Spracherkennung

Diktat, Freisprechen & Fazit

  1. Test: Siri im Apple iPhone 4S
  2. Diktat, Freisprechen & Fazit

MusiksteuerungDie Musik der Musik-App lässt sich per Siri perfekt steuern. Lieder, Interpreten, Alben, Wiedergabelisten, alles lässt sich beim Namen nennen, stoppen, überspringen oder per Zufall abspielen. Auch hier gibt es nur Schwierigkeiten bei englischen Titeln wie etwa "Indian Summmer" von Friedemann, weil Siri auf "Deutsch" eingestellt ist. Diese findet es dann nicht, oder nimmt einen Titel, der für Siri ähnlich klingt (was bei Indien Sammer lustig sein kann). Kaufen lässt sich dagegen nichts, weder Musik noch Bücher: "Kaufe das Buch 'Max und Moritz' im Bookstore" führt zu "Entschuldigung David, leider kann ich dir mit dem Kaufen von Büchern nicht helfen." Hat man sich anderweitig verhaspelt, reicht ein "Vergiss es!" und Siri bricht die aktuelle Aktion einfach ab. Diktieren und ÜbersetzenNeben der Leerzeichen-Taste auf der iPhone-Tastatur ist ein Mikrofon-Symbol, das die Spracheingabe einschaltet. So kann man in jeder Situation, in der die Tastatur erscheint, auch Text sprechen, was oft schneller ist. Bei fließendem Text kann man ganz normal reden. Wenn es aber so etwas wie einen Namen einzugeben gilt, sollte dieser sehr sauber ausgesprochen werden, weil Siri ja keinen Anhaltspunkt dazu hat (etwa in der systemweiten Suche). Daneben versteht die Spracheingabe auch "Komma", "Punkt", "Fragezeichen" und "Neuer Absatz". Eine kurze E-Mail lässt sich damit schon recht gut diktieren - so lange es keine Fehler gibt; dann muss man doch mit dem Finger die Fehlerstelle antippen und die Korrektur per Finger vornehmen oder noch einmal sprechen. Im privaten Bereich kann man mit kleineren Fehlern sicher leben, im beruflichen sicher weniger. Die Unfähigkeit mit Wörtern anderer Sprachen als der eingestellten umzugehen, verbaut Siri auch die Möglichkeit, einfache Wörter oder Sätze zu übersetzen. Dabei wäre ein "Was bedeutet das englische 'convinced' in Deutsch?" vorstellbar. Google hat ein entsprechendes Programm ja am Start. Vorlesen kann Siri nur teilweise. Wenn es im Feedback-Modus ist, spricht ja eine automatische Stimme. Auch SMS-Texte kann Siri vorlesen. Bei E-Mails weigert es sich aber strickt.

Test: Siri im iPhone 4S

© Archiv

"niemand" kommt nicht in den Kontakten vor - fast schon philosophisch.

Komplexes und Lustiges

Siri kann durchaus lustig sein. Antwortet man auf die Rückfrage "An wen soll ich die Nachricht senden" mit "an niemand" kann er "niemand" leider nicht in den Kontakten finden - fast schon philosophisch.Bedingungen gehen leider auch nicht: "Wenn morgen gutes Wetter ist, lade meinen Vater um 15:00 zum Tee ein" klappt - wie erwartet - nicht. Wahrscheinlich ist das für die Grammatik-Engine noch viel zu schwierig. Auf die Frage nach dem Sinn der Lebens kennt der Sprachassistent übrigens viele Antworten, die immer wieder wechseln. Auch bei Fehlermeldungen erhält man nicht immer die gleiche; Siri wechselt ein paar Varianten durch, um wohl einen menschlicheren Eindruck zu hinterlassen. Einstellen lässt sich an Siri allerdings nicht viel. Die wenigen Möglichkeiten, die man unter "Allgemein / Siri" suchen darf, sind die Sprache (Deutsch, Englisch, Französisch), ob er ein Sprachfeedback geben soll und ob das ans Ohr halten Siri starten soll. Natürlich kann man Siri auch ganz ausschalten. Die Stimme lässt sich nicht wählen. Es ist immer eine Frauenstimme, deren Intonation nicht immer natürlich klingt. Freisprech-EinrichtungenHat man eine Bluetooth-Freisprech-Einrichtung mit dem iPhone 4S gekoppelt und startet eine Verbindung, springt auf dem iPhone automatisch Siri an. Leider sind die Versuche, Siri dann etwas Verständliches zu sagen, zum Scheitern verurteilt. Beim im Test verwendeten Cruiser II von Hama erkennt Siri das Ende der Spracheingabe nicht von allein. Scheinbar rauscht das Mikrofon so stark, dass der Pegel nicht unter das notwenige Level fällt. Und die Tests haben wir in einem Wohnraum gemacht (nicht im lauten Auto bei 100 km/h). Man muss also am iPhone auf den runden Siri-Knopf drücken. Dann folgt die nächste Ernüchterung: Siri versteht nur Salat. Ein Billig-Bluetooth-Kopfhörer-Adapter von Pearl konnte sich mit Siri gar nicht verständigen. Ohne die Doppelmikrofone des iPhones mit aktiver Störgeräusch-Unterdrückung scheint die Erkennung nicht zu funktionieren - oder man braucht ein sehr hochwertiges Headset. Beim mitgelieferten Kopfhörer-Kabel gab es diese Probleme übrigens nicht.

Test: Siri im iPhone 4S

© Archiv

In manchen Fällen ist die Spracheingabe in wenigen Sekunden erledigt. Wie etwa beim Timer.

Fazit

Was für ein Spielzeug! Wer einmal mit seinem iPhone gesprochen hat, kann gar nicht davon lassen. Ständig fällt einem ein, was man noch mal eben probieren könnte. Auch wenn es noch eine Beta ist: viele klare, einfache Anweisungen funktionieren prächtig. Komplexere Anfragen gehen - wie zu erwarten - meist nicht. Dennoch ist Siri bisher das beste, was es für normale Leute wie Du und ich zu kaufen gibt. In manchen Fällen (etwa bei Terminen) ist die Spracheingabe in wenigen Sekunden erledigt, was sonst eine halbe Minute dauert. Das gleiche gilt für eine schnelle SMS, einen Timer oder ein Aufgabe, die einem gerade eingefallen ist. Die Begeisterung darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass insbesondere in der deutschen Umsetzung noch große Lücken klaffen: Keine Kartenanzeige, kein Rechnen, kein Start von Apps, kein direktes Öffnen von Webseiten, kein Steuern von Apps. Das gerade Freisprecheinrichtungen ihre Probleme mit Siri haben, dürfte Autofahrer nicht gerade begeistern. Auch Musik-Titel zu starten, die ja meist in Englisch sind, stellt Siri noch vor unlösbare Probleme. Dennoch ist Siri die Knallerfunktion für das iPhone 4S. Wie schon der Touchscreen bei Einführung des ersten iPhones wird Siri unsere Gewohnheit, mit Smartphones und Computern umzugehen, gehörig verändern. Pros

  • erlernt Begriffe wie "Schwester", "Vater" und "Ehefrau" oder "Tochter Claudia"
  • sehr praktisch für Termine, Telefonate, SMS, Timer, Erinnerungen, Aufgaben und EMails.
  • gute Worterkennung
  • hervorragender Ersatz für die fummelige iPhone-Tastatur
  • Supereinfache Bedienung
Cons
  • Startet keine Programme oder Videos
  • kann nicht rechnen
  • kann noch keine Karten oder Verkehrsdaten anzeigen
  • kann nicht als Steuerung innerhalb von Apps genutzt werden (etwa zu "App schließen").
  • kommt überhaupt nicht mit Deutsch-Englisch-Texten klar

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

App des Tages: Komoot Bike
Navigation per iOS-App

Fahrrad-Navi, Routen- und Tourenplaner - diese App führt kreuz und quer durchs Land zu schönen Zielen.
App des Tages: Maps 3D
Navigations-App

Maps 3D ist eine sehr vielseitige und umfangreiche Outdoor App, die sich hervor- ragend zum Planen größerer Fahrradtouren, aber auch zum Wandern…
8 Tastatur-Tipps für das iPhone
Ratgeber iPhone: Schneller Schreiben

Die iPhone-Tastatur kann viel mehr als nur Buchstaben anzeigen. Wir stellen Ihnen ein paar bekannte und weniger bekannte Funktionen vor, die das…
Zeppelin Air
Heimvernetzung

Apples Streaming-Protokoll ist für Musikübertragungen verbreitet. Mittlerweile unterstützt es auch Fotos und Videos.
Einstellungen iOS7
Apple iOS 7

Apples neues iOS 7 bringt nicht nur ein neues Design, sondern ändert auch unter der Haube einiges. Wir zeigen Ihnen, welche…
Alle Testberichte
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
ZTE Nubia Z11 Mini
Mittelklasse Smartphone
79,8%
Das Design stimmt und auch technisch ist alles dabei. Doch der Test des ZTE Nubia Z11 Mini enthüllt Schwächen.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.