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Ratgeber So finden Sie den passenden Handy-Tarif

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Telefonieren Handy
Die Mobilfunker sorgen mit ihrem Tarif-Wirrwarr für jede Menge Frust beim Kunden. Damit es Ihnen nicht so ergeht, setzt Sie connect mit dem kleinen Tarif- Einmaleins auf die passende Fährte.

Die Vielfalt an Tarife und Optionen zwingt fast jeden in die Knie, selbst die Verkäufer in den Handyshops haben ihre liebe Mühe, das Portfolio ihres Arbeitgebers im Kopf zu behalten. Wer drunter leidet, ist der Kunde. Denn immer noch gilt: Wer zum falschen Tarif greift, zahlt drauf. Das muss nicht sein: connect liefert Ihnen ein kleines Einmaleins in Sachen Tarife, das klärt, für wen sich welche Sprach- und Datenangebote lohnen und was Sie vor dem Vertragsabschluss beachten sollten.

Sie wollen nur telefonieren

In der Internet-Phone-Ära fällt das leicht unter den Tisch: Etliche Mobilfunkkunden nutzen ihr Handy nach wie vor hauptsächlich für Telefonate. Wer da einen Tarif wählt, in dem neben Sprache auch noch Daten inklusive sind, zahlt zuviel.

Doch die Netzbetreiber haben auch die Handytelefonierer auf dem Schirm und bieten wie etwa die Deutsche Telekom mit ihren Call-Paketen oder Vodafone mit den Superflat-Tarifen Sprachpakete, in deren Monatspreis Inklusivminuten oder gleich Sprachflat­rates enthalten sind.

Diese Vertrags­angebote für Wenignutzer bis hin zu Quasselstrippen kosten je nach Anbieter zwischen 5 und 75 Euro. Bei beiden D-Netz-Anbietern gilt: Die Sprachpakete lohnen sich nur für Vieltelefonierer.

Wer nur telefoniert, kann Gebühren für Daten sparen.
Wer nur telefoniert, kann Gebühren für Daten sparen. ©

Wenigplauderer sind mit einem Handytarif, bei dem keinerlei monatliche Fixkosten anfallen und die Gespräche minutengenau abgerechnet werden, deutlich besser dran. In dem Fall sind Mobilfunk-Discounter, bei denen man schon für sechs Cent die Minute in alle Netze anrufen kann, die erste Wahl.

Sie wollen auch ins Internet

Wer unterwegs auch surfen, E-Mails empfangen oder sonst wie ins Internet will, muss erst recht aufpassen, vor allem bei Sprachpaketen ist in dem Fall Vorsicht geboten: So verlangt die Telekom bei ihren Call-Paketen fürs mobile Surfen 99 Cent pro Tag. Das mag für die ersten Gehversuche noch günstig klingen, doch wer jeden zweiten Tag eine Websession einlegt, zahlt rund 15 Euro extra pro Monat.

Da lohnen sich die Smartphone-Tarife, die alle Netzbetreiber im Programm haben, allemal: In den monatlichen Fixkosten ist neben Sprachminuten auch die Datennutzung enthalten. Selbst im kleinsten Einsteiger-Bundle packen die Anbieter zu den Inklusivminuten oder einer Sprachflat noch eine Handy-Surfflat mit dazu. Vorteil: Damit haben Smartphone-Nutzer ihre Datenkosten im Griff und brauchen sich keinen Kopf zu machen.

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Für ihre ambitionierte Smartphone-Kundschaft bieten vor allem die D-Netzbetreiber neben exklusiver Hardware und schnellen Netzen auch jede Menge Extras in den Paketen: Außer Sprach-, HSDPA- und SMS-Flats sind im Monatspreis zudem eine WLAN-Flat sowie Inklusiv-Einheiten für die Auslandsnutzung enthalten. Soviel Rundum-Versorgung hat freilich ihren Preis.

Sprachflat oder Minutenpaket?

War die E-Plus-Marke Base beim Start vor sieben Jahren noch der erste und einzige Mobilfunker mit Sprachflats, gehören diese mittlerweile bei fast allen zum Pflichtprogramm. Vodafone setzt seit der Tarifumstellung vor vier Jahren bei Vertragstarifen fast ausschließlich auf Sprachflats.

Aber selbst im Flatrate-Segment breiten die Anbieter ihre Pauschalen wie einen Fächer aus und bieten jede Menge Varianten an. So gibt’s diverse Sprachflats für Handygespräche nur am Wochenende, nur ins Festnetz oder nur ins eigene Mobilfunknetz. Auch die Kombination aus Sprachflat ins Festnetz und netzintern wird offeriert.

Bei regelmäßiger Nutzun kann eine Flatrate die günstigste Wahl sein.
Bei regelmäßiger Nutzun kann eine Flatrate die günstigste Wahl sein. ©

Wer keine Grenzen ziehen will, kann Komplett-Flats für Anrufe in alle deutschen Netze buchen. Handytarife mit verschiedenen Sprachflat-Varianten bieten neben den Netzbetreiber auch die meisten Discounter an. Wer mehr als zehn Minuten pro Tag mit dem Handy anruft, für den lohnen sich Sprachpauschalen allemal.

Wer einen Tarif mit eingeschränkter Sprachflat wählt, sollte aber eins beachten: Die Netzbetreiber kassieren für Anrufe in Fremdnetze bis zu 29 Cent die Minute. Daher sollte man vor Vertragsabschluss genau prüfen, in welches Netz man die meisten seiner Anrufe lanciert.

Wer sein Telefonpensum genau kennt, kann auch zu Minutenpaketen greifen. Man telefoniert zum Einheitspreis, das schafft Transparenz. Der Nachteil: Nicht verbrauchte Inklusivminuten verfallen am Monatsende und die Folge­minuten sind meist teuer. Doch die Netzbetreiber zeigen sich vor allem bei ihren Smartphone-Paketen spendabel und bieten ihren Kunden wie die Telekom und O2 beides: So sind im Monatspreis neben Sprachflats ins eigene oder bestimmte Netze meist noch 100 Inklusivminuten für Gespräche in alle Netze  enthalten. Das reicht dem durchschnittlichen Telefonierer allemal.

Allnet-Flats

Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Flatrates, die die komplette Kommunikation der Handynutzer abdecken, reines Wunschdenken. Mit dem Smarpthone-Boom und dem daraus resultierenden explodierenden Datenverbrauch zeigt sich, dass All-inclusive-Bundles, die mittlerweile alle Mobilfunker, die etwas auf sich halten, im Programm haben, für die heutige Mobilfunknutzung zeitgemäß sind: Schließlich hat der Kunde sein Internetphone stets zur Hand, will es möglichst unlimitiert nutzen und sich bei alldem keine Gedanken über Kosten machen.

Vorschau: Diese Handys kommen demnächst

Die gute Nachricht: Mit dem Markteintritt der E-Plus-Marke Yourfone im Frühjahr stürzten die Preise für die Rundum-sorglos-Bundles in den Keller: Nicht nur bei Billiganbietern wie Yourfone, Simyo, Blau.de, auch beim Service-Provider Mobilcom-Debitel und dem Komplett-anbieter 1&1 kann man schon für unter 20 Euro pro Monat in alle Netze unbegrenzt anrufen und mit dem Handy surfen.

Die leidige Datendrosselung

Klar ist: Wer sein Smartphone häufig nutzt, braucht eine Datenflat. Ansonsten  ist man mit einem voreingestellten Datentarif, bei dem per Volumen oder Zeit abgerechnet wird, schnell aufgeschmissen. Die meisten Mobilfunker haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten Smartphones in der Regel in Verbindung mit Tarifen an, in denen im Monatspreis eine Datenflat mit bis zu 7,2 Mbit/s enthalten ist.

Doch ganz ohne Begrenzung geht’s im Mobilfunk wohl nicht: So werden die meisten HSDPA-Flats ab einem gewissen Datenverbrauch auf GPRS-Tempo gedrosselt. Da zeigen sich die Netzbetreiber vor allem mit ihren Einsteigertarifen nicht besonders kulant und treten schon ab 50 MB auf die Bremse – das reicht gerade mal für den gelegentlichen E-Mail-Abruf.

LTE-Netzabdeckung wir im Moment zügig ausgebaut.
LTE-Netzabdeckung wir im Moment zügig ausgebaut. ©

Smartphone-Enthusiasten sollten daher lieber die teureren Tarifvarianten wählen, bei denen zumindest erst ab 300 MB gedrosselt wird. Auch kann man bei vielen Anbietern sein Volumen für schnelles Surfen gegen monatlichen Aufpreis aufstocken.

Doch in puncto Highspeed-Surfen legt die Deutsche Telekom die Latte hoch: So surfen Smartphone-Nutzer in den Complete-Paketen neuerdings mit bis zu 21 Mbit/s; gedrosselt wird im kleinsten Complete-S-Bundle erst ab 300 MB. Wer so richtig Gas geben will, kann für knapp zehn Euro extra im Monat mit der LTE-Speedoption mit bis zu 100 Mbit/s durchs Web brausen. Vorausgesetzt, er hat neben der entsprechenden Hardware auch das Highspeed-Netz in Reichweite.

Discount-Kunden sind bei Congstar, Maxxim oder Fonic fein raus: Bei deren Datenflats sackt das Tempo erst nach einem Verbrauch von 500 MB ab.

SMS-Zusatz-Pakete

Trotz Gratis-Messaging-Diensten wie What’s App, Pinger, ICQ oder iMessage ist der SMS-Absatz  nicht dramatisch eingebrochen. Ganz im Gegenteil: Laut einer aktuellen Studie der Meinungsforscher TNS Infratest ist neben Telefonaten die SMS immer noch die mit Abstand am häufigsten genutzte Funktion. Da können sich die Mobilfunker die Hände reiben: Schließlich kassieren sie für die Übermittlung bis zu 19 Cent pro Nachricht.

Doch für Vieltipper gibt’s gute Nachrichten: Bei den meisten Netzbetreibern und etablierten Discountern sind im Monatspreis der Tarif-Bundles Inklusiv-SMS oder gar SMS-Flats enthalten.

Einsteiger sahnen bei Base richtig ab: Für nur fünf Euro pro Monat gibt’s im Basic-Tarif (demnächst Base Pur Classic) neben 50 Sprachminuten für Gespräche in alle deutschen Netze auch noch 50 Frei-SMS für den Versand in alle Handynetze obendrauf – billiger geht’s wirklich nicht mehr. Wer ohne Inklusiveinheiten auskommen muss, kann bei den Netzbetreibern meist schon für unter zehn Euro pro Monat eine SMS-Flat buchen – diese Investition lohnt sich schon beim Versand von drei Messages pro Tag.

Prepaid oder Vertrag? 

Wer mit Anbieter und Tarif unzufrieden ist, der fragt sich nicht selten, ob er überhaupt einen neuen Handyvertrag abschließen oder nicht gleich zu einem Billiganbieter wechseln soll. Für Letzteres entscheiden sich offensichtlich immer mehr Mobilfunkkunden: Der Marktanteil der Discounter beträgt inzwischen fast 20 Prozent, Tendenz steigend.

Kein Wunder: Bei der Wirtschaftslage schauen die meisten aufs Geld. Da können die Discounter mit ihren Tiefstpreisen für Gespräche und den SMS-Versand punkten. Schließlich zahlt man bei den meisten höchstens neun Cent pro Minute oder SMS. Noch dazu hat die Discounter-Riege auch für Smartphone-Nutzer attraktive Datenflats im Programm.

Neuerdings offerieren auch immer mehr Billiganbieter Bundles, die wie bei den Netzbetreibern neben der Sprache den Datenverkehr abdecken – und zwar zum günstigen Preis. Womit Prepaid-Anbieter ohnehin wuchern können: Bei den Sparangeboten gibt’s meist keinerlei Vertragslaufzeiten, an die man sich binden müsste.

Warum sollte man dann überhaupt einen Mobilfunkvertrag abschließen? Nach wie vor winken Neu- und Bestandskunden bei Vertragsabschluss respektive -verlängerung topaktuelle Handys zum vergünstigten Preis sowie jede Menge Rabatte und Inklusiveinheiten fürs Simsen oder Telefonieren.

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Auch sind Vielnutzer mit Vertragstarifen nach wie vor günstiger dran als mit einer Discounter-Karte. Vertragskunden profitieren zudem direkt von innovativen Diensten der Netzbetreiber. Auch das gibt’s: O2, der kleinste Netzbetreiber, bietet Mobilfunk- und DSL-Angebote ebenfalls ohne Vertragslaufzeit – eine interessante Alternative, da man kein Guthaben aufladen muss, sondern die Kosten bequem vom Konto abbuchen lassen kann.

Auslandsnutzung

Dank der seit 2007 geltenden EU-Verordnung sind die Preise für Handynutzung im Ausland weiter gefallen: So darf ein Anruf aus der Europäischen Union maximal 35 Cent kosten, ankommende Anrufe werden nur noch mit zehn Cent die Minute berechnet.

Simser zahlen für den SMS-Versand aus dem EU-Ausland gerade mal elf Cent pro Nachricht – oft weniger als zu Hause. Auch sieht die EU-Regelung dieses Jahr erstmals einen Höchstpreis für die Datennutzung vor: Mobile Surfer berappen fürs Megabyte im EU-Ausland maximal 83 Cent.

Ansonsten gilt die seit 2010 verordnete Kostenbremse, die nun sogar global gültig ist: Seit 1. Juli dürfen Mobilfunker mit Sitz in einem EU-Land ihren Kunden für die weltweite Datennutzung nicht mehr als 59,90 Euro berechnen – ausgenommen, der Kunde wünscht aktiv ein höheres Kostenlimit.

Bei Smartphones ist der passende Datentarif Pflicht
Bei Smartphones ist der passende Datentarif Pflicht ©

Doch außerhalb der regulierten Zone herrschen raue Sitte: So zahlt man für einen Anruf außerhalb Europas nicht selten über fünf Euro pro Minute und bis zu 60 Euro für ein mickriges MB. Doch es gibt Abhilfe: Vor allem die D-Netz-Riesen haben für Smartphone-Reisende attraktive Auslandspakete im Programm. Aber auch Discounter wie Simyo, Aldi, Blau.de oder Congstar bieten Datenpakete fürs EU-Ausland zu moderaten Preisen. Diese Optionen müssen Interessenten vor Reiseantritt buchen.

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