Kopfhörer-Jahrbuch

So testet stereoplay Kopfhörer

Fast 400 Kopfhörer wollen erst einmal getestet sein: Für das Kopfhörer-Jahrbuch 2013/14 haben wir ein großes Büro zum Testlabor umfunktioniert - und auch sonst vieles anders gemacht.

stereoplay testet Kopfhörer

© WEKA

stereoplay testet Kopfhörer

Die Aufgabe war so umfangreich, wie das Zubehör etlicher Kopfhörer. Nach der Annahme im Lager und der Katalogisierung ging es erst einmal ins Messlabor, wo Messlaborleiter Peter Schüller und die Mess-Ingenieure Michael Götzinger und Sebastian Jünger Überschichten schieben mussten, um der Kopfhörer-Flut Herr zu werden. Immerhin nimmt ein klassischer Kopfhörer das Labor 30 bis 40 Minuten in Beschlag. In-Ears brauchen noch länger, weil ihre Anpassung an das Ohrmodell schwieriger ist. Trotz der ganzen Arbeit blieben die Messprofis cool: So viele Messdaten, so viele Vergleichsmöglichkeiten bieten sich ihnen sonst natürlich nicht.

Und das gilt auch für uns Redakteure: Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, quasi den gesamten Markt testmäßig vergleichen zu können? Nie. Aber die Arbeit war natürlich gewaltig und erforderte Organisation vorab: welche Referenz-Hörer, welche Quellengeräte, welche Musik?

Bryston BHA-1

© Bryston

Die Referenz: Am Kopfhörer-Verstärker Bryston BHA-1 liefen alle Home-HiFi- und etliche Mobil-Hörer zur Höchstform auf.

Test-Kette

Wir entschieden uns für die Kette aus USB-D/A-Wandler Ayre QB9 und Kopfhörer-Verstärker Bryston BHA-1 (mit Verkabelung aus dem Kimber Select-Programm) und hochauflösender Musik vom Rechner oder WAV-Dateien vom iPhone. Wir wählten Stücke mit Frauenstimme, um die Tonalität abzuklopfen, mit feinen Becken, um das Auflösungsvermögen zu beurteilen und mit mit Schlagzeugattacken, um die Dynamikfähigkeiten der Hörer abzuprüfen.

Kopfhörerjahrbuch 2013

Quelle: stereoplay
Kopfhörerjahrbuch 2013

Nach ihrem Messlabor-Durchlauf kamen die Kopfhörer in einen Vorraum unseres Testbüros, wo sie nach Klassen eingeteilt gehört wurden. Für jeden Kopfhörer gab es dabei vier Durchläufe: am Bryston BHA-1 und am iPhone, und das jeweils von zwei Redakteuren. Gegengehört wurde noch über einen Beyerdynamic A20. Zugegeben, nicht jeder Hörer vollzog den iPhone-Test: Elektrostatische Kopfhörer wie jene von Stax funktionieren so nicht und auch die größten offenen Grados brauchen zuviel Spannung. Ein iPhone wäre da wenig sinnvoll. Dafür reicht also ein Testdurchgang. Aber die Unterschiede zwischen iPhone und Bryston waren teilweise frappierend und es war keineswegs so, dass alle Kopfhörer am Bryston besser geklungen hätten; manche (natürlich alles Mobil-Hörer) sind einfach perfekt für iPhone & Co. entwickelt.

Computer,Macbook Pro

© Apple

Testmusik kam überwiegend vom Rechner. Über Audirvana Plus klingen hochauflösende Aufnahmen gigantisch gut.

Kopfhörer einspielen

Natürlich wechselten sich die Teams ab. Vor allem das Testen von In-Ears ist undankbbar aufwendig, weil immer erst der optimale Ohr-Aufsatz gefunden werden muss - sonst klingt es schauderhaft. Das kostet Zeit.

Kopfhörertypen: Welcher Kopfhörer passt für wen?

Und dann stellte sich - gerade bei den teureren Modellen - ein aus dem Boxenbereich altbekanntes Phänomen ein: Viele Hörer müssen eingespielt werden. Nicht wenige klangen in den ersten Minuten kalt und kratzig. Bei der kurzen Distanz bemerkt das Ohr so etwas natürlich sofort. Es blieb uns nichts anderes übrig, als dutzende Kopfhörer an weiteren Verstärkern einzuspielen. Wieder so ein Zeitfresser. Aber interessant. Dieser Punkt ist auch beim Probehören im Laden zu bedenken.

USB-DA/Wandler,QB 9,Ayre

© Ayre

Im Bereich USB-DA/Wandler immer noch beeindruckend gut: der QB 9 von Ayre.

Letztendlich ist kaum noch zu sagen, wie viele Stunden wir dort saßen; mit hunderten von Hörern und immer der gleichen Musik; mit dem ständigen Gegenhören an den Referenz-Kopfhörern und mit duzenden von Excellisten für die Klangbewertungen. Es waren viele lange Tage und Nächte.

Aber der Rundumschlag hat sich gelohnt. Noch nie haben wir ein derart breites Thema so intensiv und tiefschürfend durchdrungen. Von den Erkenntnissen werden wir noch Jahre zehren.

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