Künstliche Intelligenz

Siri, Bixby & Co: Intelligente Assistenten im Smartphone

ZTE Senseye

© ZTE

Dass Konzept-Smartphone Hawkeye von ZTE basiert auf den Ideen von Nutzern, die per Crowd-funding gesammelt wurden. Ein wichtiger Bestandteil ist „Senseye“, das Scrollen und Umblättern per Augen- bewegung.

Die Maschine hört zu 

Die zunehmende – und maßgeblich vom Smartphone getriebene – Technisierung des Alltags führt aber auch zu einer steigenden Komplexität. Lösungen, die diese reduzieren, werden daher immer wichtiger. Exemplarisch dafür steht der weltweite Erfolg von Google mit der simplen Geschäftsidee, spezifische Informationen aus den gewaltigen Datenbeständen des Internets herauszufiltern​ und zugänglich zu machen. Auch unser Umgang mit Fotos illustriert diese Entwicklung: Hatte man vor 20 Jahren ein paar Hundert Aufnahmen fein säuberlich in Bilderalben sortiert, so trägt heute jeder Smartphone-Nutzer Tausende Digitalfotos mit sich herum. Die Herausforderung besteht darin, einen stetig wachsenden Datenbestand so zu organisieren, dass man genau das Foto, das man gerade sucht, innerhalb von wenigen Sekunden findet.​

Google und auch Apple nutzen dafür Deep Learning, einen Ansatz des maschinellen Lernens, der in den letzten Jahren erstaunliche Fortschritte gemacht hat und mittlerweile bei einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommt. Im Fall von Google Fotos identifiziert die Software selbstständig Objekte und kennzeichnet sie entsprechend, sodass es reicht, den Begriff „Strand Sardinien 2016“ in die Suchleiste der Foto-App einzugeben, um sich alle Strandbilder vom letzten Urlaub anzuschauen.​

Deep Learning ist auch der Katalysator, der neue Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Computer möglich gemacht hat. Apples Siri und der Google Assistent würden ohne Deep Learning nicht funktionieren. Auch hier steht die Komplexitätsreduktion im Vordergrund: Statt für ein gutes Restaurant in der Nähe auf dem Bildschirm herumzutippen, frage ich einfach das Smartphone und lasse mich dorthin navigieren. Weil nicht über Tastatur und Touchscreen, sondern über Sprache mit der Maschine interagiert wird, heißt diese Art der Bedie​nung „Conversation as an Interface“, Konversation als Benutzeroberfläche. Sie ist nicht auf das gesprochene Wort beschränkt: Der Google-Messenger Allo macht Vorschläge für individuelle Antworten in einer Konversation, sodass man unter Umständen gar nicht mehr selbst tippen muss.​

Die Idee dahinter und die damit verbundenen Möglichkeiten werden gerne unter dem Schlagwort „Künstliche Intelligenz“ zusammengefasst. Jeder große Smartphone-Hersteller hat dieses Thema für sich entdeckt und es zeichnet sich ab, dass es die Smartphone-Entwicklung der nächsten Jahre maßgeblich beeinflussen wird. Voraussetzung dafür sind ja nicht nur ein mächtiges Backend in Form leistungsfähiger Cloud-Architektur und intelligenter Algorithmen, sondern auch eine verbesserte Sensorik: Hochempfindliche Mikrophone und Sensoren sind erforderlich, die permanent das Nutzerverhalten analysieren und die Deep-Learning-Algorithmen mit Daten füttern.

Hinzu kommen im Hintergrund aktive Co-Prozessoren, um jederzeit auf Gesten oder gesprochene Befehle reagieren zu können. Auch die Kamera spielt eine wichtige Rolle: Das neue Samsung-Flaggschiff Galaxy S8​ ist mit dem digitalen Assistenten „Bixby“​ ausgestattet, der mit der Handykamera verknüpft ist, um Objekte zu erkennen.​

Nicht immer ist die KI direkt sichtbar, oft versteckt sie sich auch in den Tiefen des Betriebssystems. Huawei etwa setzt bei der neuesten Version seiner EMUI-Benutzeroberfläche auf maschinelles Lernen, um die am häufigsten benutzten Apps zu identifizieren und daraufhin die Speicherverwaltung entsprechend zu optimieren. Bei den neuen HTC-Modellen U Ultra und U Play​ ist das Energiemanagement mit Kalendereinträgen verknüpft und das System weist den Nutzer etwa darauf hin, das Smartphone lieber jetzt noch mal an die Steckdose zu hängen, wenn die Energie noch für den Kneipenabend reichen soll.​

Mein persönlicher Assistent 

Die Smartphone-Entwicklung der kommenden Jahre wird also weniger von technischen Entwicklungen geprägt sein, sondern von intelligenter Software, die eng mit neuen Dienstleistungen verzahnt ist. Das Smartphone wird aufmerksamer, reagiert differenzierter auf Gesten und Bewegungen, hört besser zu und gibt in bestimmten Situationen Hinweise. Es wird einfacher werden, unterwegs ein Restaurant zu finden, ein Hotelzimmer zu buchen, Geld zu überweisen. Und es wird sich zunehmend normaler anfühlen, mit dem Smartphone zu sprechen. 

Angst vor einer denkenden Maschine in der Tasche muss deswegen niemand haben. So revolutionär die Entwicklung intelligenter Algorithmen in den letzten Jahren auch verlaufen ist, ihre Grenzen sind klar umrissen. Künstliche Intelligenz ist auf eine definierte Datenverarbeitung angewiesen, um brauchbare Ergebnisse zu produzieren und weit davon entfernt, kreativ mit Daten umzugehen. Sie ist nicht in der Lage, einfachste Sachverhalte zu erfassen, die außerhalb ihres eng umrissenen Verarbeitungsmusters liegen. Das kann jeder nachvollziehen, der sich länger als eine Minute mit Apples Siri unterhält.​

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