dass sie Probleme vermeiden können, wenn sie beim größten Anbieter bleiben. Das Angebot ist sicher nicht das billigste im Festnetz-Markt, dafür bietet T-Home mit Analog- und ISDN-Leitungen, DSL und VDSL sowie Fernsehen übers Internet (IPTV) ein umfangreiches Produktsortiment. Allerdings sind gerade die schnellen Netzzugänge nur in Großstädten verfügbar. Dank dem Druck der Wettbewerber sind auch bei den Bonnern die Preise gesunken.

Congstar

Die Billigmarke der Telekom soll T-Home-Aussteiger auffangen, bevor diese bei der Konkurrenz landen. Das Prinzip ist simpel: niedrigere Preise als beim Mutter-Konzern, dafür aber auch weniger Produkte und eingeschränkter Service. Wer sich von den günstigeren Tarifen angezogen fühlt, sollte sich dieser klaren Einschränkungen auf jeden Fall bewusst sein. Die Abstimmung mit der Telekom beim Wechsel sollte theoretisch etwas unkomplizierter laufen als bei Fremdanbietern, dafür ist Congstar keineswegs der billigste Anbieter auf dem Markt.

1&1

Seine aggressive Preispolitik brachte dem Internet-Provider aus Montabaur über 2,5 Millionen Breitband-Kunden und machte ihn damit zum zweitgrößten DSL-Anbieter hinter der Deutschen Telekom. Dabei fährt 1&1 zweigleisig: Für die DSL-Pakete "Surf & Phone" nutzt der Anbieter die Netzinfrastruktur der Telekom, was jedoch zur Folge hat, dass der Kunde einen Telefonanschluss von T-Home benötigt. Die (allerdings nicht bundesweit verfügbaren) "Surf & Home Komplett"-Angebote realisiert 1&1 dagegen über die Festnetze von Telefonica und QSC.

Alice

Hinter dem Markennamen Alice mit seiner reizenden Protagonistin steckt der Hamburger Anbieter Hansenet. Mit über 2,2 Millionen Kunden folgt er dicht auf 1&1 und Arcor. Die 16-Mbit/s-DSL-Zugänge kann der Kunde wahlweise als entbündelten Anschluss oder in Kombination mit einer Analog- oder ISDN-Telefonleitung bestellen. In jedem Fall liefert Alice einen Vollanschluss - auf eine Telekom-Leitung können Alice-Kunden verzichten. Je nach Region werden die Anschlüsse über das NGN-Netz von Hansenet oder über Leitungen von Telefonica und QSC realisiert. In über 100 Städten gibt's auf Wunsch auch IPTV.

Arcor

Der Eschborner Anbieter setzte schon frühzeitig auf den Aufbau eines eigenen Telefonnetzes und wurde damit zum Erzrivalen der Deutschen Telekom. In Kombination mit seinen DSL-Leitungen bietet Arcor grundsätzlich einen ISDN-Telefonanschluss an. Weil der Wettbewerb mit der Telekom dennoch vor allem über den Preis läuft, zählen die Eschborner bei DSL und Telefon zu den günstigsten Anbietern. In den kommenden Jahren will Arcor dem Bonner Ex-Monopolisten zudem durch ein eigenes VDSL-Netz Konkurrenz machen. Schon heute kann der Netzbetreiber in 61 Städten IPTV liefern.

Freenet

Gerade erst hat der Hamburger Festnetz- und Mobilfunkbetreiber den ehemaligen Konkurrenten Debitel geschluckt, zudem geht es auch zwischen den Anteilseignern hoch her. Das Tagesgeschäft läuft davon aber weitgehend unbeeindruckt weiter: In über 900 Städten bietet Freenet Komplett-Anschlüsse an, sodass die Kunden DSL und Telefonie von den Hamburgern auch ohne Telekom-Leitung bekommen. Daneben gibt es auch DSL-Tarife für bestehende T-Com-Anschlüsse. Telefonieren können solche Kunden dann auf Wunsch auch per VoIP. Auch der Internet-Provider Strato wurde mittlerweile von Freenet geschluckt.

QSC

Der Kölner Netzbetreiber war seiner Zeit lange voraus: Als einer der ersten Anbieter verkauft QSC schon seit Jahren Highspeed-Internet-Leitungen ohne Telefonanschluss. Dabei legte QSC zuerst bei Geschäfts- und später auch bei Privatkunden immer auch Wert auf hohe Uplink-Datenraten - nützlich, wenn große Datenmengen verschickt werden müssen. Pfiffig: Privatkunden können bei einigen "QDSL"-Varianten pro Tag selbst entscheiden, welche Kombination aus Downlink- und Uplink-Geschwindigkeit sie bevorzugen. Das Ganze lässt sich auf Wunsch mit einer VoIP-Flatrate kombinieren.

Tele2

Bekannt wurde der Düsseldorfer Anbieter mit schwedischer Muttergesellschaft vor allem durch seine Call-by-Call-Tarife. Doch mittlerweile bietet Tele 2 auch günstige DSL-Resale-Tarife und in über 400 Städten auch schon eigene Komplettpakete an. Gerade Letztere zielen auf Sparfüchse: Für gerade mal 19,95 Euro gibt's einen 2-Mbit-Zugang inklusive Internet-Flatrate. Interessant auch die auf VoIP basierende Sprach-Flatrate für Auslandstelefonate: Für preiswerte 8,95 Euro pro Monat können Tele-2-Kunden Telefonate in 20 Länder wie Belgien, Frankreich, Portugal, Irland, Italien, die Schweiz oder auch in die USA führen.

Versatel

Ansässig im Berliner Raum bietet Versatel heute bundesweit eigene DSL-Komplettanschlüsse. Einen Telefonanschluss von T-Home brauchen die derzeit über 600 000 Versatel-Kunden dann nicht mehr. Die von Versatel angebotenen Tarife sind ordentlich, aber nicht discountverdächtig. Schon heute investiert das Unternehmen kräftig ins eigene Netz. Erklärtes Ziel von Versatel ist es, in absehbarer Zeit sogar ein eigenes VDSL-Netz aufzubauen. Auf seiner Basis will der Anbieter auch zukunftsträchtige Dienste wie IPTV oder Video on Demand anbieten.

O2

Der Münchner Mobilfunkanbieter gehört der spanischen Telefongesellschaft Telefonica, die auch im Festnetzbereich kräftig investiert hat und ihr Netz mittlerweile sogar anderen Anbietern wie Alice oder 1&1 zur Verfügung stellt. Auf dieser Basis kann auch O2 seinen Kunden einen DSL-Vollanschluss inklusive VoIP-Flatrate anbieten. Vorteil für Mobilfunk-Kunden: Die Sprach-Flatrate gilt nicht wie sonst üblich nur ins Telefon-Festnetz, sondern auch zu O2-Handyrufnummern. Auch Kombi-Angebote mit Mobilfunk-Tarifen oder interessante Deals wie die Family-Option, bei der fünf O2-Kunden unbegrenzt per Festnetz oder Handy untereinander plaudern können, zählen zum Angebot.

Vodafone

Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter hat sich strategisch den Festnetzbereich als Wachstumsmarkt ausgeguckt. Da war die Integration der ehemaligen Unternehmensschwester Arcor nur konsequent. Deren DSL-Anschlüsse vermarktet Vodafone auch unter eigener Flagge - über kurz oder lang dürften die Angebote jedoch vereinheitlich werden. Schon heute profitieren Vodafone- wie Arcor-Kunden von der Möglichkeit, den Festnetz-DSL-Anschluss mit Vodafone-Mobilfunktarifen zu kombinieren oder Sprach-Flatrates ins deutsche Telefon-Festnetz, zu Vodafone-Rufnummern oder sogar in die Festnetze von 14 europäischen Ländern dazuzupacken.

Kabel Deutschland

Der größte der deutschen Kabelnetzbetreiber ist derzeit in 13 Bundesländern vertreten. Wer sich bei Kabel Deutschland (oder auch anderen Kabel-Providern) anmeldet, kann den Telekom-Anschluss komplett stilllegen. Internet- und Telefon-Datenverkehr laufen dann übers Breitbandkabel. Diese Anschlüsse lassen sich günstiger betreiben als Telefonnetze und Resale-Angebote - entsprechend attraktiv sind die aus Fernsehempfang, Breitband-Internet und Telefon-Flatrate kombinierten Pakete. 33 analoge und über 200 digitale TV-Programme sind gleich noch mit dabei.

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