Ratgeber

Telekom

Der Exmonopolist liefert Mobilfunk und Festnetz aus einer Hand und hat in beiden Segmenten die meisten Kunden. In der Mobilfunksparte zählt der TK-Riese insgesamt über 36,9 Millionen Kunden, davon mit 18,8 Millionen knapp über die Hälfte Prepaid-Nutzer, der Rest Vertragskunden.

Tarife

An Tarifen mangelt es der Telekom bestimmt nicht: Im Portfolio finden sich grob gezählt 40 Vertrags- und vier Prepaid-Angebote. Zusätzlich offeriert der Komplettanbieter jede Menge Sprach- und Datenoptionen sowie Spezialangebote für Partner, Kinder, Schüler und Studenten. Die Strategie der breiten Auswahl ist klar: So soll jedes Töpfchen sein Deckelchen finden. Die Segmentierung zahlt sich zwar wirtschaftlich aus - im zweiten Quartal konnte die Telekom die Zahl der Vertragskunden sowie den Umsatz steigern -, doch die Vielfalt haut so manchen Kunden einfach um.

Neben vier Relax-Paketen, die 60 bis 1200 Inklusivminuten enthalten, gibt's Max-Flat-Sprachpauschalen in unterschiedliche Netze. Für die umgarnte Smartphone-Klientel legen sich die Bonner sowieso ins Zeug: Bei Combi Relax, Combi Flat und den Complete-Tarifen fürs iPhone sind neben Sprach- und Datenkontingenten jede Menge Extras inklusive, etwa eine WLAN-Flat oder Frei-SMS. Die kosten aber auch eine Stange Geld: Die Pakete liegen zwischen 24,95 und 119,95 Euro pro Monat. Mit Preisen für die Folgeminute von bis zu 29 Cent ist die Telekom zudem oft teuer, zeigt sich dafür aber mit dem 60/1-Abrechnungstakt und der kostenlosen Mobilbox bei allen Minutenpaketen fair.

Auch an Datenangeboten ist die Auswahl groß: Der Kunde kann zwischen Volumentarifen, Handy-Surfflats sowie jeder Menge Surfpauschalen für Notebook oder iPad wählen. Ihr schnelles Netz lässt sich die Telekom allerdings bezahlen: Je nach Tarif ist man bis zu 20 Euro teurer als die E-Netz-Betreiber. Bei Prepaid-Tarifen setzt man auf Community und Quasselstrippen: Beim Xtra-Tarif plaudern Prepaid-Kunden für 5 Cent untereinander, mit der Xtra-Nonstop-Guthabenkarte telefonieren sie gegen eine Monatsgebühr von 1,49 Euro für 29 Cent pro Anfruf zwei Stunden lang ins Fest- und eigene Handynetz.

Alles in allem: Durch billige Tarife ist die Telekom noch nie aufgefallen, auch ist das Angebot überbordend und nicht eben transparent. Doch sinken auch beim rosa Riesen dank des enormen Wettbewerbsdrucks die Preise. Und angesichts des Gebotenen geht das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung.

Vertragskonditionen

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© Josefine Milosevic

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Wer bei der Telekom einen Vertrag unterschreibt, bindet sich für zwei Jahre. Dass die Handys mit SIM- oder Netlock versehen sind und damit für die Nutzung mit anderen Karten gesperrt, ärgert viele. Doch schließlich werden Handys oft kräftig subventioniert. Da will der Konzern vermeiden, dass Schlaumeier die Ware abgreifen und mit Billigkarten der Discounter fremdgehen. Wer sein Telekom-Handy vor Ablauf des Vertrags entsperren will, zahlt 99,50 Euro. Beim iPhone ist die Freischaltung erst nach 24 Monaten möglich. Wer bei Online-Vertragsverlängerung auf ein Handy verzichtet, bekommt 90 Euro Startguthaben oder zehn Euro Rabatt pro Monat.

Handyauswahl

Mit dem exklusiven Verkaufsrecht fürs iPhone hat die Telekom einen Coup gelandet und seit Marktstart vor drei Jahren weit mehr als 1,5 Millionen Geräte verkauft. Nun wirbt man aktiv die Kunden von der Konkurrenz ab: Wer noch beim anderen Anbieter unter Vertrag steht, kann schon sechs Monate vor Ablauf bei der Telekom ein iPhone mit Vertrag bestellen und seine alte Rufnummer behalten. Doch auch sonst hat die Telekom in puncto Hardware viel zu bieten und nahezu alle aktuellen Smartphones sowie Prepaid-Handys im Angebot. In abgespeckter Auswahl finden sich auch Netbooks sowie HSDPA-Surfsticks und Modems.

Webseite und Transparenz

Trotz der überbordenden Anzahl an Tarifen ist die Webseite erstaunlich aufgeräumt. Die Startseite wirkt nicht überladen, oben auf der Frontpage finden sich die Hauptthemen wie "Aktionen und Aktuelles", "Handys und Shop" oder "Tarife und Optionen". Dank horizontaler Reiternavigation gelangt man fix zu den Untermenüs. Alternativ kann man die Themen vertikal auf der Homepage anklicken. Gut: Auch die Unterseiten sind übersichtlich gestaltet. Schlecht: Die vielen Fußnoten am unteren Ende der Webseiten. Für jede Fußnote, die oben im Text erscheint, muss man ganz nach unten scrollen und sich durch Unmengen an Kleingedrucktem kämpfen. Neuerdings bietet die Telekom einen Chatservice - der wirkt nicht aufdringlich, sondern freundlich und meist kompetent.

Auswahl Shops

Im April hat die Telekom Mobilfunk und Festnetz zusammengelegt, die Produkte werden seitdem unter der Marke "T" vertrieben. Die Verschmelzung findet auch in den Telekom-Shops statt: So beraten die Shopverkäufer bundesweit in über 800 T-Punkten und über 1000 Telekom-Partnerläden gleichermaßen in Sachen Handytarife sowie auch DSL-Entertain-Pakete der Telekom.

Netz

Aktuelle und detaillierte Informationen zur Netzqualität finden Sie im großen Netztest in der connect-Ausgabe 12/2010 (ab 5.11. am Kiosk). Das Sprach- und Datennetz mit bis zu 7,2 Mbit/s im Down- und 2 Mbit/s im Uplink ist gut ausgebaut. Doch Europas größter Netzbetreiber investiert weiter und erweitert sein UMTS-Netz um 1500 Standorte. Auch beim Datentempo legt man zu und will noch dieses Jahr punktuell bis zu 42 Mbit/s liefern. Beim LTE-Ausbau geben die Bonner ebenfalls Gas: Im Sommer wurden die ersten Basisstationen in den neuen Bundesländern installiert, bis Ende des Jahres will der Komplettanbieter über 1000 von DSL abgeschnittene Orte mit Breitband beglücken.

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© Josefine Milosevic

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