Das Ende von ISDN

Telekom will All-IP statt ISDN

  1. Telekom sattelt auf ALL-IP um
  2. Telekom will All-IP statt ISDN
  3. Messwerte im Vergleich

Stehen ISDN-Komfortmerkmale wie Rufnummernanzeige, Dreierkonferenzen oder Rückruf bei Besetzt weiter zur Verfügung?

Diese Komfortmerkmale bietet die Telekom schon seit längerer Zeit an allen von ihr vermarkteten Anschlusstypen an. Sie stehen also auch nach dem Wechsel auf All-IP zur Verfügung.

Allerdings ist für die Umsetzung der entsprechenden ISDN-Protokolle oder Analog-Signalisierungen ins IP-Format der VoIP-Router oder S0-auf-IP-Adapter zuständig. Dabei kann es im Zusammenspiel insbesondere mit unterschiedlichen ISDN-Endgeräten in Einzelfällen Schwierigkeiten geben.

Werden Änderungen bei der Verkabelung meines Hauses oder meiner Wohnung nötig?

Sofern der VoIP- und DSL-Router am gleichen Standort steht wie die bisherige Kombination aus Splitter und NTBA, können Sie Ihre bisherige Verkabelung unverändert beibehalten. Denn die Telefonsignale werden bei Ihnen zu Hause (also intern, "hinter" dem Router) genauso transportiert wie bisher: Über Kupferdoppeladern als Analogsignal oder vier Kupferadern als S0-Bus. Oder aber über den Schnurlostelefonie-Standard DECT.

Die Datenübertragung von IP-Paketen per Ethernet, WLAN oder Powerline wäre allenfalls für spezielle, neu hinzukommende Endgeräte wie WLAN-Telefone oder spezifische VoIP-Telefone erforderlich.

ISDN lebt weiter

© Telekom

Der ältere Telekom-Router verfügt über die für ISDN-Nutzer wichtige S0-Buchse (rote Markierung). Dasselbe bieten auch manche Fremdrouter wie die Fritzbox-Fon-Modelle von AVM.

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Funktionieren auch Faxgeräte am IP-Anschluss?

Grundsätzlich ja, allerdings kann eine mehrfache Signalwandlung (zum Beispiel analoge Faxsignale nach ISDN nach IP und zurück) zu Problemen führen. Wenn Sie im Router oder IP-Adapter Faxnebenstellen gezielt ausweisen können, sollten Sie dies auf jeden Fall tun.

Außerdem kann es sich bei häufigen Übertragungsproblemen lohnen, in den Einstellungen des Faxgeräts die maximale Übertragungsrate ("Baudrate") auf einen niedrigen Wert wie 14400 oder 9600 Bit/s zu fixieren. Auch manche Analog-Adapter bieten eine solche Baudratenbegrenzung an.

Der IP-basierte Anschluss unterstützt HD-Telefonie. Was brauche ich dazu?

Die höhere Bandbreite bei Telefonaten zählt zu den klaren Vorteilen von IP-Anschlüssen. Um davon zu profitieren, müssen allerdings mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Ihr Endgerät muss HD-Telefonie unterstützen. Bei schnurlosen Telefonen erkennen Sie dies am Übertragungsstandard "CAT-iq".
  2. Auch die Basisstation muss HD-Voice-tauglich sein. Die Telekom-Router W 724 V und W 921 V sind es, ebenso alle aktuellen Fritzbox-Fon-Modelle von AVM.
  3. Der Angerufene muss ebefalls einen IP-Anschluss und HD-Endgeräte nutzen.

Sind diese Kriterien erfüllt, sollten Telefonate mit natürlicherem Klang übertragen werden (technisch: mit einem Frequenzumfang von 7 Kilohertz statt bisher 3,4 kHz).

Router

© Fritzbox

Hat All-IP auch Vorteile?

Neben der HD-Telefonie bewirbt die Telekom noch weitere Funktionen wie etwa die Möglichkeit, Rufumleitungen übers Internet zu konfigurieren (das klappte freilich auch schon mit ISDN).

Eine weitere Funktion des Telekom-Routers W 724 V, die allerdings nichts mit dem Thema Telefonie zu tun hat, ist die Bereitstellung eines öffentlichen Hotspots für Teilnehmer von "WLAN to go".

Wie steht es mit den Kosten?

Das hängt davon ab, was Sie genau bestellen. So will die Telekom ihre IP-Anschlüsse gern mit dem (teureren) IPTV-Dienst Entertain koppeln. Vergleicht man die Kombination ISDN+DSL mit dem neuen Angebot IP-Telefonie+ DSL, liegen die Grundgebühren und Telefontarife im Wesentlichen gleich. Hinzu kommen aber gegebenenfalls noch die Kauf- oder Mietkosten für den neuen Router.

Wie sollten betroffene Kunden vorgehen?

Nach aktuellem Kenntnisstand plant die Telekom, ihr ISDN-Netz 2018 endgültig abzuschalten. Spätestens dann wird eine Umstellung unausweichlich. Lassen Sie sich aber nicht drängen, insbesondere nicht durch Werbeanrufe. Klären Sie auf jeden Fall in Ruhe, ob Ihre Geräte, Anwendungen und Verkabelung auf den IP-Anschluss vorbereitet sind.

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