Second Screen

Fernsehen per WLAN auf Tablet streamen

Vom First Screen zum Second Screen: Wenn der Smart TV das Programm auch übers lokale Netzwerk zum Tablet schicken kann. Wir zeigen Ihnen wie.

Second Screen: TV-Inhalte auf dem Tablet erleben

© LG

Mit modernen Fernsehern lassen sich Second-Screen-Angebote nutzen.

Es muss nicht immer Fernsehen im Park sein - auch in den eigenen vier Wänden macht das Tablet als Zweit-TV den Alltag per Streaming und mithilfe verschiedener Apps flexibler. Das gilt besonders dann, wenn das Mobilgerät mit dem klassischen TV-Gerät gemeinsame Sache macht. Moderne Smart TVs mit Online-Funktionen machen es möglich: Sie sind in der Regel über dasselbe Netzwerk ans Internet angeschlossen wie das iPad oder andere Tablets.

Dem Datenaustausch zwischen den Geräten steht also nichts mehr im Wege. Diese Verbindung nutzen die Hersteller und bieten zu ihren Smart TVs Steuerungs-Apps an, mit denen sich alle Funktionen der Geräte bequem über den Touchscreen kontrollieren lassen. Einige Apps gehen noch einen Schritt weiter und schicken im Gegenzug Bild und Ton vom Fernseher über das Netzwerk auf das Tablet oder Smartphone. Das laufende Fernsehprogramm auf dem Fernseher lässt sich dann nicht nur vom Tablet aus umschalten und lauter oder leiser stellen, sondern auch anschauen. Statt nur im Wohnzimmer können Sie so das Fernsehen im Bereich Ihres Funknetzwerkes überallhin mitnehmen.

Second Screen Apps

Immer mehr Hersteller haben in den letzten Jahren solche Funktionen in ihre TV-Geräte eingebaut und zugehörige Apps veröffentlicht. Diese sind meist für Apple- und Android-Geräte zu haben, bislang aber nicht für die Kindle-Fire-Tablets von Amazon oder Windows-Surface-Geräte.

Das Tablet ersetzt die Fernbedienung oder wird zur nützlichen QWERTZ-Tastatur.

Die parallele Entwicklung auf den beiden am weitesten verbreiteten Plattformen ist aber schon ein enormer Fortschritt: Es ist noch nicht lange her, da waren die meisten Second Screen Apps entweder für Android oder ausschließlich für das Apple-Mobilsystem iOS zu haben. Samsung schaltete seine Second-Screen-Funktion zeitweise gar nur auf einzelnen Tablets frei.

Die Funktionsweise der Apps ist stets ähnlich: Sie erkennen einen passenden Fernseher im selben Netzwerk in der Regel automatisch. Man wählt das Gerät im Setup-Menü der App aus und muss dann in der Regel noch am TV-Gerät bestätigen, dass die Tablet-App auf die Funktionen des Smart TV zugreifen darf.

Nun ersetzt die App die normale TV-Fernbedienung und ist dabei vor allem bei der Steuerung von Netzwerk- und Smart-TV-Funktionen hilfreich. Sie erleichtert etwa die Texteingabe, wenn man in TV-Online-Angeboten etwas sucht oder sich bei einer Online-Videothek anmelden möchte. Dafür blendet die App eine Tastatur auf dem Touchscreen ein, in die man Texte, E-Mail-Adressen oder Kennwörter einfach eintippt, statt sie auf der Fernbedienung im SMS-Stil oder über eine Bildschirmtastatur einzugeben.

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Um das TV-Programm aufs Tablet zu holen, bieten die Apps zusätzliche Funktionen wie "Smart View" (Samsung) oder "WiFi Smart Screen" (Philips). Wählt man diese aus, dann werden Bild und Ton des laufenden Programms übers Netzwerk auf das Tablet übertragen. Nach kurzer Zeit zeigt der Touchscreen das laufende Bild an: in der Regel ein paar Sekunden später, als das Livebild im Wohnzimmer zu sehen ist. Hat der Fernseher einen einzelnen Tuner, dann zeigt das Tablet stets dieselbe Sendung wie der Fernseher. In einigen Apps kann man das Bild am TV ausschalten, etwa um den Fernsehabend mit dem Tablet im Bett zu beenden.

Immer mehr hochwertige Flat-TVs besitzen zwei Tuner, die zeitgleich eine Sendung zeigen und eine andere aufnehmen können. Diese Geräte sind oft auch in der Lage, ein vom TV separates Programm zum Tablet zu übertragen. Samsung geht noch einen Schritt weiter und schickt auch Bild und Ton von TV-Zuspielern zur Tablet-App.

Apps für Digital-Receiver

Neben Smart TVs unterstützt auch der eine oder andere digitale Sat-Receiver das TV-Streaming im lokalen Netzwerk. Bekannte Beispiele dafür sind die HDTV-/Blu-ray-Rekorder der DIGA-Serie von Panasonic und netzwerkfähige Kathrein-Festplatten-Receiver wie etwa der UFS 923, 924 sowie der 925. Diese Geräte übertragen das laufende Programm ebenso wie Aufnahmen von ihren eingebauten Festplatten via Netzwerk zur zugehörigen App.

Die DIGA-Rekorder von Panasonic wandeln dabei HDTV-Sendungen und -Mitschnitte in eine geringere Bildauflösung um, damit die Wiedergabe auf dem Tablet sicher und ruckelfrei funktioniert. Die UFS-Control-App von Kathrein streamt in ihrer Apple-Version nur SD-Inhalte aufs Tablet oder Smartphone. Wählt man einen HDTV-Sender, dann wendet Kathrein einen Trick an: Der Receiver schickt einfach die SD-Variante des jeweiligen Kanals zum iPad.

Das iPad oder Android-Tablet wird zum vollwertigen Zweitfernseher.

Die Panasonic-Rekorder und einige Kathrein-Modelle besitzen Doppel-Tuner, sodass man den Sender oder die Aufnahme von der Festplatte fürs Tablet unabhängig vom laufendem TV-Programm im Wohnzimmer anschauen kann. Die Apps können dabei die Programme für beide Bildschirme getrennt steuern.

Wenn das Second-Screen-Streaming einmal funktioniert, dann adelt es das iPad oder Android-Tablet tatsächlich zum vollwertigen Zweitfernseher. Es zeigt dann - anders als etwa das eingeschränkte Angebot bei Streaming-Diensten wie Zattoo - alle Sender, die auch auf dem Hauptfernseher laufen. Bild- und Tonqualität sind gut - im Idealfall entsprechen sie dem TV-Signal.

Tücken im Detail

Doch Tücken können die Second-Screen-Systeme in der Praxis beeinträchtigen: Mal finden sich Tablet und Smart TV nicht spontan im lokalen Netzwerk, mal scheitert die Übertragung an einer zu schwachen WLAN-Übertragung. Bei der Fehlersuche ist oft ein langer Atem gefragt. Häufige Fehlerquellen sind auch nicht ganz ausgereifte Apps. Mal wurden sie von den Herstellern nicht mit allen denkbaren Netzwerk-Routern erprobt, mal laufen sie nicht mit allen Tablet-Typen eines Systems fehlerfrei.

In Praxistests ließen sich einige solcher Inkompatibilitäten feststellen, auch in App-Rezensionen ist immer wieder von einem mehr oder weniger gutem Zusammenspiel mit verschiedenen Gerätekombinationen die Rede. Kommt die Kommunikation nicht gleich zustande, hilft oft ein Neustart aller Geräte. Für sicheres TV-Streaming sollte man den TV oder Sat-Receiver per Netzwerkkabel ins Netzwerk integrieren. Funkt er seine Daten per WLAN wie das Tablet, kommt es oft zu Rucklern und Aussetzern bei der Übertragung. Das Tablet muss ja drahtlos ins Netzwerk integriert werden. Funken beide Geräte über dasselbe WLAN, müssen die TV-Daten zweimal durch die Luft übertragen werden - zu viele Daten fürs heimische Funknetzwerk.

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