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Telefonieren

Beim Telefonieren stolpert der Mini über die eigene Innovationsfreudigkeit: Die WLAN- Verbindung verbraucht viel Strom und die Reichweite ist deutlich geringer als beim DECT-Standard.

Die Hauptfunktion des Mini ist das Telefonieren. Dafür spricht einerseits die Form, andererseits ist die Vorstellung ja tatsächlich charmant: Die Basisstation des DECT-Telefons hat ausgestrahlt beziehungsweise -gedient, fortan könnte Internetsurfen und Telefonieren über den WLAN-Datenfunk erfolgen. Und genau das ist Vor- und Nachteil zugleich. Denn WLAN schwächelt gegenüber der bei Schnurlostelefonen eingesetzten DECT-Technik ganz erheblich bei der Reichweite - hier muss der Käufer mit Einbußen zwischen 30 und 50 Prozent rechnen, ein mehrstöckiges Haus ist somit nicht mehr komplett ausleuchtbar. Auch bleibt eine DECT-Verbindung selbst bei schwachem Signal recht lange stabil, bei Sprache über WLAN wird die Verbindung dagegen recht schnell schlechter.

Weiteres Manko: In puncto Stromverbrauch und damit Akkulaufzeit muss sich der Mini selbst einem billigen DECT-Telefon deutlich geschlagen geben. Zwar verrichten in seinem Inneren drei leistungsstarke Nickel-Metall-Hydrid-Akkus ihren Dienst, an die Energiedichte eines Lithium-Ionen-Akkus kommen diese aber nicht heran - Letztere wiederum sind sehr teuer und würden wohl die moderate Preisempfehlung des Mini von 119 Euro sprengen. Der Stromhunger rührt ebenfalls von der WLAN-Technik. Zwar hat AVM durch Power-Save-Technologien versucht, den Verbrauch einzudämmen, trotzdem schluckt WLAN viel Strom. Reichweite und Stromverbrauch sind übrigens hinter vorgehaltener Hand die Argumente, warum Siemens erst einmal keine weiteren WLAN-Telefone auf den Markt bringen will. Vielleicht hätte AVM wie die Münchner auf die CAT-iq-Technik setzen sollen: Die entspricht bei Reichweite und Stromverbrauch DECT - und mit Datenraten von 384 kbit/s hätten Mini-Anwendungen wie Streaming locker geklappt.

Telefonbuch

© Archiv

FritzMini greift auf Wunsch aufs interne Telefonbuch der FritzBox zu.

Schön beim Mini: Über die Softkeys gelangt man ins Telefonbuch der FritzBox, somit stehen einem die Kontakte sofort im Telefonbuch zur Verfügung. Auch die Anruferliste wird mit der Box synchronisiert, was Komfort schafft. Das war's dann aber fast schon mit den Annehmlichkeiten: So steht bislang nur ein Klingelton zur Verfügung, der zudem stets leise beginnt und dann lauter wird. Freisprechen ist nicht möglich und mangels Tastenbeleuchtung kann man das Gerät im Dunkeln kaum nutzen. Dafür strahlt das Anzeigefeld so stark, dass man fast geblendet ist. Ebenfalls schade, dass der Mini keine Tastensperre hat - wehe dem, der kleine Kinder zu Hause hat.

Auch einen seiner wichtigsten Trümpfe kann der Mini kaum ausspielen: Telefonieren in Hi-Fi-Qualität. Zwar sind Mini und Box prinzipiell dazu in der Lage - doch die Gegenstelle muss ebenfalls einen Mini am Ohr haben, sonst klingt das Gespräch quäkig wie immer. Nicht einmal der Kontakt zu Siemens CAT-iq-Geräten klappt, denn die nutzen den G722-Sprachcodec, während AVM zumindest im Moment noch auf Linear PCM 16 und PCMA 16 setzt. So ist der Mini zwar perfekt mit der FritzBox verzahnt, was einigen Komfort schafft. Doch die genannten Nachteile wiegen schwer, sodass Sie mit einem 50-Euro-DECT-Telefon mehr Freude haben dürften.

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