Handy gegen Schäden und Diebstahl versichern

Vergleich: Welche Smartphone-Versicherung ist die richtige?

Wer braucht zusätzlichen Schutz fürs Handy? Worauf sollten Sie vor dem Abschluss einer Versicherung achten? Wir haben das Kleingedruckte in den Policen bekannter Anbieter unter die Lupe genommen.

Smartphone mit kaputtem Display

© michaelheim / Fotolia.com

Ein unachtsamer Moment und das Handy ist kaputt. Doch für wen lohnt sich eine Smartphone-Versicherung?

Überall dabei und ständig im Einsatz. Mobilgeräte müssen eine Menge abkönnen. Da ist es fast schon vorprogrammiert, dass mal etwas schiefgeht. Und wenn schon? Für ein paar Euro im Monat gibt’s Handy-Versicherungen, die im Ernstfall den Schaden einfach ersetzt. Dieses Ideal greift der Handel beim Gerätekauf gerne auf. Erweiterte Garantieleistungen, Schutzbriefe und Elektronik-Versicherungen sollen dem Verkäufer Provisionen in die Kasse spülen und dem Kunden die Furcht vor kostspieligen Reparaturen oder einer vorzeitigen Neuanschaffung nehmen.​​

Wo kann ich eine Versicherung abschließen?  

Der Appell an die „Vollkasko-Mentalität“ scheint nicht ungehört zu verhallen. Im Markt tummeln sich jedenfalls unzählige Angebote: Netzbetreiber, Mobilfunkanbieter, Online-Händler wie Amazon und Elektromärkte wie Saturn/ Mediamarkt – (fast) überall, wo es ein Smartphone zu kaufen gibt, sind auch die zugehörigen Policen nicht weit. Mobilfunkanbieter und Händler verkaufen dabei jeweils die Verträge ihrer Kooperationspartner. Das sind in der Regel mal mehr oder weniger bekannte Versicherungsgesellschaften wie beispielsweise ACE, Allianz, AXA und EWP. 

Die Google-Suche führt darüber hinaus zu Online-Maklern wie Friendsurance oder Schutzklick. Auch hinter diesen Webangeboten stecken Versicherungskonzerne oder eben - wie im Fall von Sofortschutz – spezielle Produktversicherer wie Wertgarantie. Innovativ gibt sich die Allianz: Dort können spontane Schutzsuchende via App direkt am iPhone oder Android-Gerät eine Handyversicherung abschließen (Allianz Clare). Diese Vorgehensweise sollte aber die Ausnahme bleiben. Empfehlung: Lassen Sie sich den Zusatzschutz nicht einfach ungeprüft aufschwatzen. Informieren Sie sich stattdessen im Internet und wählen Sie dann ein passendes Angebot aus. In der Regel können Sie die Versicherung noch bis zu 30 Tage nach dem Kauf abschließen.​

Welche Schäden sind abgedeckt?

Das neue Smartphone fällt in einem Moment der Unachtsamkeit auf den Steinboden und das Displayglas bricht. Oder: Sie werfen eine Cola-Flasche um und ihr Handy kommt mit der ausströmenden Flüssigkeit in Kontakt. Neben diesen selbstverschuldeten Schäden haften die Anbieter auch bei technischen Defekten, sofern diese nicht anderweitig abgesichert sind (Subsidiaritätsklausel). Da Apple die herstellerseitigen Garantieleistungen auf ein Jahr beschränkt, sagen beispielsweise die Angebote der Telekom iPhone- und iPad-Käufern zusätzlich die Übernahme dieser Leistungen im zweiten Jahr zu. Generell gilt: Produktmängel ab Werk sind ohnehin im Rahmen der zweijährigen gesetzlichen Händlergewährleistung abgedeckt. Der Haken: Der Käufer muss ab dem siebten Monat glaubhaft machen, dass der beanstandete Fehler bereits von Anfang an vorhanden war.

Was kostet der Versicherungsschutz?

 Die Frage nach zusätzlicher Absicherung stellt sich vor allem, wenn sich der Kaufpreis des Smartphones auf einem höheren Niveau bewegt und beispielsweise mehr als 500 Euro beträgt. Die Höhe der Gebühren ist häufig nach Kaufpreis gestaffelt. Richtwert: Die jährlichen Kosten betragen je nach Extras etwa 5 bis 10% des Anschaffungspreises. Wichtig: Mobilfunkanbieter und Elektrohändler bieten ihre Pakete meist nur für Neugeräte an, die sie auch selbst verkauft haben. Wer ein älteres Handy nachträglich schützen möchte, wird bei einigen Online-Versicherern fündig. Friendsurance akzeptiert bis zu drei Monate zuvor gekaufte Geräte. Eine vierwöchige Wartezeit soll verhindern, dass der Vertrag nach dem Eintreten eines Schadens abgeschlossen wird. Wertgarantie Sofortschutz versichert sogar bis zu 12 Monate alte Phones.

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Smartphone Display defekt
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Smartphone gegen Schäden versichern

Wir zeigen, was verschiedene Policen bieten und was sie kosten.

Raub oder Diebstahl kann häufig gegen Aufpreis mitversichert werden. Wer aber im Café das Handy unbeaufsichtigt auf dem Tisch liegen oder während dem Sport in einer unverschlossenen Umkleidekabine lässt, verstößt gegen seine Sorgfaltspflicht und kann trotz Diebstahlschutz leer ausgehen.

Tipp: Unter Umständen greift bereits eine vorhandene Hausratversicherung bei einem Handyklau aus dem abgeschlossenen Auto oder einem Wohnungseinbruch​.

Was ist nicht (immer) versichert? 

Neben dem bereits erwähnten Verlust durch Unachtsamkeit sind in der Regel auch Schäden, die bei der beruflichen Nutzung entstehen, ausgeschlossen. Positive Ausnahme. Die Policen von Saturn/Mediamarkt  sind auch für Selbstständige interessant. Defekte Verschleißteile wie Akkus oder auch witterungsbedingte Schäden wie Nässe in Folge eines Gewitterregens bleiben ebenfalls oft unberücksichtigt. Gleiches gilt nach einem Diebstahl für Verbindungsgebühren, die durch eine missbräuchliche Nutzung der SIM-Karte entstehen. Für Softwareschäden durch Rooten bzw. Jailbreaks, unsachgemäße Reparaturversuche und vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführte Beschädigungen kommen die Versicherer ohnehin nicht auf. 

Und auch für Gebrauchsspuren oder Schönheitsfehler und Datenverlust dürfen Sie keine Leistungen erwarten. Wichtig: Welche Schadensszenarien konkret enthalten sind, steht in den Produktinformationen und noch detaillierter in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Bei transparenten, seriösen Angeboten finden Sie diese Dokumente im Internet ohne langes Suchen. Allgemeinverständlich formuliert sollte das Kleingedruckte natürlich ebenfalls sein.

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Welche Ansprüche kann ich geltend machen?

 Vor dem Abschluss empfiehlt sich ein Blick in die AVBs. Dort kann man unter anderem auch nachlesen, wie der Versicherer Schäden reguliert. Eines vorneweg: Ein brandneues Austauschgerät desselben Modells gibt’s nicht ohne Weiteres. Bei Schäden besteht zum Teil erst einmal ein Anspruch auf die Übernahme der Reparaturkosten. Pro Schadensfall geht zudem der häufig vereinbarte Eigenanteil, der sogenannte Selbstbehalt, ab. Der kann bis zu 10% des Kaufpreises betragen. Wo das defekte Gerät wieder flott gemacht wird, geben Versicherer wie Friendsurance oder Schutzklick vor. Unter Umständen können Sie also ihr iPhone nicht zum Apple-Servicepartner Ihres Vertrauens bringen.

Generell ist die Höhe der Versicherungsleistungen auf den Kaufpreis oder auf die angegebene Deckungssumme begrenzt. Ist das Smartphone nicht mehr instand zu setzen oder bei Diebstahl erhalten Sie meist ein Gerät gleicher Art und Güte. Dabei kann es sich durchaus auch um ein neuwertiges, aber gebrauchtes Ersatzphone oder um ein vergleichbares anderes Modell handeln.

Bei betagteren Totalschäden wird häufig nur noch der Zeitwert des Smartphones als Kostenbeteiligung für eine Neuanschaffung oder als Gutschein erstattet. Wie hoch der Restwert ist, lässt sich bei transparenteren Anbietern ebenfalls in den AVBs nachlesen. Wer nicht darauf achtet, dass er - zumindest im ersten Jahr - den Neupreis erstattet bekommt, muss bei der Beschaffung eines neuen Topmodells eine kräftige Zuzahlung einkalkulieren.

Weitere Konsequenz: Sinkt der Zeitwert in kurzer Zeit stark ab, dürften sich längere Laufzeiten über die gängigen 24 Monate hinaus kaum mehr lohnen. Im Zweifelsfall muss die Police rechtzeitig gekündigt werden. Tritt der Ernstfall häufiger ein, kann die Versicherungsgesellschaft den Vertrag von sich aus auflösen.​

Die wichtigsten Tipps für den Vertragsabschluss 

  • Lassen Sie sich beim Kauf nie unter Druck setzen  (Abschluss ist meist bis zu 30 Tage nach dem Kauf möglich) 
  • Erst genau informieren (AVBs im Internet), dann die Versicherung abschließen 
  • Prüfen Sie, ob die für Sie wichtigen Leistungen im Paket enthalten sind (Witterungseinflüsse, Verschleißteile wie Akkus, berufliche Nutzung...) 
  • Achten Sie auf versteckte Kosten wie die Höhe des Selbstbehalts  - Klären Sie, ob und wie lange 100 % des Kaufpreises erstattet werden 
  • Prüfen Sie, ob Ihre Hausratversicherung bereits den Handy-Diebstahl ausreichend abdeckt  
  • Nutzen Sie das 14-tägige Widerrufsrecht, wenn Ihnen eine spontan abgeschlossene Versicherung doch nicht zusagen sollte​

Wer sollte oder kann eine Handy-Versicherung abschließen? 

Auch wenn für viele ein Leben ohne Smartphone unvorstellbar ist. Im Ernstfall bleibt der materielle Schaden vergleichsweise überschaubar. Eine Displayreparatur kostet um die 200 Euro. In der Preisklasse um 350 Euro gibt’s zumindest in der Android-Welt exzellente Neugeräte. Unser Tipp: Wer von Natur aus auf sein Smartphone aufpasst und dieses pfleglich behandelt, kann getrost auf eine Zusatzversicherung verzichten und stattdessen die jährlich gesparten 60 bis 100 Euro für das nächste Modell zurücklegen. Das gilt erst recht, wenn es nicht immer das neueste Spitzenklasse-Handy sein muss.​

Sie sind anders gestrickt, legen Wert auf das neueste iPhone oder das aktuelle Topmodell Ihres favorisierten Herstellers? Ihr Handy ist im turbulenten Alltag schon häufiger kaputt gegangen? Je teurer das Smartphone und je höher die Risiken, desto mehr Sinn macht der Zusatzschutz. Wer nicht auf den Euro schauen muss und mit einer Handy-Versicherung ruhiger schläft, kann ebenfalls zugreifen. Eines sollten Sie aber in jedem Fall machen: Vor dem Abschluss prüfen, ob die Leistungen des Versicherungspakets auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Denn sonst kann es doch noch ein böses Erwachen geben.​

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So verhalten Sie sich bei einem Schadensfall richtig

Nur wenn Sie die vertraglichen Vorgaben des Versicherers, die sogenannten Obliegenheiten, erfüllen, kann die Schadensregulierung reibungslos klappen.​

  • Sperren Sie bei Verlust die SIM-Karte und versuchen falls möglich das Handy zu orten​​
  • Melden Sie den Schaden der Versicherung über die Hotline oder Online-Formulare unverzüglich (über die Fristen informieren die AVBs) 
  • Schildern Sie den Vorfall genau mit Fotos und benennen Sie idealerweise Zeugen 
  • Bereiten Sie das Gerät für den Versand vor (SIM-; Speicherkarten entnehmen) und sichern Sie - sofern möglich - Ihre Daten  
  • Veranlassen und unternehmen Sie keine eigenmächtigen Reparaturversuche 
  • Erstattet Sie bei einem Raub oder Diebstahl Anzeige bei der Polizei​

Allgemeine Hinweise  

  • Bewahren Sie den Original-Kaufbeleg des Smartphones auf 
  • Notieren Sie sich die IMEI-Nummer Ihres Smartphones. Die ist über die Eingabe des Codes *#06#  im Zifferntastenblock abrufbar​

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