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Kaufberatung So finden Sie das passende Smartphone

Display, Speicher, Prozessor: Wir zeigen, worauf Sie beim Kauf eines Smartphones achten müssen.
Smartphones der Woche KW38 © Hersteller

Wie hoch soll die Displayauf­lösung sein, wie schnell der Prozessor? Das sind nur zwei von zahllosen Fragen, die sich vor dem Kauf eines Smartphones stellen. Wir zeigen, worauf Sie bei der Hardware achten müssen und wie Sie schnell ­erkennen können, ob ein Smartphone für Sie geeignet ist.

Am besten sind natürlich Testergebnisse, doch nicht immer sind die zur Hand. Im Folgenden wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie anhand der Herstellerangaben einschätzen können, ob ein Smartphone Ihren Ansprüchen genügt. Klar, eine schlechte Software, Hardwarefehler, Produktionsmängel stehen natürlich in keinem Datenblatt und können ein vermeintlich gutes Smartphone wertlos machen. Doch um beispielsweise ein Vorauswahl zu treffen, kann die Checkliste nützlich sein.

Plattform: Von iOS bis Windows Phone

Zunächst müssen Sie sich für ein Betriebssystem, auch Plattform ­genannt, entscheiden. Das Betriebssystem bestimmt mit darüber, wie ­einfach das Smartphone zu bedienen ist und was sich mit ihm anstellen lässt.

Sechs Plattformen spielen im Moment im Markt eine Rolle, zwei davon geben den Ton an: Das iPhone (und nur das iPhone) arbeitet mit Apples iOS, von Google kommt Android, das fast von jedem großen Handy-Hersteller genutzt wird.

Beide Plattformen zeichnen sich durch ein riesiges Angebot an Apps und eine starke Ausrichtung aufs mobile Internet aus. Die Unterschiede: Apples iOS ist deutlich geschlossener, dadurch an einigen Stellen etwas eingeschränkt, aber insgesamt stimmiger.

iOS 6: Die iPhone-5-Software in Aktion

Android ist offener, flexibler an die eigenen Bedürfnisse anpassbar, aber insgesamt inkonsistenter. So kommen beispielsweise selbst Neugeräte mit verschiedenen Android-Versionen auf den Markt. Updates lassen oft lange auf sich warten.

Android 4.1 Jelly Bean: Die Neuerungen

Windows Phone von Microsoft wird wie Android von mehreren Herstellern eingesetzt. Der Plattform ist bislang der Durchbruch noch nicht gelungen, entsprechend ist das App-Angebot deutlich kleiner als bei iOS oder Android. Mit Windows Phone 8 nimmt Microsoft im Moment einen neuen Anlauf.

Daneben gibt es Hersteller-eigene Lösungen ähnlich wie Apples iOS. Die bekannteste ist sicherlich RIMs Blackberry OS, das hat für Business-Anwender viele Vorteile, beispielsweise in Sachen Sicherheit. Vor kurzem wurde die neue Version Blackberry 10 gestartet. Nokia hat sich von Symbian verabschiedet, Samsung mehr oder weniger von Bada. Beide sind durchaus gut bedienbar, bieten ein ansehnliches Angebot an Zusatzsoftware, sind aber Auslaufmodelle. Mit Firefox OS von Mozilla ist eine neue Plattform im Kommen, die aber zunächst nur bei Einsteigergeräten zum Einsatz kommen soll.

Display

Wie komfortabel sich ein Smartphone bedienen und nutzen lässt, hängt auch vom Display ab. Größe, Auflösung und Helligkeit entscheiden über die Qualität der Anzeige – und die hängt direkt mit dem Preis zusammen. Sprich: Wenn Sie ein richtig tolles Display wollen, müssen Sie tief in die Tasche greifen. Die gute Nachricht: Die Qualität ist mittler­weile generell sehr hoch. Wirklich schlechte Displays gibt’s nur noch in den Regionen unter 150 Euro.

Beim Display zeigen sich oft große Unterschiede. © Motorola
Beim Display zeigen sich oft große Unterschiede.

Über die Größe des Displays entscheidet der persönliche ­Geschmack. Schließlich ergibt sich aus der Displaygröße die Größe des Smartphones. Unsere Faustregel: ­Unter 4 Zoll Displaydiagonale wird es sehr kleinteilig auf der Anzeige, das Surfen im Internet macht dann nur bedingt Spaß. Bei mehr als 4 Zoll wird’s schwierig mit der einhändigen Bedienung.

Wie viele Informationen auf der Anzeige zu sehen sind, hängt genau genommen nicht von der Größe ab, sondern von der Auflösung, also der Anzahl der Bildpunkte oder ­Pixel, aus denen sich das Display zusammensetzt. Hierbei gilt: ­Unter 320 x 480 Bildpunkten wird es sehr pixelig, zum bequemen Surfen sollten es mindestens 480 x 800 Pixel sein.

Bei der Displaytechnologie haben Sie die Wahl zwischen TFT und OLED. Dabei zeichnen sich die OLEDs durch etwas kräftigere Farben, geringeren Stromverbrauch, aber auch eine geringere Helligkeit aus. Goldene Regel beim Display: Am besten anschauen.

Prozessor

Wegen der vielen Funktionen und der aufwendigen Benutzeroberflächen kommt dem Prozessor eine immer wichtigere Rolle zu. Das gilt insbesondere für die Android-Plattform mit ihrer gorßen Geräteauswhal.

Doch wie flüssig das Betriebssystem auf dem Touchscreen zur Ansicht kommt, wie schnell das Smartphone komplexe Aufgaben meistert, hängt nicht nur vom Prozessor, sondern auch von der Software ab und wie gut beides aufeinander abgestimmt ist. Ein Beispiel: Die neueste Android-Version 4.1 läuft auf Geräten mit Zweikern-Prozessor so elegant wie die Vorgängerversion 4.0 auf Geräten mit Vierkern-Prozessor.

Die Entwicklung bei den Prozessoren läuft rasant. © connect
Die Entwicklung bei den Prozessoren läuft rasant.

Dennoch lassen die Prozessordaten Rückschlüsse auf die tatsächliche Performance zu. Wer auf eine wirklich bequeme Bedienung Wert legt, sollte sich für ein Gerät mit Dual-Core-­Prozessor entscheiden. Wer etwas Zukunftssicherheit und eine wirklich elegante Performance will, sollte sich für ein Gerät mit Quad-Core-Prozessor entscheiden, muss dann aber auch entsprechend tiefer in die Tasche greifen.

Die zweite wichtige Kennzahl ist die Taktfrequenz: Ganz einfache Modelle arbeiten mit 600 MHz, 800 MHz sind in aktuellen Einsteigermodellen üblich. Für eine wirklich flüssige Bedienung sollte es 1 GHz sein. Beim Arbeitsspeicher sind 512 MB das Minimum für eine komfortable Nutzung, wir empfehlen 1 GB.

Speicher

Wer sein Smartphone als Musicplayer und womöglich auch als Mini-Kino einsetzen will, sollte auf die Größe des Speichers achten. Bei vielen, aber bei nicht allen lässt sich der Speicher per MicroSD-Karte erweitern. Beim iPhone geht das beispielsweise nicht, dafür bietet das aktuelle iPhone 5 ­mindestens 16 GB Speicher.

Android-­Geräte lassen sich häufig erweitern, kommen aber teilweise mit sehr ­kleinem internen Speicher. Bei Einsteigermodellen kann der nur 100 MB betragen. Während sich Musik oder Filme problemlos auch auf der Speicherkarte platzieren lassen, können viele Apps nur im internen Speicher abgelegt werden – und da können 100 MB schon für eine App zu wenig sein.

Funkverbindungen

Der flotte Zugang zum Internet macht Smartphones erst so richtig smart. Praktisch jedes Gerät beherrscht heute WLAN, geht also im heimischen Wi-Fi-Netz oder im Büro kostenlos online. Fast alle neuen Modelle ab der Mittelklasse unterstützen den schnellen n-Standard.

Geht’s übers Mobilfunknetz online, wird es komplizierter. UMTS, auch 3G genannt, unterstützt heute praktisch jedes Smartphone, unterteilt sich allerdings in verschiedene Dienste: Für schnellen Empfang gibt es HSDPA (ab 3,6 Mbit/s), für den schnellen Datenversand HSUPA (ab rund 2 Mbit/s). HSPA+ ist eine weitere Ausbaustufe, die Datenraten von bis zu 42 Mbit/s ermöglicht. Wer mit dem Smartphone regelmäßig ins Internet will, sollte sich für ein Gerät mit mindestens HSDPA entscheiden.

Der UMTS-Nachfolger LTE, auch 4G genannt, gewinnt langsam an Bedeutung. Die Netzbetreiber bauen kräftig aus, die ersten Smartphones beherrschen LTE - doch im Moment häufig mit Einschränkungen. So unterstützt beispielsweise Apples iPad 3 keine der in Deutschland verwendeten LTE-Frequenzen, das iPhone 5 nur eine Frequenz, die ausschließlich von der Telekom in Städten zum Einsatz kommt. Wer bereits jetzt auf LTE Wert legt, sollte beim Kauf eines Smartphones also darauf achten, dass es die in Deutschland verwendeten LTE­-Frequenzen unterstützt.

Ratgeber: Der Frequenzdschungel von LTE

Kamera

Die gängige Megapixel-Protzerei garantiert keine gute Bildqualität. Und 5 Megapixel sind eigentlich genug, selbst wenn Sie die Fotos ausdrucken wollen. Vielknipser sollten auf einen Autofokus und eine LED als Blitzersatz achten. Eine spezielle Kamerataste, mit der sich der Autofokus steuern lässt, sorgt für Be­dienkomfort. Neue Modelle bieten gar eine HDR-Funktion, die besonders kontrastreiche und gut belichtete Bilder bringen soll

Die kleine LEDs müssen als Blitzersatz herhalten, hier sind gleich zwei verbaut. © Huawei
Die kleine LEDs müssen als Blitzersatz herhalten, hier sind gleich zwei verbaut.

Generell gilt: Auch wenn die Hersteller im Moment verstärkt auf hohe Lichtempfindlichkeit setzen: Bei schlechtem Licht kommen alle Kameras an ihre Grenzen, Smartphones mit echtem Xenon-Blitz sind im Moment kaum zu bekommen. Und einen optischen Zoom gibt's derzeit gar nicht. Und wer eine brauchbare Kamera will, darf nicht zu sparsam sein. Bei günstigen Smartphones sparen die Hersteller meist bei Kamera.

Wer gerne filmt, sollte auf HD-Auflösung bei der Videofunk­tion und möglichst viel Speicher oder eine Erweiterungsmöglichkeit achten.

Akku

Für den Akku gilt wie für den Prozessor: Vom Prozessor lässt sich nicht eins zu eins auf die Geschwindigkeit schließen, von der Größe des Akkus nicht auf die Ausdauer. Doch häufig ist die Kapazität aussagekräftiger und zuverlässiger als die vom Hersteller angegebene Ausdauer, und so lange es noch keine Messungen gibt, auch der einzig verfügbare Wert.

Früher half ein Zweitakku, heute sind die Stromspeicher teilweise fest verbaut. © Matthias Metzler
Früher half ein Zweitakku, heute sind die Stromspeicher teilweise fest verbaut.

Die Akkukapazität sollte bei Smartphones möglichst über 1200 mAh liegen, 1800 mAh sind ein guter Wert. Das Maximum liegt derzeit bei 3000 mAh, das dazugehörige Smartphone (Samsung Galaxy Note 2) ist allerdings auch riesengroß.

Schritt für Schritt: Stromsparen bei Android-Smartphones

Am besten: In die Hand nehmen

Unser Tipp zum Schluss: Selbst wenn Testdaten zur Verfügung stehen: Das Gerät selbst in die Hand zu nehmen, ist immer noch die effektivste und zuverlässigste Methode, um herauszufinden, ob es Klick macht zwischen Ihnen und Ihrem vermeintlichen Traum-Smartphone.

 
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