Modul-Phone von Google

Project Ara - Release, Preis, Angebot

Wann ist der Release von Project Ara, wo werden die Preise für Googles modulares Phone liegen und welche Module wird es zum Marktstart geben? Wir haben die Antworten auf wichtige Fragen zum Thema Google Project Ara.

Project Ara

© Google

Project Ara

Wann wird das modulare Smartphone zu kaufen sein?

Google-Projektleiter Paul Eremenko verspricht momentan einen Marktstart im zweiten Quartal 2015. Zum Start soll ein einfaches Feature-Phone verfügbar sein, das als graufarbenes "Greyphone" mit CPU, Display, Akku plus WLAN-Connectivity etwa 50 Euro kosten wird und vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und Ländern wie Indien angeboten werden soll. Später sind auch höherwertige Geräte geplant. Unternehmen wie Rockchip (System-on-a-Chip), Toshiba (Prozessoren), 3D Systems (druckfähige Module) oder Sennheiser (Soundchips) haben bereits angekündigt, das Konzept mit eigenen Entwicklungen zu unterstützen. Der Vertrieb soll ausschließlich online erfolgen.

Wo werden die Preise für das Baukasten-Phone liegen?

Eremenko nannte für Geräte mit guter Connectivity eine Preisspanne "von 100 bis 1000 US-Dollar" - je nach Ausstattung. Die Ara Developer Community besteht schon jetzt aus mehreren Hundert Entwicklern, das offizielle Module Developers Kit (MDK)verzeichnete nach Google-Angaben bereits mehr als 10.000 Downloads. Als "Nerd-Spielzeug" soll Project Ara laut Eremenko auf keinen Fall in die Google-Geschichte eingehen, sondern als smarte Revolution, die sich im Markt durchsetzt.

Mit welchem Betriebssystem läuft Project Ara?

Um alle technischen Möglichkeiten ausreizen zu können, soll eine angepasste Version der neuen Android-Oberfläche (Android 5, "Lollipop") zum Einsatz kommen. Details will Google auf der nächsten Project-Ara-Entwicklerkonferenz bekanntgeben, die innerhalb der nächsten drei Monate stattfinden soll.

Wie groß wir das Project Ara Phone?

Drei Rahmenvarianten sind für das smarte Baukasten-Phone geplant. Die sogenannten Endoskelette (im Entwicklerjargon "Endos") aus Aluminium sollen in den Formaten Mini (4 Zoll), Medium (4,7 Zoll) und Large (6 Zoll) erhältlich sein und etwa 15 Euro kosten. Enthalten sind immer ein Mini-Akku und ein einfacher Prozessor. Diese Bauteile ermöglichen dann das sogenannte Hot Swapping: In die unterschiedlich großen Steckplätze lassen sich Module nach Wunsch einschieben. Diese Module sollen wie Apps über einen Internetshop vertrieben werden (Ara-Marketplace).

Project Ara: Rahmengrößen

© Google

Wie wird die technische Ausstattung aussehen?

Project Ara: Videos und Hintergründe

Das auf Nachhaltigkeit bedachte Konzept des modularen Smartphones soll alle Käufergruppen zufriedenstellen - vom Einsteiger bis zum Techfreak. Neben unterschiedlich schnellen Prozessoren werden auch Sound- und Kamerachips unterschiedlicher Herkunft und Güte zu haben sein. Es sind jedoch auch ungewöhnlichere Funktionen denkbar, beispielsweise um den Blutdruck oder sportliche Aktivitäten zu überwachen.

Die standardisierten Modulgrößen liegen bei 20 und 40 Millimetern. Im Alu-Skelett gehalten werden die Bauteile von elektrischen Permanentmagneten, die per Stromimpuls ein- und ausschaltbar sind. Damit wird der Modulaustausch sogar für Laien zur einfachen Übung.

Wie sieht das Design bei Project Ara aus?

Google will mit dem Ara-Phone nicht nur die Herstellung und die Lebenszyklen moderner Mobilgeräte revolutionieren, sondern auch deren Optik: Während vorne der berührungsempfindliche Bildschirm mit Android im Mittelpunkt steht, kann man die auf der Rückseite sichtbaren Module nach eigenen Vorstellungen mit aufwendigen 3-D-Prints verschönern - entweder aus Stylingvorlagen, die im Web zum Download angeboten werden sollen, oder mit Fotos, Grafiken und anderem mehr. So wird jedes Gerät zum Einzelstück, das sich immer wieder neu stylen lässt.

Was spricht für das revolutionäre Konzept?

Google will den Innovationszyklus bei Smartphones beschleunigen und dafür sorgen, dass neue Technologien, die zu den Geschäftsmodellen des Internet-Giganten passen, schnellstmöglich auf den Markt kommen, ohne an Komplettanbieter wie Samsung gebunden zu sein. Künftig könnten auch Firmen am Smartphone-Boom teilhaben, die nicht zum Zuliefererkreis der großen Hersteller zählen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der ökologische. "Warum ein neues Phone wegen seiner Kamera kaufen, wenn man sich ein cooles neues Kameramodul für sein vorhandenes Phone besorgen kann?", bringt Google-Projektleiter Paul Eremenko die aktuelle Marktproblematik auf den Punkt.

... und was spricht gegen Ara?

Konzeptbedingt wird das Ara-Smartphone etwas dicker sein als viele aktuelle Modelle. Zwar dürfen die einzelnen Module laut Google-MDK nur 4 Millimeter dünn sein, aber mit dem Alu-Skelett kommt das komplette Handy trotzdem auf rund 10 Millimeter (Samsung Galaxy S5: 8,1 mm). Schwerer wiegt jedoch, dass das Zusammenspiel der Funktionen genauso gut funktionieren muss wie bei handelsüblichen Geräten - angesichts der angestrebten Vielfalt bei den Lieferanten keine einfache Aufgabe. Außerdem stellt sich die Frage, wie vielen Menschen letztlich die Idee schmeckt, dass sie sich ihr Handy-Menü selbst zusammenstellen sollen.

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