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Smartphone-Markt

Samsung im Marken-Check

Samsung Event London 2013
Samsung Event London 2013
Vom Underdog zum Primus: Samsung dominiert den Smartphone-Markt ­mit deutlichem Abstand. Wir zeigen, wie gut die Chancen stehen, dass Samsung den Platz an der Sonne behält.
Samsung
  • Gründungsjahr: 1969
  • Hauptsitz: Seoul, Südkorea
  • CEO: Choi Gee-sung
  • Mitarbeiter: 236000
  • Jahresumsatz: 187,8 Milliarden US-Dollar
  • Produkte: Smartphones, Tablets
  • Verwendete OS: Android, WinPhone

Dass Samsung lange Zeit als B-Marke unter den Handyherstellern galt, ist heute kaum mehr vorstellbar, denn heute ist Samsung das, was früher Nokia war: der Big Player, der unangefochtene Marktführer. Marktanteile und Umsatzzahlen sprechen eine deutliche Sprache – Samsung dominiert in jeder Hinsicht. 

In Deutschland stammt fast jedes zweite Smartphone von Samsung, weltweit beinahe jedes dritte. Der Jahresumsatz ist auf 188 Milliarden US-Dollar geklettert; im Jahr 2012 hat Samsung ­davon knapp 11 Milliarden wieder in Forschung und Entwicklung investiert.

Die Südkoreaner haben eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Als abgeschlossen wollen die Verantwortlichen diese aber noch nicht bezeichnen: „Unsere Posi­tion der Marktführerschaft wollen wir festigen und ausbauen“, teilt die Firma mit.

Weltkonzern Samsung

Als Teil der mächtigen Sam­sung Group steckt hinter dem neuen Smartphone-Marktführer freilich ein Weltkonzern, wobei das 1969 gegründete Unternehmen Samsung Electronics, das für die Mobiltelefone verantwortlich ist, mit weltweit 236 000 ­Mitarbeitern das Flaggschiff des Mischkonzerns ist.

Samsung Galaxy S4, S4 mini und S3 mini
Samsung Galaxy S4, S4 mini und S3 mini ©

Der aktuelle Erfolg von Samsung Electronics spricht Bände: Nach eigenen Angaben ist man Marktführer in den Bereichen Fernseher, Monitore, Speicherchips und Mobiltelefone. Dabei ist das Unternehmen auf fünf Geschäftsfelder unterteilt und stellt auch noch Notebooks, Festplatten, Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler her.

Im ersten Quartal 2013 verzeichneten die Südkoreaner eigenen Angaben zufolge dank des anhaltenden Smartphone-Booms erneut Rekordgewinne – und zwar gleich satte 40 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Und das, ­obwohl das neue Topmodell ­Galaxy S4 erst jetzt an Start geht und im nächsten Quartal für weitere Höhenflüge sorgen dürfte. Samsung meldet für das Galaxy S4 „noch mehr Vorbestellungen als beim Galaxy S3, was uns sehr optimistisch in die Zukunft blicken lässt“.

Dass die Marke dermaßen ­bekannt geworden ist, liegt zum Großteil an einem effektiven und ausgeklügelten Marketing. Werbung für Samsung-Smartphones ist omnipräsent, sei es im Fern­sehen, auf Plakaten oder im ­Internet. Allein in den USA hat Samsung letztes Jahr laut dem Wall Street Journal rund 400 Millionen US-Dollar für Werbung ausgegeben. Solche Investitionen werden sich kleinere Konkurrenten kaum leisten können.

Samsung-Video veräppelt Apple

Der Erfolg der Südkoreaner in der Smartphone-Welt ist jedoch kein Marketingtrick, sondern hart erarbeitet. Zwar bekommt Samsung regelmäßig und teil­weise auch berechtigterweise von Nutzern und Testern Schelte in Bezug auf Gehäusedesign und -material. Was allerdings die technische ­Basis angeht, kann man den Südkoreanern nichts vorwerfen. 

Marktanteile Samsung
Marktanteile Samsung ©

Im Gegenteil: Mit neuartigen Funktionen wie der Gesten- oder Augensteuerung und cleveren Software-Zugaben bieten Samsung-Smartphones im Vergleich zur Konkurrenz viel ­Exklusives. Die Koreaner ver­bauen stets die aktuellste Technik und stellen alle Komponenten in der Regel optimal aufeinander ein. Und das nicht nur bei ihren Topmodellen, sondern auch bei den preiswer­teren Geräten.

Smartphones für jedermann

Das ist auch ein Grund dafür, ­warum Samsung so stark geworden ist: Mit ihrer rie­sigen Produktpalette haben sie praktisch für jeden Geldbeutel und für jeden Anspruch das richtige Phone im Programm.

Samsung Galaxy: Die große Modell-Übersicht

Ob mit Giganto-Display (Galaxy Note II) oder mit zwei SIM-Karten (Galaxy S Duos), in der Outdoor- (Galaxy Xcover 2) oder der Kompaktklasse (Galaxy S III mini), ob mit LTE (Galaxy Express) oder Windows-Phone-Betriebssystem (Ativ S) – Samsung-Smartphones gibt’s wie Sand am Meer.

Samsung Galaxy S4 Active
Samsung Galaxy S4 Active ©

Und so ist es auch kein Wunder, dass auch die connect-Bestenliste von Samsung dominiert wird. Auf Platz eins steht ganz frisch das neue Galaxy S4, weil es mit hervorragender Ausdauer, erstklassiger Ausstattung und ­grundsoliden Messwerten das ­beste Gesamtpaket bietet.

An die Spitzenpositionen hat sich Samsung in den letzten Monaten und Jahren ohnehin schon gewöhnt; so standen bereits das ­Galaxy S3, das S2, das Note, das Note 2 und die Giorgio-­Armani-Version des Galaxy S auf dem Platz an der Sonne. Von solchen Statistiken kann der Hauptkonkurrent Apple nur ­träumen – eine Spitzenplatzierung hat bisher kein iPhone geschafft.

Umgekehrte Vorzeichen aber bei der connect-Leserwahl: Zwar kamen die Südkoreaner in den letzten Jahren quer durch alle ­Kategorien immer unter die Top 3, in der Topkategorie lag das iPhone in der Gunst der Leser aber immer vor dem aktuellen Samsung-­Spitzenmodell. Bis jetzt, denn das Galaxy S3 hat in der Leserwahl 2013 das iPhone auf Platz zwei verwiesen.

connect-Prognose

Mit dem zweiten Platz wird sich ­Apple auch in Zukunft zufrieden­geben müssen, denn gegen Samsung ist derzeit kein Kraut gewachsen. Die Südkoreaner haben ein starkes Portfolio und in der jüngsten Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie ihre Smartphones erfolgreich im Markt platzieren können. 

Dass Samsung die Marktführerschaft alsbald wieder abgibt, ist bei dem Know-how und der Wirtschaftskraft, die hinter dem Unternehmen stecken, kaum vorstellbar. Allerdings dürfte auch Samsung so langsam zu spüren bekommen, dass es alles ­andere als einfach ist, mit jedem neuen Spitzen-Smart­phone Begeisterungsstürme auszulösen. 

Bei all den Lobeshymnen auf das Galaxy S4 – es gab nach der Präsentation auch kritische Stimmen; wirklich revolu­tionäre Neuerungen wurden vermisst. Je größer der Erfolg wird, ­desto mehr wird sich Samsung selbst unter Druck setzen. Anleger und Konsumenten wollen über kurz oder lang wieder echte Innova­tionen sehen. Apple kann den Süd­koreanern von dieser Problematik ein Liedchen singen.

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