Ratgeber

Testparcours

Verantwortungsbewusste Hersteller testen ihre Navi-Halterungen, bevor sie sie ins Auto lassen.

Saugnapf-Halterung

© Archiv

Portable Navigationssysteme sollen im Auto dort bleiben, wo sie festgemacht wurden. Weder unterwegs, noch beim Parken und schon gar nicht bei Unfällen dürfen sie runterfallen und durchs Auto fliegen. Beschleunigen, Abbremsen, Richtungswechsel, Vibrationen, kurze Erschütterungen, Eiseskälte im Winter, große Hitze im Sommer, schwülwarme Luft - Navi-Halterungen haben während einer Autofahrt ganz schön was auszuhalten. Ganz gleich, ob Saugnapfsystem, Klebe- oder Klemmbefestigung, fahrzeugspezifischer oder universeller Typ, unter allen Bedingungen müssen sie eingesetzte Navigationssysteme und auch sich selbst festkrallen. Um zu überprüfen, ob das zuverlässig klappt, schickt der Pforzheimer Hersteller Herbert Richter seine Befestigungen erstmal unter Extrembedingungen in die Klimakammer. Innerhalb 90 Minuten verändern sich im Testzyklus die Temperaturen von extremer Hitze zu klirrender Kälte. Und wieder zurück. Saugnapfhalterungen müssen Temperaturen von minus 40 Grad bis zu plus 85 Grad Celsius überstehen. Biegbare Schwanenhalssysteme heizen die Halterungs-Spezialisten sogar 100 Stunden lang bis 95 Grad Celsius auf. Nicht gerade typische Bedingungen, trotzdem darf sich eine Halterung auf keinen Fall lösen.

Auch Klemm- und besonders Klebehalterungen müssen Temperaturunterschiede schadlos überstehen. Geklemmte Varianten dürfen sich nicht verformen, porös werden oder brechen. Bei geklebten Halterungen kommt's zudem auf den richtigen Klebestoff an. Der sollte zuverlässig haften und sich später trotzdem wieder lösen lassen - ohne das Armaturenbrett zu beschädigen. Ein Vorreiter war hier Naviflash. Der Klebefuß der Navigationsexperten aus Löhne überstand sogar die harten Sicherheitstests bei Volkswagen schadlos. Saugnapfsysteme erfordern bei der Konzeption die größte Aufmerksamkeit, da sie im Gegensatz zu Klemm- oder Klebehalterungen für den regelmäßigen Ein- und Ausbau konzipiert sind. Voraussetzung für die feste Haftung ist ein stabiles Vakuum. Erzeugt wird es folgendermaßen: Zunächst wird die flexible Kontaktplatte aufs Glas gepresst. Während der äußere Rand fest auf der Scheibe haften bleibt, wird das Mittelteil der Gummi-Saugplatte mittels Kipphebel oder Materialspannung von der Scheibe abgehoben und es entsteht ein Unterdruck. Der äußere Gummiring haftet weiter an der Scheibenoberfläche. Dies klappt nur auf besonders glatten Oberflächen und mit Hilfe der so genannten Adhäsionskraft. Damit bezeichnet man das Aneinanderhaften verschiedener Stoffe oder Teilchen infolge molekularer Anziehungskräfte. Um zu überprüfen, ob dies dauerhaft funktioniert, befestigt und löst Herbert Richter in einem Testverfahren seine Saugnäpfe 2500 Mal hintereinander.Der Aufwand macht sich auch bei Fahrten über unterschiedliche Straßenbeläge bezahlt. Ob auf neuem Asphalt oder holprigem Kopfsteinpflaster, Vibrationen und Stöße dürfen Halterungen nicht aus der Ruhe bringen. Das überprüfen VDO-Dayton und Herbert Richter mit eigenen Testverfahren. Die Pforzheimer arbeiten dabei mit Test-Instituten wie dem Steinbeis Transfer- zentrum für Werkstoffentwicklung und Prüfung oder der DEKRA zusammen. Sie rütteln und schütteln ihre Halterungen durch, was das Zeug hält, mit unterschiedlichen Frequenzen, Intensitäten und Stoßrichtungen. Biegbare Schwanenhalssysteme werden hin- und her gebogen, Universalhalterungen zusammengesetzt und auseinander gebaut. Alles in festgelegten Zyklen und mit zigfacher Wiederholung.

Sehen Sie das Testequipment in der Bildergalerie unten.

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